betrüblich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-trüb-lich (computergeneriert)
Wortzerlegungbetrüben-lich
Wortbildung mit ›betrüblich‹ als Erstglied: ↗betrüblicherweise
eWDG, 1967

Bedeutung

traurig (machend)
Beispiele:
es sieht betrüblich in der Welt aus
er hat betrübliche Erfahrungen gemacht
die Ruinen bieten einen betrüblichen Anblick
wenn sie [die Nachricht] nicht allzu betrüblich klingt [HeyseIII 4,262]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trübe · trüben · Trübsinn · trübsinnig · Trübsal · trübselig · betrüben · betrüblich
trübe Adj. ‘undurchsichtig, nicht klar, nicht hell, freudlos’. Das westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. truobi ‘dunkel, undurchsichtig, getrübt, betrübt, verwirrt’ (8. Jh.), mhd. trüebe ‘lichtlos, glanzlos, düster, finster, traurig, bekümmert’, asächs. drōƀi ‘trübe, betrübt’, mnd. drȫve ‘betrübt, traurig’, mnl. droeve, nl. droef ‘betrübt, düster, dunkel, unklar, unverständlich’, aengl. drōf ‘unruhig, in Verwirrung, schmutzig, schlammig’ (germ. *drōbi-) ist verwandt mit den unter ↗Treber angeführten germ. und außergerm. Formen und stellt sich mit diesen zu ie. *dherəbh-, *dhrāb-, *dhrəbh-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch von trüben Farbtönen. Ausgehend von ‘aufgewühlt’ (von Gewässern), ‘unklar, schlammig’, entwickeln sich bereits im Ahd. die übertragenen Bedeutungen ‘unklar, nicht oder kaum durchsichtig’ und (seelisch, geistig) ‘verwirrt, unruhig, verstört’. trüben Vb. ‘trübe, dunkler machen, beeinträchtigen, stören’, ahd. truoben ‘Bodensatz aufwühlen, Wasser verunreinigen, verwirren, beunruhigen, erschüttern’ (8. Jh.), mhd. trüeben, truoben ‘trübe machen, beunruhigen, verwirren’, reflexiv ‘sich betrüben’, aengl. drēfan ‘betrüben, erregen, beunruhigen’, got. drōbjan ‘trüben, irre machen’. Daneben steht intransitives ahd. truobēn ‘betrübt, dunkel werden’ (9. Jh.), mhd. truoben ‘trübe sein oder werden, traurig werden’, asächs. drōƀian ‘betrübt werden, zurückschrecken’, got. drōbnan ‘unruhig werden’. Im Nhd. wird das intransitive Verb aufgegeben und durch reflexives sich trüben ersetzt. Übertragener Gebrauch ist in den frühesten Zeugnissen bereits voll ausgebildet. Trübsinn m. ‘schwermütige, melancholische Gemütsverfassung’ und trübsinnig Adj. ‘schwermütig, hoffnungs- und mutlos, pessimistisch’ (beide Mitte 18. Jh.). Trübsal f. ‘Traurigkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit’, ahd. truobisal n. m. (11. Jh.), mhd. trüebesal n. m. f. ‘Undurchsichtigkeit, Finsternis, Drangsal, Plage, Traurigkeit, Betrübnis’, bis ins 19. Jh. mit schwankendem Genus; zum Ableitungssuffix s. ↗-sal, ↗-sel. trübselig Adj. ‘mit Ungemach, Bedrängnis behaftet, traurig, mutlos’ (16. Jh.), besonders in neuerer Sprache ‘armselig, kümmerlich’; voraus geht Trübseligkeit f. (15. Jh.). betrüben Vb. ‘traurig machen’, ahd. bitruoben ‘verderben’ (Hs. 13. Jh.), mhd. betrüeben ‘trübe machen, verdunkeln, betrüben, heimsuchen’. betrüblich Adj. ‘traurig machend, Bedauern hervorrufend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
armselig · betrüblich · ↗kümmerlich · ↗ärmlich  ●  ↗billig  ugs. · ↗schwach  ugs. · ↗traurig  ugs.
Synonymgruppe
bedauerlich · ↗bedauernswert · ↗beklagenswert · ↗deplorabel · ↗desolat · ein Jammer (sein) · ↗jammerschade  ●  betrüblich  geh. · ↗schade  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussicht Befund Bilanz Diagnose Einsicht Ereignis Erfahrung Erkenntnis Faktum Fazit Feststellung Kapitel Mangel Meldung Mitteilung Nachricht Resultat Schauspiel Tatsache Umstand Vorgang Zeugnis Zustand beschämend besonders eher höchst stimmen unbegreiflich äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betrüblich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht weniger betrüblich ist es auch um die sprachliche Situation in beiden Ländern bestellt.
Die Welt, 03.01.2003
Betrüblich ist, daß diese Handlung mit rein gedanklicher Symbolik überladen wurde, anstatt sie mit filmischen Mitteln anschaulich zu machen.
Die Zeit, 01.01.1951, Nr. 01
Er trauert über die betrübliche Tatsache, daß Politiker nicht besser miteinander umgehen können.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 127
Für Ungarn betrüblicher sei aber durchaus unterschiedliche westliche Haltung zur ungarischen Politik.
Nr. 41: Gespräch Seiters mit Horváth vom 19. September 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 6262
Ob sein Kommen diesen betrüblichen Wandel verursacht hätte, fragte der Graf mit zuckendem Mund.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 305
Zitationshilfe
„betrüblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/betrüblich>, abgerufen am 17.06.2019.

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