biwakieren

GrammatikVerb · biwakierte, hat biwakiert
Aussprache
Worttrennungbi-wa-kie-ren
HerkunftFranzösisch
GrundformBiwak
eWDG, 1967

Bedeutung

Militär, Bergsport im Freien lagern
Beispiele:
Die Soldaten biwakierten auf einem Acker [BredelHeerstraßen272]
Sie kamen ... in die Nacht und mußten in etwa 8000 Meter Höhe biwakieren [Tageszeitung1954]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Biwak · biwakieren
Biwak n. ‘(behelfsmäßiges) Nachtlager im Freien’ (von Truppen, Bergsteigern), Entlehnung (um 1700, anfangs in frz. Schreibweise) von frz. bivouac ‘Nacht-, Feldwache’, dann auch ‘Feldlager’. Das Wort ist im Frz. seit Mitte des 17. Jhs. belegt und stammt vermutlich (durch flämische Söldner) aus nl. bijwacht, mnd. bīwacht(e) ‘besondere Wacht, Bewachung, Hilfswachtdienst’ (s. ↗Wacht, ↗wachen). Vgl. auch schweiz. Beiwacht ‘patrouillierende Wache von Bürgern’ (der regulären Stadtwache zur Verstärkung beigegeben), daher eigentlich ‘Hilfs-, Nachtwache’. biwakieren Vb. ‘im Freien lagern’ (Anfang 19. Jh.), aus gleichbed. (seit Ende 18. Jhs. belegtem) frz. bivouaquer, daher anfangs bivouaquieren, bivouakieren.

Thesaurus

Synonymgruppe
biwakieren · ↗campen · ↗kampieren · ↗lagern · ↗zelten  ●  ↗campieren  österr., schweiz.
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Assoziationen
  • Erdnagel · ↗Hering · Leinennagel · Seilnagel · Spannnagel · Zelthering · Zeltnagel · ↗Zeltpflock
  • (sich irgendwo) niedergelassen haben · (sich irgendwohin) gelegt haben  ●  ↗lagern (Person)  Hauptform · es sich gemütlich gemacht haben  ugs., ironisierend

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Notgedrungen biwakierten sie in den weichen Betten der umliegenden Hotels.
Die Zeit, 22.08.1969, Nr. 34
Schlechtes Wetter zwang die beiden, in 3600 Meter Höhe zu biwakieren.
Bild, 23.08.2004
Fahrertruppen hatten im Freien biwakiert, da unser Dorf gestopft voll ist.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 119
Aber er hatte doch in Niederdamme biwakieren wollen - wo blieb nur das Dorf?
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 940
Meine Leute hatten den Tag vorher hungernd biwakiert, waren diese Nacht marschiert und eben angelangt.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Zitationshilfe
„biwakieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/biwakieren>, abgerufen am 23.09.2019.

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