billigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbil-li-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›billigen‹ als Letztglied: ↗missbilligen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. gutheißen, für richtig erklären
Beispiele:
jmds. Entschluss, Haltung, Plan, Vorhaben, Anschauung billigen
etw. ganz und gar nicht, von ganzem Herzen billigen
ich billige deinen Schritt völlig
[er] betrachtet sein Werk mit ernstem, aber billigendem Auge [FalladaWolf1,451]
etw. genehmigen
Beispiele:
einen Vorschlag, Entwurf, Beschluss billigen
die Regierung billigt den Erlass
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

billig · unbillig · billigen · zubilligen · Billigung
billig Adj. ‘zu niedrigem Preis erhältlich, angemessen, gerechtfertigt’, ahd. billīh (11. Jh.), mhd. frühnhd. billich ‘angemessen, passend, gerecht’ hat Entsprechungen nur im nd.-nl. Bereich (mnd. billīk, billich, bilk, mnl. billijc, billic, bilc). Von hier aus scheint die sonst im Germ. nicht nachzuweisende Bildung mit dem unter ↗-lich (s. d.) besprochenen Ableitungssuffix ins Hd. vorgedrungen zu sein. Hier erfolgt im 17. Jh. formale Angleichung an die mit dem Suffix -ig gebildeten Adjektive. Für den Stamm bil-, der sich auch in mhd. unbil Adj. ‘ungemäß, ungerecht’ (substantiviert zu nhd. ↗Unbill, s. d.) und wahrscheinlich im zweiten Glied von ↗Weichbild (s. d.) findet (unklar ist der Zusammenhang mit ↗Bild, s. d.), ist wohl eine Bedeutung ‘angemessen, gerecht’ (nicht im juristischen Sinne, sondern als sittliches Urteil) anzunehmen; vgl. Foerste in: Festschr. Trier (1964) 126 f. Eine andere Erklärung bei Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 306, die sich der von Wolf in: Uppsala universitets årsskrift (1930) Bilaga B, 17 ff. vertretenen Deutung von bil- als ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’ anschließt. Verwandt ist vielleicht das Adjektiv aengl. bilewit ‘gnädig, milde, gleichmütig’ und außerhalb des Germ. mir. bil ‘gut’ (vgl. Pokorny 1, 153). Aus der Bedeutung ‘angemessen, gerechtfertigt’, die heute in der Paarformel recht und billig fortlebt, entwickelt sich über die Fügung billiger Preis ‘angemessener, dem Wert entsprechender Preis’ (17. Jh.) vom 18. Jh. an der bis dahin durch (nun zurücktretendes) wohlfeil ausgedrückte Sinn ‘preisgünstig’, aus dem auch Verwendungen wie ‘minderwertig’ oder ‘geistlos’ erwachsen. unbillig Adj. ‘unangemessen, nicht gerechtfertigt’, mhd. unbillich ‘unrecht, ungemäß, unnatürlich’, zu mhd. billich als Gegenwort gebildet (neben mhd. unbil ‘ungemäß, ungerecht’, s. oben); die Bedeutungsentwicklung des unpräfigierten Adjektivs bleibt ohne Einfluß, nhd. billig ‘preisgünstig’ korrespondiert vielmehr mit teuer. billigen Vb. ‘gutheißen, genehmigen’, mhd. billīchen ‘angemessen finden’, mnd. billīken, bilken ‘billigen’, reflexiv ‘angemessen sein’, nhd. bis ins 17. Jh. billichen, doch bereits im 16. Jh. häufig billigen. Dazu zubilligen Vb. ‘zugestehen’ (16. Jh.), mißbilligen Vb. (s. ↗miß-) sowie das Verbalsubstantiv Billigung f. ‘Zustimmung, Einverständnis’, mnd. billīkinge, bilkinge ‘Billigung, billige Schätzung’, nhd. Billichung, Billigung seit dem 16. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
akzeptieren · billigen · ↗goutieren · ↗gutheißen
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Erlaubnis erteilen · (die) Zustimmung geben · (einer Sache) seine Zustimmung erteilen · (seinen) Segen geben · ↗absegnen · billigen · ↗einwilligen · ↗erlauben · ↗genehmigen · in Kraft setzen · ↗zustimmen  ●  (sein) Okay geben  ugs. · (sein) Placet geben  geh. · ↗abnicken  ugs. · grünes Licht geben  ugs. · ↗verabschieden  fachspr.
Assoziationen
Antonyme
  • (seine) Zustimmung verweigern · nicht für richtig halten
Synonymgruppe
(sich) anschließen · (sich) einverstanden erklären · Ja sagen (zu) · Zustimmung signalisieren · ↗bedienen (Klischee, Vorurteil) · ↗beipflichten · ↗bestätigen · billigen · einer Meinung sein · ↗einiggehen · ↗einverstanden (sein) · ↗empfehlen · etwas gutheißen · im Einklang stehen · konform gehen (mit) · konformgehen (mit) · recht geben · ↗unterschreiben · ↗zustimmen · ↗übereinstimmen  ●  gleicher Meinung sein  Hauptform · bei jemandem sein  ugs. · jedes Wort unterschreiben können  ugs.
Assoziationen
  • (sich) aussprechen für · ↗befürworten · ↗begrüßen · ↗beistimmen · billigen · ↗gutheißen · ↗zustimmen  ●  ↗absegnen  ugs.
  • (sich) einig sein (in) · einer Meinung sein · einig gehen (in) · konform gehen (in)  ●  (eine) gemeinsame Marschrichtung haben  fig. · dieselbe Sprache sprechen  fig. · mit einer Stimme sprechen  fig.
  • (sich) überzeugen lassen · ↗akzeptieren · ↗annehmen · ↗einsehen · ↗erkennen · ↗verstehen  ●  ↗kapieren  ugs.
  • nicken · zustimmend den Kopf senken
  • (etwas ist) auch meine Meinung · der gleichen Meinung sein · derselben Ansicht sein · derselben Auffassung sein · derselben Meinung sein · dieselbe Meinung vertreten  ●  (jemandes) Meinung teilen  variabel · die Meinung teilen, dass  variabel · (etwas) auch so sehen  ugs., fig. · (etwas) genau so sehen  ugs., fig.
  • was hältst du davon? · wär' das in deinem Sinne? · würde dir das gefallen?  ●  wär das okay für dich?  ugs. · wär das was?  ugs., Hauptform
  • einvernehmlich · im Konsens · in gegenseitigem Einvernehmen · in gegenseitigem Einverständnis · ↗konsensual · übereinstimmend
  • (eine) Argumentation unterstützen · (etwas) argumentativ unterstützen · (etwas) genauso sehen · (sich) ähnlich äußern · genauso argumentieren · ↗nachlegen  ●  auf der gleichen Linie liegen (Argumente, Äußerungen ...)  fig. · in die gleiche Kerbe schlagen  fig. · in dieselbe Richtung gehen (Äußerung, Erklärung, Feststellung ...)  fig. · ins gleiche Horn stoßen  fig.
Synonymgruppe
(sich) aussprechen für · ↗befürworten · ↗begrüßen · ↗beistimmen · billigen · ↗gutheißen · ↗zustimmen  ●  ↗absegnen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufsichtsrat Bundeskabinett Bundesrat Bundestag EU-Kommission Enthaltung Entwurf Gegenstimme Gesetz Gesetzentwurf Hauptversammlung Kabinett Lesung Mehrheit Ministerrat Mittwoch Nationalrat Nationalversammlung Parlament Parteitag Repräsentantenhaus Resolution Senat Stimme Ständerat Unterhaus Vorlage Vorschlag einstimmig zubilligen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›billigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Regierung wird die grundsätzlich richtige sicherheitspolitische Analyse der VPR billigen.
Süddeutsche Zeitung, 26.04.2003
Es hat in der Geschichte durchaus Nationen gegeben, deren Verhalten vom Rest der Welt nicht gebilligt wurde.
Der Spiegel, 10.02.1986
Nachdem Otto aber vom Vater designiert worden war, billigte der Adel die Entscheidung.
Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7189
Das Parlament aber habe damals lieber ein schon erlassenes Gesetz gebilligt als es zuvor selbst zu erlassen.
Die Zeit, 06.03.1959, Nr. 10
Daß der Monarch dazu eine Stellung zu gewinnen suchte, war nur zu billigen.
Weber, Max: Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1918], S. 183
Zitationshilfe
„billigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/billigen>, abgerufen am 26.04.2019.

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