bestechen

GrammatikVerb · besticht, bestach, hat bestochen
Aussprache
Worttrennungbe-ste-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungbe-stechen
Wortbildung mit ›bestechen‹ als Erstglied: ↗bestechbar
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. durch Geschenke zum Amtsmissbrauch verleiten
Beispiele:
den Gefängniswärter, den Polizisten mit Geld bestechen
er versuchte vergeblich, den Beamten zu bestechen
die Zeugen waren offenbar bestochen worden
sich bestechen lassen
er war leicht, nicht zu bestechen
2.
jmdn. für sich gewinnen
Beispiele:
ihr Äußeres, ihre Freundlichkeit hat mich bestochen
Seine geweckten Züge und die stramme Haltung bestachen den ehemaligen Offizier [PolenzBüttnerbauer1,211]
Es ist unglaublich, wie leicht selbst Scharfsichtige ... durch Manieren und gefälliges Komödienspiel bestochen (= getäuscht) werden können [FontaneII 2,276]
durch etw. einen günstigen Eindruck machen, eine große Wirkung erzielen
Beispiele:
der Schauspieler besticht durch die Eindringlichkeit seiner Darstellung
das Kleid besticht durch seine schlichte Eleganz
häufig im Part. Präs.
bestechendgewinnend
Beispiele:
ein bestechendes Lächeln
er war von bestechender Liebenswürdigkeit
seine Art hat etwas Bestechendes
glänzend
Beispiele:
ein bestechendes Angebot
der Sportler war in bestechender Form
ein bestechender Aufsatz
eine bestechende (= überzeugende) Logik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bestechen · Bestechung · bestechlich
bestechen Vb. ‘durch Geschenke zu einer unerlaubten Handlung verleiten’. Die Präfixbildung frühnhd. bestechen (eigentlich ‘in oder um etw. stechen’; s. ↗stechen) bedeutet als Fachwort der Bergmannssprache ‘durch Stechen prüfen, untersuchen’. Vermutlich daraus entwickelt sich (15. Jh.) der noch heute gültige Sinn, obwohl der Übertragungsvorgang nicht sicher zu deuten ist. Die Vorstellung des Bestechens durch angenehmes Aussehen, überzeugende Worte u. dgl. führt (18. Jh.) zu ‘für sich einnehmen, einen gewinnenden Eindruck machen’. Bestechung f. (1. Hälfte 16. Jh.); bestechlich Adj. ‘der Bestechung zugänglich, käuflich’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bestechen · ↗korrumpieren  ●  ↗schmieren  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bestechen (mit) · ↗brillieren (mit) · ↗glänzen (mit) · ↗herausragen · ↗herausstechen · ↗herausstehen · ↗herausstrecken · ↗hervorstehen · ↗vorstehen  ●  ↗trumpfen  geh.
Assoziationen
  • thronen · wie auf einem Thron sitzen
Synonymgruppe
(ein) Statussymbol (sein) · (eine) (beeindruckende) Persönlichkeit sein · (eine) Ausnahmeerscheinung (sein) · ↗(etwas) hermachen · (jemand) von Format · (jemandem) Ehrfurcht einflößen · (jemanden) mit Ehrfurcht erfüllen · (sich) zur Geltung bringen · Eindruck machen · Wirkung haben · ↗beeindrucken · beeindruckend sein · bestechen · etwas darstellen (Person) · etwas vorstellen (Person) · ↗imponieren · ↗imponierend (sein)  ●  (eine) imponierende Erscheinung  floskelhaft, variabel · Eindruck schinden  abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (es) in sich haben · Beachtung verdienen(d) · ↗Ehrfurcht gebietend · ↗bemerkenswert · ↗ehrfurchtgebietend · ↗eindrucksvoll · ↗eindrücklich · ↗erstaunlich · ↗formidabel · ↗glanzvoll · ↗glorios · ↗glorreich · ↗glänzend · ↗grandios · ↗großartig · ↗imposant · ↗ruhmreich · ↗triumphal · von Format (Person) · ↗überwältigend  ●  beeindruckend  Hauptform · (etwas tun) wie ein junger Gott  ugs. · hat sich gewaschen  ugs., fig. · nicht ohne  ugs. · nicht von Pappe  ugs. · nicht von schlechten Eltern  ugs., sprichwörtlich
  • (beinahe) umhauen · ↗überwältigen
  • (ein) Entscheider · ↗(ein) Faktor · (ein) Mann mit Einfluss · (eine) Instanz (sein) · (eine) Persönlichkeit (sein) · (eine) einflussreiche Persönlichkeit (sein) · (eine) wichtige Person (sein) · (sein) Wort hat Gewicht · einen Namen haben · nicht irgendwer sein  ●  (jemandes) Arm reicht weit  fig. · (eine) große Nummer (sein)  ugs.
  • (das) große Wort führen · (eine) Schau machen · ↗(sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · ↗(sich) aufplustern · Eindruck schinden · große Reden schwingen · laut werden  ●  (sich) auf die Brust klopfen  fig. · (sich) aufs hohe Ross setzen  fig. · ↗(sich) aufspielen  Hauptform · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs., regional · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs., fig. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs., fig. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) aufmandeln  ugs., bair. · (sich) aufpupsen  derb · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs., fig. · auf die Kacke hauen  derb, fig. · auf die Pauke hauen  ugs., fig. · auf die Pferde hauen  ugs., fig. · blärzen  ugs., regional · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · ↗dicketun  ugs. · ↗dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs., regional · ↗pranzen  ugs. · strunzen  ugs., regional · wichtigtun  ugs.
  • Arroganz · ↗Blasiertheit · ↗Egozentrik · ↗Einbildung · Eingebildetsein · Eingenommenheit von sich selbst · ↗Hochmut · ↗Narzissmus · ↗Selbstgefälligkeit · Selbstverliebtheit · ↗Stolz · ↗Überheblichkeit · übersteigertes Selbstbewusstsein  ●  ↗Hoffart  veraltend · ↗Dünkel  geh., veraltend · ↗Prätention  geh. · ↗Selbstüberhebung  geh.
  • (großer) Zampano · ↗Angeber · ↗Aufschneider · ↗Blender · ↗Großsprecher · ↗Großtuer · ↗Möchtegern · ↗Prahler · ↗Renommist · ↗Selbstdarsteller · ↗Sprücheklopfer · ↗Sprüchemacher · ↗Wichtigtuer · nichts dahinter (sein)  ●  Aufpudler  österr. · ↗Wichtigmacher  österr. · (der) Held vom Erdbeerfeld  ugs. · ↗Gernegroß  ugs. · ↗Gleisner  geh., veraltet · Graf Koks von der Gasanstalt (Ruhrdeutsch veraltend)  ugs. · Graf Rotz von der Backe  ugs. · ↗Großkotz  derb · ↗Großmaul  derb · ↗Großschnauze  ugs. · Kneipenkaiser  ugs. · ↗Maulheld  derb · Maulhure  derb, weibl. · Muchtprinz  ugs., berlinerisch · ↗Prahlhans  ugs. · ↗Profilneurotiker  ugs. · ↗Schaumschläger  ugs. · Stammtischexperte  ugs. · ↗Windbeutel  ugs. · aufgeblasener Gimpel  ugs. · große Klappe und nichts dahinter  ugs. · jemand, der viel erzählt, wenn der Tag lang ist  ugs.
Synonymgruppe
beeindrucken (durch) · ↗überzeugen (mit / durch)  ●  auftrumpfen (können) mit  werbesprachlich, fig. · bestechen (durch)  Hauptform · ↗punkten (mit)  variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtsträger Beamter Brillanz Charme Design Einfachheit Eleganz Farbigkeit Geldgeschenk Genauigkeit Großzügigkeit Klarheit Leichtigkeit Linienführung Musikalität Originalität Perfektion Prägnanz Präzision Raffinesse Schiedsrichter Schlichtheit Vielseitigkeit Virtuosität Zollbeamte bestechen einschüchtern erpressen schmieren Übersichtlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bestechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und schon lohnt es sich nicht mehr, Sie zu bestechen.
Der Tagesspiegel, 21.01.2000
Es bestach mehr durch straffe Gliederung als durch originellen Inhalt.
Die Zeit, 08.10.1971, Nr. 41
Ich fühle mich geschmeichelt, aber ich darf mich nicht bestechen lassen; ich ändere nichts an meinem Aufsatz.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 31807
Er ist zu sehr Dorn, er sticht, aber besticht nicht!
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10092
V 11 so entschieden mißbilligt hat, das Volk durch Redekünste zu bestechen!
Pöhlmann, Robert von: Geschichte der sozialen Frage und des Sozialismus in der antiken Welt - Zweites Buch. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 6762
Zitationshilfe
„bestechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bestechen>, abgerufen am 22.04.2019.

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