bezahlen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-zah-len
Wortbildung mit ›bezahlen‹ als Erstglied: ↗Bezahlfernsehen · ↗Bezahlsender · ↗Bezahlung · ↗bezahlbar
 ·  mit ›bezahlen‹ als Letztglied: ↗abbezahlen · ↗ausbezahlen · ↗einbezahlen · ↗mitbezahlen · ↗unterbezahlen · ↗vorausbezahlen · ↗vorbezahlen · ↗zurückbezahlen · ↗überbezahlen
 ·  formal verwandt mit: ↗unbezahlt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
den Gegenwert (in Geld) zahlen
a)
für eine Ware und sie dadurch als Eigentum erwerben
Beispiele:
eine Ware hoch, niedrig, unter dem Preis, (in) bar, (zu) teuer, im voraus, nach Stück bezahlen
etw. mit Geld, mit einer anderen Ware bezahlen
bildlich
Beispiele:
etw. ist nicht mit Geld, Gold zu bezahlen
etw. in deutscher, ausländischer Währung, durch (einen), mit (einem) Scheck, durch eine Postanweisung, in Raten bezahlen
alles auf einmal bezahlen
umgangssprachlich alles aus eigener Tasche bezahlen
jmd. muss noch, kann nicht sofort bezahlen
jmdm. seine Ware pünktlich bezahlen
den Transport, die Zeche, Fahrkarte bezahlen
ich habe das noch nicht bezahlt bekommen!
b)
für eine geleistete Arbeit
Beispiele:
jmds. Mühe, Näharbeit bezahlen
seine nebenberufliche Tätigkeit, Stellung wurde gut, hoch, schlecht bezahlt
umgangssprachlich du redest, läufst, als ob du es bezahlt bekommst (= du redest, läufst sehr schnell)
c)
für eine bestimmte Arbeitszeit
Beispiele:
Überstunden bezahlen
bezahlter Urlaub
in arbeitslosen Wochen und in bezahlten [SeghersDie Toten6,72]
2.
jmdn. bezahlenjmdm. für etw. Geld zahlen, jmdn. entlohnen
Beispiel:
jmdn. für seine Arbeit, nach Leistung, unter Tarif bezahlen
3.
eine Geldsumme als Gegenwert zahlen
Beispiele:
(viel) Geld, zehn Euro (für etw., an jmdn.) bezahlen
einen hohen, kleinen Betrag, eine hohe, niedrige, angemessene Summe (Geldes) bezahlen
umgangssprachlich er brauchte keinen Cent zu bezahlen
einen unverhältnismäßig hohen Preis, höchste Preise bezahlen
4.
eine geldliche Schuld durch Zahlen der entsprechenden Geldsumme tilgen
Beispiele:
die Schulden, Steuern, Gebühren bezahlen
die Rechnung, den Beitrag bezahlen
Miete, Strafe, Zoll bezahlen
jmdm. seinen Lohn, das Gehalt bezahlen
5.
umgangssprachlich etw. macht sich bezahltetw. lohnt sich
Beispiel:
die Mühe, der Aufwand, die Anschaffung macht sich bezahlt
6.
etw. bezahlenfür etw. büßen
Beispiele:
etw. teuer bezahlen müssen (= schwer büßen müssen)
etw., seinen Leichtsinn, seine Unvorsichtigkeit mit dem Leben, der Gesundheit, dem Tod, mit großen Schmerzen bezahlen
etw. mit Verlusten, Konzessionen bezahlen
ein Vergehen bezahlen müssen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zahl · zahlen · Zahlung · abzahlen · anzahlen · auszahlen · einzahlen · bezahlen · zahlbar · Anzahl · Zahlwort
Zahl f. ‘der Mengenbestimmung dienende, durch Zählen gewonnene Größe, Ziffer, Zahlzeichen, Anzahl, Menge, Numerus’, ahd. zala (8. Jh.), mhd. zal(e) ‘Zahl, Anzahl, Aufzählung, Erzählung, Rede’, asächs. tala, mnd. tal ‘Zahl, Anzahl, Zählung, Rechnung’, tāle ‘Sprache, Rede, Darlegung’, mnl. tāle ‘Erzählung, Rede, Sprache’, nl. taal ‘Rede, Sprache’, aengl. talu ‘Erzählung, Rede, Vortrag vor Gericht, Berechnung, Reihe’, engl. tale ‘Erzählung, Märchen, Sage’, anord. tala ‘Zahl, Zählung, Rechnung, Rede’ (germ. *talō), daneben die Neutra asächs. tal ‘Zahl, Reihe’, aengl. tæl ‘Zahl’, anord. tal ‘Zahl, Berechnung, Unterredung’, schwed. tal ‘Zahl, Rede’ (germ. *tala-); vgl. auch verwandtes got. talzjan ‘lehren’. Herkunft ungeklärt. Man nimmt Verwandtschaft mit griech. dólos (δόλος) ‘Köder, Lockmittel, Trug, List’, lat. dolus ‘List, Täuschung, Betrug’ an, wozu sich dehnstufig ahd. zāla ‘Not, Bedrängnis, Gefahr’ (8. Jh.), aengl. tǣl ‘Tadel, Spott’, anord. tāl ‘List, Betrug’ stellen würden, so daß von einer Wurzel ie. *del- ‘zielen, berechnen, nachstellen, listig schädigen, zählen, erzählen’ ausgegangen werden könnte. Andere halten Verwandtschaft mit der unter ↗Zoll (s. d.) behandelten Wortgruppe für möglich, knüpfen also an die Wurzel ie. *del(ə)- ‘spalten, schnitzen, kunstvoll behauen’ an. Die Bedeutungen ‘Zahl, das Zählen’ und ‘Aufzählung, Erzählung, Rede, Sprache’ hätten sich dann in vorliterarischer Zeit aus ‘eingekerbtes Merkzeichen’ entwickelt. zahlen Vb. ‘bezahlen, eine Schuld tilgen, vergüten’, ahd. zalōn ‘zählen, berechnen, überdenken’ (um 1000), mhd. zalen, zaln ‘zählen, berechnen, aufzählen, berichten, erzählen’, asächs. talon ‘berechnen’, mnd. mnl. tālen ‘zählen, erzählen, bezahlen’, aengl. talian ‘zählen, rechnen, bedenken, schätzen, achten, erzählen, zuschreiben’, anord. tala ‘reden, sprechen’; vom Substantiv abgeleitet. Zahlung f. ‘das Zahlen, gezahlter Betrag’ (15. Jh.). abzahlen Vb. ‘eine Schuld (allmählich in Raten) abtragen’, mhd. abezal(e)n. anzahlen Vb. ‘einen Teilbetrag zahlen’, spätmhd. anzalen. auszahlen Vb. ‘eine bestimmte Menge Bargeld geben, entlohnen’ (15. Jh.). einzahlen Vb. ‘in eine Kasse, in ein Guthaben zahlen, zur Weiterbeförderung einliefern’ (19. Jh.). bezahlen Vb. ‘den Gegenwert aufbringen, Geld aushändigen, begleichen, aufkommen für, die Folgen tragen’, mhd. bezaln ‘überzählen, berechnen, erkaufen, erwerben, bezahlen’. zahlbar Adj. ‘fällig, zu zahlen’ (18. Jh.). Anzahl f. ‘gewisse Menge, bestimmte Stückzahl’, spätmhd. anzal ‘der dem einzelnen zufallende Teil, Verhältnis’. Zahlwort n. Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von ↗Numerale (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Geld) zurückgeben · ↗abgelten · ↗ausgleichen · ↗begleichen · bezahlen · ↗erstatten · ↗rückvergüten · ↗zurückbezahlen · ↗zurückzahlen  ●  ↗retournieren  österr.
Assoziationen
  • Trassant · Wechselgeber
Ökonomie
Synonymgruppe
(Schaden) regulieren · (die) Zeche zahlen (für) · Geld in die Hand nehmen (journal., polit.) · ↗abführen (Steuern) · ↗aufkommen (für) · ↗ausgeben · ↗begleichen (Rechnung) · ↗bestreiten (Geldbetrag) · ↗entrichten · ↗verausgaben (Verwaltungsdeutsch) · zahlen  ●  bezahlen  Hauptform · ↗(die finanziellen Lasten) tragen  geh. · ↗(etwas) springen lassen  ugs. · ↗abdrücken  ugs. · ablatzen  ugs. · auf den Tisch blättern  ugs. · ↗berappen  ugs. · ↗blechen  ugs. · geben für  ugs. · ↗hinblättern  ugs. · in die Tasche greifen  ugs., fig. · latzen  ugs. · ↗lockermachen (Geldbetrag)  ugs. · ↗löhnen  ugs. · ↗prästieren  geh., lat. · ↗raushauen  ugs. · rauspfeifen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Ökonomie
Synonymgruppe
bestreiten · bezahlen · ↗finanzieren
Unterbegriffe
  • teilfinanzieren · zum Teil finanzieren
Synonymgruppe
(Rechnung) begleichen · (Rechnung) bezahlen · ↗(Rechnung) liquidieren · ↗saldieren
Assoziationen
Synonymgruppe
(Lohn) ausbezahlen · ↗(Lohn) auszahlen · ↗abgelten · ↗besolden · bezahlen · ↗entgelten · ↗entlohnen · ↗entschädigen · ↗löhnen · ↗vergelten · ↗vergüten  ●  ↗entlöhnen  schweiz.
Assoziationen
Synonymgruppe
(alles) bezahlen (dürfen / müssen) · (die) Rechnung präsentiert bekommen · (die) Zeche zahlen (müssen) · ↗aufkommen (müssen für) · zur Kasse gebeten werden  ●  (eine Sache) in Ordnung bringen  ugs., fig. · (es heißt) Zahlemann und Söhne (für jemanden)  ugs., variabel
Assoziationen
  • die Konsequenzen tragen (müssen)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen für)  fig. · (etwas) ausbaden (müssen)  ugs. · (für etwas) bluten (müssen)  ugs., fig. · die Suppe auslöffeln (müssen)  ugs., fig. · die Zeche zahlen (müssen)  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bar DM Dollar Eintritt Euro Gebühr Gehalt Geld Geldstrafe Kasse Kosten Krankenkasse Kreditkarte Kunde Leistung Mark Miete Preis Rechnung Schuld Steuer Tarif Tasche Zeche Zins dafür künftig mehr selbst teuer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bezahlen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer in der Datenbank recherchieren will, muss dafür 1.200 Euro im Jahr bezahlen.
Die Zeit, 10.06.2013, Nr. 24
Wer mindestens 1 Jahr in China wohnt, muß Steuer für inländisches wie für ausländisches Einkommen bezahlen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1980]
Übrigens erhielt er niemals irgendeine finanzielle Unterstützung; alle Ausgaben, die seine Arbeit verursachte, bezahlte er von seinem sehr bescheidenen Gehalt.
Karpeles, Maud: Sharp. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 3598
Jeder soll arbeiten nach seinen Fähigkeiten und bezahlt werden nach der geleisteten Arbeit.
Gitermann, Valentin: Die Russische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 6657
Und was nicht stimmt, braucht man auch nicht zu bezahlen.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 256
Zitationshilfe
„bezahlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bezahlen>, abgerufen am 22.07.2019.

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