blähen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungblä-hen
Wortbildung mit ›blähen‹ als Erstglied: ↗Blähbauch · ↗Blähhals · ↗Blähsucht
 ·  mit ›blähen‹ als Letztglied: ↗aufblähen  ·  formal verwandt mit: ↗giftgebläht · ↗wutgebläht
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Blähungen verursachen
Beispiele:
Hülsenfrüchte blähen
frisches Brot bläht
2.
etw. füllig und prall machen, etw., sich aufblähen
Beispiele:
der Wind bläht die Segel
das Segel, der Rock, die Gardine blähte sich im Winde
ihre Nasenflügel blähten sich
geblähte Muskeln
Als ein Windhauch seinen Mantel blähte [Storm4,284]
die Amtszimmer, die ... von sich blähenden Vorhängen abgeschlossen sind [WerfelMusa Dagh119]
Die Bläser ... drücken schon Luft in die geblähten Wangen [WaggerlJahr76]
Da sieht man Schlangen hier und Nattern / Die giftgeschwollnen Bäuche blähn [SchillerKraniche]
3.
abwertend, übertragen sich blähensich großtun, aufblasen
Beispiele:
sich stolz blähen
Es ging ihm ... gut genug, um sich vor Stolz zu blähen [SeghersDie Toten6,316]
Der stumpfe Bursche bläht sich, / Das steife Mädchen dreht sich [GoetheMusensohn1,25]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blähen · aufblähen · Blähung
blähen Vb. ‘füllig und prall machen, auftreiben, Blähungen verursachen’. Das ehemals reduplizierende westgerm. Verb ahd. blāen ‘blasen, wehen (vom Winde), eine Flamme anfachen’ (10. Jh.; vgl. irblāen ‘aufblähen’, 8. Jh.), mhd. blæjen, blægen, blæwen, blæn ‘(auf)blähen’, mnl. blaeyen, afries. blīa, aengl. blāwan, engl. to blow ‘wehen, blasen’ führt wie verwandtes ↗blasen (s. d.) auf ie. *bhlē-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. ↗Ball), zu der wohl auch griech. phlēnaphā́n (φληναφᾶν) ‘unsinnig, unnütz schwatzen’ und phlḗnaphos (φλήναφος) ‘unnützes Geschwätz’ gehören; s. auch ↗Blatter. Lautlich und semantisch nahestehendes lat. flāre ‘blasen, wehen’ führt dagegen wohl auf eine Wurzelerweiterung ie. *bhlā-. aufblähen Vb. ‘füllig und prall machen, aufbauschen’, übertragen ‘sich großtun, aufblasen’, mhd. ūfblæjen. Blähung f. ‘übermäßige Gasbildung in Magen und Darm, Darmwind’, mhd. blæjunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Wind fahren lassen · Blähungen haben · blähen · flatulieren  ●  einen fahren lassen  ugs. · einen ziehen lassen  ugs. · ↗furzen  ugs. · ↗pupsen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Backe Ballon Bauch Brise Brust Fahne Gardine Hals Himmel Luft Luftzug Lunge Mantel Nasenflügel Nüstern Pferd Rock Segel Vorhang Wange Wind auf aufblähen bald blähen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blähen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Jahre vergingen, das Budget blähte sich auf von Insidern geschätzte fünf Millionen Dollar.
C't, 1996, Nr. 11
Dein Ego bläht sich weit und breit, und es widert mich an.
Der Tagesspiegel, 10.06.1999
Fährt nicht manchmal, in Minuten wie diesen, ein Sturm in die kleinen Handlungen, der sie bläht, daß sie dastehen, in Bronze gegossen?
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 423
Er ließ die Ohren spielen, blähte die Nüstern und blickte sehnsüchtig in die Weite.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 114
Die Segelfalten blähten sich hoch und knallten auf und nieder.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 49
Zitationshilfe
„blähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/blähen>, abgerufen am 21.05.2019.

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