bespitzeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-spit-zeln (computergeneriert)
Wortzerlegungbe-spitzeln1
Wortbildung mit ›bespitzeln‹ als Erstglied: ↗Bespitzelung · ↗Bespitzlung
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend als Spitzel jmdn., etw. beobachten
Beispiele:
jmd. bespitzelt die Mitreisenden, Arbeitskollegen
jmds. Verhaltensweise bespitzeln
jmdn., etw. durch einen Spitzel beobachten lassen
Beispiele:
jmd. fühlt, weiß sich bespitzelt
jmd. wird in seinem Tun und Lassen (fortwährend) bespitzelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spitz · Spitz1 · Spitz2 · Spitz3 · Spitze · Spitzel · spitzeln · bespitzeln · spitzen · spitzig · Spitzmaus · Spitzname
spitz Adj. ‘schmal zusammenlaufend und in einem scharfen, stechenden Punkt endend’, übertragen ‘anzüglich, verletzend’, ahd. spizzi (9. Jh.), mhd. spiz, spitze und die verwandten unter ↗Spieß (s. d.) angeführten Wortformen stellen sich als Bildungen mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *(s)p(h)ē̌i-, *(s)p(h)ī̌- ‘spitz, spitzes Holzstück’. Spitz1 m. ‘Spitze, spitzer oder spitz zulaufender Gegenstand’, mhd. spiz, spitz, verbreitet bis ins 18. Jh., danach mundartlich. Spitz2 m. ‘leichter Rausch, Schwips’ (16. Jh.), ausgehend von Spitz als Bezeichnung für Kleines, Geringfügiges (vgl. kein Spitz ‘kein bißchen’). Spitz3 m. Hunderasse mit spitzer Schnauze, spitzen Ohren und spitzgeformtem Kopf (18. Jh.). Spitze f. ‘spitzzulaufendes, scharf spießendes Ende, höchster Punkt’, ahd. spizza (8. Jh.), mhd. spitze. Seit dem 17. Jh. auch ‘durchbrochene feine Borte, Gewebe’, eigentlich ‘spitze Zacken bildendes Garngeflecht’. Spitzel m. ‘Spion, wer andere aushorcht’ (19. Jh., zuerst öst. ‘Späher, Polizeidiener, heimlicher Denunziant’), wohl zu Spitzel ‘Polizeihund’ (vgl. „kläffender Denunciant“, Sanders) sowie gaunersprachlich Spitz ‘Polizeiagent’, der die Ohren spitzt; dazu spitzeln Vb. ‘andere aushorchen und denunzieren’ (19. Jh.) und transitiv bespitzeln Vb. (20er Jahre 20. Jh.); vgl. dagegen spätmhd. spitzeln ‘mit zarten Spitzen, Zacken versehen’, dann auch ‘mit Worten sticheln’ (16. Jh.). spitzen Vb. ‘mit einer Spitze versehen, spitz machen’, ahd. spizzōn (9. Jh.), spizzen (11. Jh.), mhd. spitzen ‘spitz machen, mit Spitzen versehen’, seit dem 14. Jh. (reflexiv) ‘auf etw. mit Hoffnung und Sehnsucht warten’, faktitive Bildung zum Adjektiv. spitzig Adj. ‘spitz’, mhd. spitzec, spitzic, bis ins 18. Jh. gebräuchlicher als spitz, das von Adelung als nur „im gemeinen Leben“ gültig bezeichnet wird. Spitzmaus f. insektenfressendes, der Maus ähnliches, spitzschnauziges Tier, ahd. spizzimūs (11. Jh.), mhd. spitzmūs. Spitzname m. ‘eine bestimmte Eigenschaft oder ähnliches hervorhebender Übername, Spottname’ (17. Jh.), zu spitz ‘anzüglich, verletzend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bespitzeln [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) folgen wie sein Schatten · ↗ausspähen · ↗beschatten · ↗bewachen · ↗mithören · unauffällig folgen · ↗überwachen  ●  bespitzeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
beschatten · bespitzeln · hinter jemandem her sein · ↗nachsteigen · ↗nachstellen · ↗verfolgen · werben um
Assoziationen
  • (einer Frau) nachsteigen · ↗fensterln
  • (jemanden) haben wollen · (jemanden) kriegen wollen · (sein) Interesse zeigen · (sich) interessieren für · (sich) interessiert zeigen an · Lust auf (jemanden) · interessiert an  ●  geil auf (jemanden)  derb · heiß auf (jemanden)  ugs. · hinter jemandem her  ugs. · scharf auf (jemanden)  ugs.
  • (es auf jemanden) abgesehen haben  ●  (etwas) wollen von  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Agent DDR-Zeit Decknamen Ehemann Emigrant FBI Geheimdienst IM Kamerad Kommilitone Mitschüler Oppositionelle Oppositionsführer Privatleben Spion Staatssicherheit Stasi V-Mann Verfassungsschutz abhören ausspionieren belauschen denunzieren einkerkern einsperren foltern gegenseitig schikanieren verhaften überwachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bespitzeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort bespitzelte einer den anderen, so verlor er selbst seinen Job.
Süddeutsche Zeitung, 13.05.2002
Hatte auch ihr Mann, von dem sie sich ohnehin getrennt hat, sie bespitzelt?
Die Zeit, 25.10.1991, Nr. 44
Die Führer der Integralen, vor allem Benigni und seine Helfer, haben zudem bekanntlich ihre innerkirchlichen Gegner bespitzelt und verketzert.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 4643
Dass beide sich gegenseitig belauschen, bespitzeln und hintergehen, weiß nur Katharina.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 104
Es war auch die ausdrückliche Pflicht der Blockleiter, die Bevölkerung zu bespitzeln.
o. A.: Einundzwanzigster Tag. Montag, den 17. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 3454
Zitationshilfe
„bespitzeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bespitzeln>, abgerufen am 21.05.2019.

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