betrüben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-trü-ben
Grundformtrüben
Wortbildung mit ›betrüben‹ als Erstglied: ↗Betrübnis · ↗Betrübung · ↗betrüblich
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn. traurig stimmen
Beispiele:
die Nachricht, sein Brief, Misstrauen, Ungehorsam, seine Herzlosigkeit betrübt mich sehr
das ist ein betrübender Gedanke
oft im Part. Prät.
Beispiele:
ein betrübtes Gesicht machen
eine betrübte Miene aufsetzen
er war über den Verlust sehr betrübt
sie blickte betrübt, sah betrübt drein
veraltet betrüblich
Beispiel:
nach all den armseligen und betrübten Kriegszeiten, die hinter uns liegen [le FortPapst192]
veraltend sich betrübentraurig werden
Beispiel:
worauf ich mein Werk triumphierend der Mutter zutrug, die sich sehr betrübte [CarossaKindheit50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trübe · trüben · Trübsinn · trübsinnig · Trübsal · trübselig · betrüben · betrüblich
trübe Adj. ‘undurchsichtig, nicht klar, nicht hell, freudlos’. Das westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. truobi ‘dunkel, undurchsichtig, getrübt, betrübt, verwirrt’ (8. Jh.), mhd. trüebe ‘lichtlos, glanzlos, düster, finster, traurig, bekümmert’, asächs. drōƀi ‘trübe, betrübt’, mnd. drȫve ‘betrübt, traurig’, mnl. droeve, nl. droef ‘betrübt, düster, dunkel, unklar, unverständlich’, aengl. drōf ‘unruhig, in Verwirrung, schmutzig, schlammig’ (germ. *drōbi-) ist verwandt mit den unter ↗Treber angeführten germ. und außergerm. Formen und stellt sich mit diesen zu ie. *dherəbh-, *dhrāb-, *dhrəbh-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch von trüben Farbtönen. Ausgehend von ‘aufgewühlt’ (von Gewässern), ‘unklar, schlammig’, entwickeln sich bereits im Ahd. die übertragenen Bedeutungen ‘unklar, nicht oder kaum durchsichtig’ und (seelisch, geistig) ‘verwirrt, unruhig, verstört’. trüben Vb. ‘trübe, dunkler machen, beeinträchtigen, stören’, ahd. truoben ‘Bodensatz aufwühlen, Wasser verunreinigen, verwirren, beunruhigen, erschüttern’ (8. Jh.), mhd. trüeben, truoben ‘trübe machen, beunruhigen, verwirren’, reflexiv ‘sich betrüben’, aengl. drēfan ‘betrüben, erregen, beunruhigen’, got. drōbjan ‘trüben, irre machen’. Daneben steht intransitives ahd. truobēn ‘betrübt, dunkel werden’ (9. Jh.), mhd. truoben ‘trübe sein oder werden, traurig werden’, asächs. drōƀian ‘betrübt werden, zurückschrecken’, got. drōbnan ‘unruhig werden’. Im Nhd. wird das intransitive Verb aufgegeben und durch reflexives sich trüben ersetzt. Übertragener Gebrauch ist in den frühesten Zeugnissen bereits voll ausgebildet. Trübsinn m. ‘schwermütige, melancholische Gemütsverfassung’ und trübsinnig Adj. ‘schwermütig, hoffnungs- und mutlos, pessimistisch’ (beide Mitte 18. Jh.). Trübsal f. ‘Traurigkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit’, ahd. truobisal n. m. (11. Jh.), mhd. trüebesal n. m. f. ‘Undurchsichtigkeit, Finsternis, Drangsal, Plage, Traurigkeit, Betrübnis’, bis ins 19. Jh. mit schwankendem Genus; zum Ableitungssuffix s. ↗-sal, ↗-sel. trübselig Adj. ‘mit Ungemach, Bedrängnis behaftet, traurig, mutlos’ (16. Jh.), besonders in neuerer Sprache ‘armselig, kümmerlich’; voraus geht Trübseligkeit f. (15. Jh.). betrüben Vb. ‘traurig machen’, ahd. bitruoben ‘verderben’ (Hs. 13. Jh.), mhd. betrüeben ‘trübe machen, verdunkeln, betrüben, heimsuchen’. betrüblich Adj. ‘traurig machend, Bedauern hervorrufend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bedrücken · betrüben · ↗deprimieren · ↗desillusionieren · einen (seelischen) Tiefschlag versetzen · ↗grämen · traurig stimmen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anblick Gegenteil Herz Nachricht Schicksal Seele Stimmung Tod besonders betrüben darüber du enttäuschen erregen himmelhoch ich schockieren sehr sichtlich sonderlich tief wenig zutiefst überraschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›betrüben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als ich zu Hause ankam, war mein Vater betrübt, mich verschreckt zu haben.
Der Tagesspiegel, 23.12.2000
Wie alle war auch ich über ihren Tod tief betrübt.
Bild, 12.09.1997
Meine Frau sprach gerade tief betrübt über die Trennung von den Kindern.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 152
Um keinen Preis der Welt möchte ich Sie betrüben oder gar beleidigen.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 35
Ich sitze auf dem Rande eines Brunnens und bin sehr betrübt, weine fast.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 306
Zitationshilfe
„betrüben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/betrüben>, abgerufen am 21.10.2019.

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