beurkunden

GrammatikVerb · beurkundete, hat beurkundet
Aussprache
Worttrennungbe-ur-kun-den
GrundformUrkunde
Wortbildung mit ›beurkunden‹ als Erstglied: ↗Beurkundung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Jura etw. urkundlich festhalten
Beispiele:
etw. in den Akten beurkunden
Geburten und Todesfälle müssen vom Standesamt beurkundet werden
die Grundstücksverträge wurden an Ort und Stelle beurkundet
der Text aller beurkundeten Rechtsgeschäfte muss klar und deutlich geschrieben sein
2.
veraltet etw. bezeugen, offenbaren
Beispiele:
seine Gesinnung, sein Talent beurkunden
sich beurkunden
sich zeigen
Beispiel:
dieser Egoismus beurkundet sich auch im Tanze der heutigen Gesellschaft [Heine6,297]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Urkunde · beurkunden · urkundlich
Urkunde f. ‘rechtskräftiges amtliches Schriftstück, Dokument, Beweisstück’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Substantiv ahd. urkundī f. (8. Jh.), überwiegend urkundi n. (um 800) ‘Zeugnis, Bezeugung, Anzeichen’, mhd. urkünde, urkunde n. f. ‘(schriftliches) Zeugnis, Beweis, Bekundung, Kennzeichen, (An)zeichen’, mnd. ōrkunde, mnl. o(o)rconde, nl. oorkonde steht neben dem unter ↗erkennen (s. d.) behandelten Verb, so daß von einer Bedeutung ‘(Er)kenntnis’ auszugehen ist; aus rechtssprachlichem Gebrauch ‘Beweis, Zeugnis’ entwickelt sich der heute übliche Sinn (15. Jh.). beurkunden Vb. ‘durch eine Urkunde bestätigen, beglaubigen’, mhd. beurkunden, für älteres ahd. urkunden (8. Jh.), urkundōn (9. Jh.), mhd. urkünden, urkunden ‘bezeugen, einen richterlichen Ausspruch urkundlich mitteilen’. urkundlich Adj. ‘durch ein Urkunde bezeugt, beglaubigt, dokumentarisch’ (16. Jh.), zuvor bereits ahd. urkundlīhho Adv. ‘zuverlässig bezeugt’ (10. Jh.); vgl. mhd. urkundic.

Thesaurus

Synonymgruppe
beglaubigen · beurkunden · für echt befinden
Synonymgruppe
akkreditieren · ↗authentisieren · ↗beglaubigen · ↗bestätigen · beurkunden · ↗bevollmächtigen · ↗quittieren · ↗verbriefen · ↗verbürgen  ●  ↗bewahrheiten  veraltet · ↗vidieren  österr. · ↗testieren  geh., lat. · ↗vidimieren  geh. · ↗zertifizieren  geh., lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eheschließung Ehevertrag Geburt Grundstückskaufvertrag Grundstücksverkauf Kanzlei Kauf Kaufvertrag Notar Personenstandsbuch Schenkung Schenkungsvertrag Standesamt Standesbeamte Sterbefall Testament Unterschrift Vereinbarung Verkauf Versicherung Vertrag Vollmacht Vorname Wahlversprechen beglaubigen notariell vornehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beurkunden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gleichzeitig beurkundet er, was man im Personenstandswesen nur beurkunden kann.
Die Zeit, 22.11.2010, Nr. 47
Der Verkauf war zwar notariell beurkundet, doch der Grundbucheintrag nicht beantragt worden.
Süddeutsche Zeitung, 23.01.1998
So muß ein Grundstückskaufvertrag und ein Schenkungsvertrag - ohne Rücksicht auf den Wert -, um gültig zu sein, gerichtlich oder notariell beurkundet sein.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 19
Die etwa erforderliche Zustimmung des gesetzlichen Vertreters zu einer solchen Erklärung kann auch von den Standesbeamten beglaubigt oder beurkundet werden.
o. A.: Personenstandsgesetz. In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998
Die etwa erforderliche Zustimmung des gesetzlichen Vertreters zu einer solchen Erklärung kann auch von den Standesbeamten beglaubigt oder beurkundet werden.
o. A.: Personenstandsgesetz (PStG). In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997
Zitationshilfe
„beurkunden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/beurkunden>, abgerufen am 19.06.2019.

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