bewerben

GrammatikVerb · reflexivbewirbt sich, bewarb sich, hat sich beworben
Aussprache
Worttrennungbe-wer-ben
Grundformwerben
Wortbildung mit ›bewerben‹ als Erstglied: ↗Bewerber · ↗Bewerbung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich um etw. bewerbensich (durch ein Gesuch) bemühen, etw., besonders eine bestimmte Anstellung, zu erhalten
Beispiele:
sich um eine Stellung, einen Posten, ein Amt bewerben
er hat sich um die Stelle eines Buchhalters beworben
sie bewarb sich schriftlich (um eine Arbeitsstelle) bei der Bahn, Post
bewerben wollen sich nur Kräfte mit langjähriger Berufserfahrung, besten Referenzen
es hatten sich bereits mehrere Interessenten um die Wohnung beworben
die Handwerker, Kaufleute brauchten sich nicht um Arbeitsaufträge, Lieferaufträge zu bewerben
sich um jmds. Gunst, Freundschaft bewerben
Um das alte Eisen des Wrackes bewarb sich als Käufer der ... Schmied [DreyerGestrandet44]
der erste Bildhauer der Stadt ... bewirbt sich um die Ehre, eine Statuette von ihm machen zu dürfen [St. ZweigBalzac356]
2.
Beispiel:
sich um ein Mädchen, um ihre Hand bewerben (= um die Hand eines Mädchens anhalten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werben · Werbung · bewerben · erwerben · Erwerb
werben Vb. ‘jmdn. zu gewinnen suchen, Reklame machen’. Das stark flektierende gemeingerm. Verb ahd. (h)werban ‘sich drehen, wenden, umkehren, einhergehen, sich bemühen’ (8. Jh.), mhd. werben, werven ‘bewegen, drehen, sich bemühen, tätig sein, sich bewerben, ausrichten, betreiben’, asächs. hwerƀan ‘hin und her gehen, wandeln, sich wohin wenden’, mnd. werven, warven ‘sich drehen, tätig sein, betreiben, ausrichten, vollführen’, mnl. werven, warven ‘drehen, entstehen, zunehmen, bewirken, tun, anwerben’, nl. werven, aengl. hweorfan ‘drehen, wenden’, anord. hverfa ‘sich wenden, gehen, fahren’, schwed. värva ‘(an)werben’, got. ƕaírban ‘wandeln’ (germ. *hwerban) läßt sich vielleicht mit aind. śū́rpam ‘Getreideschwinge, Korb zum Worfeln des Getreides’, griech. karpós (καρπός) ‘Handwurzel’, kýrbis (κύρβις) ‘drehbarer Pfeiler mit Gesetzestafeln’ vergleichen und auf ie. *ku̯erp- ‘sich drehen’ zurückführen (s. auch ↗Werft und ↗Wirbel). Bei der Bedeutungsentwicklung ist von ‘(sich) drehen’ auszugehen, das über ‘sich hin und her bewegen, geschäftig sein’ bereits früh die noch heute üblichen Verwendungen ‘sich um etw., jmdn. bemühen, zu erreichen, erlangen suchen, jmdn. für einen Dienst, eine Arbeit, ein Amt gewinnen wollen’ entwickelt; vgl. ‘Soldaten anwerben’ (17. Jh.), ‘Reklame machen’ (Ende 19. Jh.). Werbung f. ‘Bemühung um die Gunst einer Person, militärische Anwerbung, Propaganda’, mhd. werbunge ‘Wirbel, Umkreis, Kreislauf, das Tun, Tätigkeit’; in der Bedeutung ‘kaufmännische Anpreisung’ (Anfang 20. Jh.) älteres Reklame ablösend. bewerben Vb. reflexiv ‘sich (um eine Stelle) bemühen’, ahd. bi(h)werban ‘vollbringen, sich bemühen, vermeiden, umgehen’ (8. Jh.), mhd. bewerben ‘erwerben, anwerben’. erwerben Vb. ‘erlangen, in den Besitz von etw. kommen’, ahd. ir(h)werban ‘durch Bemühung erlangen’ (8. Jh.), mhd. erwerben ‘durch tätiges Handeln zu Ende bringen, ausrichten, erlangen, gewinnen’. Erwerb m. ‘Anschaffung, Kauf, Verdienst, Beruf’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Werbetrommel rühren · Publicity machen für · Werbung machen · ↗anpreisen · bewerben · ↗promoten · ↗propagieren · ↗umwerben · werben  ●  ↗hochhalten  fig. · Rummel machen um  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(mit jemandem) konkurrieren · ↗(sich) anbieten · (sich) aufstellen lassen · (sich) bewerben · (sich) zur Wahl stellen · ↗antreten · aufgestellt werden · ↗kandidieren  ●  (seinen) Hut in den Ring werfen  fig. · ↗aspirieren  österr. · ↗(sich) andienen  geh.
Assoziationen
  • an den Start gehen (Rennen) · ins Rennen gehen
Synonymgruppe
(die) Werbetrommel rühren · (ein Produkt) bewerben · Reklame machen · Werbung machen (für) · werben für
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Stellenanzeigen abklappern · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungs-Schönsprech) · (sich) bewerben · (sich) etwas Neues suchen · Bewerbung schreiben · ↗arbeitssuchend (sein) (lebenslauftypische Floskel) · auf Jobsuche (sein) · auf Stellensuche (sein) · im Bewerbungsmarathon (sein)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amt Amtszeit Ausbildungsplatz Ausrichtung Ausschreibung Austragung Bundestagsmandat Direktmandat Interessent Interessente Job Kandidat Konsortium Lizenz Mandat Mitgliedschaft Nachfolge Post Präsidentenamt Präsidentschaft Sitz Sommerspiel Staatsamt Stelle Stipendium Studienplatz Wahlkreis Winterspiel bis erneut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bewerben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kann sogar sagen, dass es sich nur reiche Städte leisten können, sich nicht um die Spiele zu bewerben.
Die Welt, 17.05.2004
Insgesamt bewarben sich in diesem Jahr 148 Teilnehmer mit zusammen 67 Arbeiten.
Der Tagesspiegel, 15.03.2004
Er bewarb sich so dringend um unser Haus, daß er es nun erhalten soll.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1947. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1947], S. 450
Hiermit bewerbe ich mich um die von Ihnen ausgeschriebene Stelle.
Martin, Hans: Darf ich mir erlauben ...?, Stuttgart: Hädecke 1935, S. 91
Ich wünschte nicht weniger, als er möge sich weg bewerben.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7092
Zitationshilfe
„bewerben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bewerben>, abgerufen am 22.04.2019.

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