besetzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-set-zen (computergeneriert)
Grundformsetzen
Wortbildung mit ›besetzen‹ als Erstglied: ↗Besetzer · ↗Besetzung  ·  mit ›besetzen‹ als Letztglied: ↗fehlbesetzen · ↗nachbesetzen · ↗umbesetzen · ↗unterbesetzen · ↗wiederbesetzen · ↗überbesetzen
 ·  mit ›besetzen‹ als Grundform: ↗Besatz · ↗besetzt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. mit etw. besetzenetw. zum Schmuck auf etw. nähen
Beispiel:
sie besetzte ihr Kleid mit Borte
oft im Part. Prät.
Beispiele:
eine mit Tressen, Schnüren besetzte Jacke
eine mit Spitzen besetzte Bluse
ein mit Pelz besetzter Mantel
etw. zum Schmuck auf etw. anbringen
Beispiele:
eine mit Edelsteinen, Perlen besetzte Dose
ein mit Brillanten besetztes Armband
2.
einen Platz für jmdn. reservieren, belegen
Beispiele:
für jmdn. einen Stuhl besetzen
dieser Platz ist leider schon besetzt
besetze bitte einen Platz für mich!
Plätze besetzt halten
3.
besetzt seinnicht mehr frei sein
a)
von einem Raum, Platz
Beispiele:
wir bekamen nur mit Mühe Platz, denn alle Tische waren besetzt
alle Zimmer im Hotel sind besetzt
das Lokal, Theater war gut, voll besetzt (= besucht)
der Zuschauerraum war bis auf den letzten Platz besetzt
der Zug ist nur mäßig besetzt
die Toilette ist besetzt
ich bekomme keine Verbindung, es (= der Anschluss) ist besetzt
b)
von der Zeit
Beispiel:
ich kann nicht kommen, denn meine Zeit, dieser Abend ist leider schon besetzt
c)
umgangssprachlich von einer Person
Beispiele:
jmd. ist (voll) besetzt
die Schneiderin ist auf Monate hinaus besetzt
4.
eine Stelle mit jmdm. besetzenjmdm. eine Stelle zuteilen
Beispiele:
eine (Plan)stelle mit einer Fachkraft besetzen
dieser Posten muss bald besetzt werden
der Lehrstuhl für Philosophie ist in H gut besetzt
die Sanitätsstation des Zeltlagers ist mit einem Arzt und mehreren Schwestern besetzt
eine Rolle, ein Stück mit jmdm. besetzenjmdm. eine Rolle geben
Beispiele:
die Rollen waren durchweg gut besetzt
das Stück ist mit ausgezeichneten Kräften besetzt
ein Theaterstück neu besetzen
ein stark besetztes Orchester (= ein Orchester mit vielen Musikern in den einzelnen Instrumentengruppen)
jedes Instrument des Trios war mit einem Künstler von Weltruf besetzt
Sport der Trainer wusste nicht, wie er den Posten des Mittelstürmers, den linken Flügel besetzen sollte
5.
Truppen in einem (fremden) Gebiet, an einem Ort stationieren und dadurch die Herrschaft erlangen oder behaupten
Beispiele:
ein Land besetzen (= okkupieren)
besetzte Gebiete
die Truppen aus einem besetzten Land abziehen
eine Stadt besetzen, besetzt halten
die Aufständischen besetzten die wichtigsten Gebäude
alle Ausgänge sind besetzt
eine Höhe besetzen
als die Garde den Marstall gestürmt, die nächsten Gassen besetzt ... hatte [SeghersDie Toten6,10]
6.
Beispiele:
Fischerei einen Teich mit Fischbrut, Forellen besetzen (= Fischbrut, Forellen in einen Teich einsetzen)
Jägersprache ein Revier mit Fasanen, Rotwild besetzen (= Fasane, Rotwild in einem Revier aussetzen)
Jägersprache das Revier ist mit Wild gut besetzt (= hat einen guten Bestand an Wild)
Imkerei eine Beute mit einem Bienenvolk besetzen (= besiedeln)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

setzen · gesetzt · Setzer · Setzling · absetzen · Absatz · Absetzung · aufsetzen · Aufsatz · aussetzen · beisetzen · Beisetzung · besetzen · Besatz · Besatzung · durchsetzen1 · durchsetzen2 · einsetzen · Einsatz · ersetzen · Ersatz · nachsetzen · übersetzen1 · übersetzen2 · Übersetzung · umsetzen1 · umsetzen2 · Umsatz · untersetzen · Untersatz · untersetzt · versetzen · vorsetzen · Vorgesetzter · Vorsatz · zusetzen · Zusatz
setzen Vb. ‘sitzen machen’, reflexiv ‘sich auf einem Platz niederlassen’, auch ‘an einer bestimmten Stelle abstellen, einpflanzen, festlegen, bestimmen’, ahd. sezzen ‘ab-, aufstellen, festlegen’ (8. Jh.), mhd. setzen, auch ‘stellen, legen, erzählen, bestellen, bestimmen’, reflexiv ‘sich niederlassen’, asächs. settian, mnd. mnl. setten, nl. zetten, afries. setta, aengl. settan, engl. to set, anord. setja, schwed. sätta, got. satjan (germ. *satjan) sind Kausativa zu dem unter ↗sitzen (s. d.) behandelten Verb und verwandt mit den zur gleichen Wurzel gehörenden Kausativen air. adsuidi ‘schiebt auf, verzögert, hält auf’ und mit Dehnstufe aind. sādáyati ‘läßt niedersitzen’, aslaw. saditi, russ. sadít’ (садить) ‘setzen, pflanzen, anbauen’ sowie umgebildetem lit. sodìnti ‘setzen, pflanzen’. gesetzt Part.adj. ‘ernst, ruhig, besonnen, ausgeglichen, gesittet’, hervorgegangen (18. Jh.) aus dem Part. Prät. von durch Präfix verstärktem mhd. gesetzen ‘sich setzen machen, einrichten, beruhigen, stillen’. Setzer m. ‘Schriftsetzer’ (16. Jh.), ahd. sezzāri ‘Stifter, Ordner, Verfasser’ (10. Jh.), mhd. setzer ‘wer etw. setzt, Aufsteller, Taxator’. Setzling m. ‘zum Verpflanzen bestimmte junge Pflanze, junger, in einen Teich einzusetzender Fisch’, mhd. setzelinc. absetzen Vb. ‘des Amtes entheben, außer Funktion setzen, abtrennen, herunternehmen, abziehen, mindern, verkaufen, (sich) abheben’, mhd. abesetzen ‘des Amtes entheben, Bestehendes abschaffen, Personen abwerben, entwöhnen, herunternehmen, abziehen’; es setzt etw. ab ‘es gibt etw., es springt etw. dabei heraus’ (17. Jh.); Absatz m. ‘Unterbrechung, Abschnitt, Abstufung’ (15. Jh.), ‘Verkauf, Vertrieb’ (16. Jh., geläufig seit 2. Hälfte 18. Jh.), ‘Ablagerung’ (18. Jh.), spätmhd. abesaz ‘Minderung, Einschränkung, Amtsenthebung’; Absetzung f. ‘Entlassung, Herabsetzung’ (15. Jh.), mnd. afsettinge (14. Jh.). aufsetzen Vb. ‘auf den Kopf setzen, schriftlich formulieren’, ahd. ūfsezzen ‘auf etw. setzen, aufhängen’ (9. Jh.), mhd. ūfsetzen ‘aufladen, aufs Haupt setzen, zuerkennen, auferlegen, anordnen, einsetzen, feindselig behandeln, sich aufmachen’; Aufsatz m. ‘Aufbau, aufgesetzter Teil, kurze Abhandlung, Artikel’, mhd. ūfsaz ‘(Auferlegung von) Steuern, Festsetzung, Bestimmung, Vorsatz, Plan, Feindschaft’. aussetzen Vb. ‘festsetzen, zur Verfügung stellen, ins Freie setzen, unterbrechen, aufhören, beanstanden’, mhd. ūʒsetzen ‘absondern, entfernen, ausräumen, ausstatten, verpfänden, festsetzen, bestimmen’. beisetzen Vb. ‘neben anderes hinzusetzen, hinzufügen’ (15. Jh.), ‘begraben, bestatten’ (17. Jh.); Beisetzung f. ‘Bestattung, Hinzufügung’ (17. Jh.). besetzen Vb. ‘einen Platz belegen, eine Stelle vergeben, einnehmen, erobern, mit Truppen belegen’, ahd. bisezzen ‘einnehmen, bewachen’ (8. Jh.), mhd. besetzen ‘umstellen, umlagern, festsetzen, bestimmen, anklagen, in Beschlag nehmen’; Besatz m. ‘Besatzung’ (17. Jh.), ‘aufgenähte Bänder, Rüschen, Aufgesetztes’ (18. Jh.), jägersprachlich ‘Wildbestand’ (18. Jh.); Besatzung f. ‘besetzte Stellung, Festung’ (15. Jh.), ‘Truppen, die fremdes Staatsgebiet besetzt halten, Truppe einer Verteidigungsanlage, Schiffsmannschaft’ (16. Jh.). durchsetzen1 Vb. ‘mit etw. versehen, ausstatten, etw. miteinander vermischen, einer Masse beimengen’, mhd. durchsetzen ‘vollständig mit etw. besetzen, belegen, auslegen, zieren’; durchsetzen2 Vb. ‘sich hindurchbewegen’ (16. Jh.), ‘ein Vorhaben (gegen Widerstand) ausführen’ (17. Jh.). einsetzen Vb. ‘in etw. hineinsetzen, ernennen, wirksam werden lassen, beginnen’, ahd. insezzen ‘ins Grab legen, jmdn. mit etw. beladen’ (9. Jh.), mhd. īnsetzen ‘ein-, hineinsetzen, -legen, verpfänden’; Einsatz m. ‘das Einsetzen, das Eingesetzte, Beginn, Anstrengung, Bemühung, auswechselbarer Teil’, mhd. īn-, insaz ‘das Hineinsetzen, Hineingesetzte, Einsetzung’. ersetzen Vb. ‘auswechseln, als Ersatz dienen, vertreten, erneuern’, ahd. irsezzen ‘wiederherstellen’, auch (z. B. von Grütze) ‘ansetzen’ (8. Jh.), mhd. ersetzen ‘eine entstandene Lücke ausfüllen, ansetzen, anflicken, mit Gewürz versetzen, bereiten’; Ersatz m. ‘was als Erneuerung, Vertretung oder Wiederherstellung dient’ (18. Jh.), älter ‘Strafe’ (15. Jh.). nachsetzen Vb. ‘hinterherjagen, verfolgen’ (16. Jh.), ‘später dazugeben, unterordnen, beifügen’ (15. Jh.). übersetzen1 Vb. ‘von einem Flußufer zum anderen fahren, bringen’, ahd. ubarsezzen ‘von einem Ort an einen anderen bringen’ (um 800), mhd. übersetzen ‘hinüberversetzen’; übersetzen2 Vb. ‘aus einer Sprache in eine andere übertragen, dolmetschen’ (17. Jh., vgl. bereits mnd. ōversetten, 15. Jh.), nach lat. trādūcere oder trānsferre; vgl. mhd. übersetzen ‘übermäßig besetzen, besteuern, schriftlich verfassen’; Übersetzung f. ‘Übertragung in eine andere Sprache’ (16. Jh.), in der Technik ‘Getriebeteil’ (um 1900); vgl. mhd. übersetzunge ‘Überordnung, Erhöhung’. umsetzen1 Vb. ‘umhegen, einfassen, umstellen, umzingeln’, ahd. umbisezzen ‘umschließen, umstellen’ (um 1000), spätmhd. umbesetzen; umsetzen2 Vb. ‘an einen anderen Ort bringen’ (14. Jh.), ‘umtauschen, verkaufen’ (17. Jh., vgl. mnd. ummesetten, um 1400), ‘in eine andere Form bringen’ (17. Jh., vorher bereits mnd.); Umsatz m. ‘Tausch, Kauf und Verkauf im Handel’ (Anfang 18. Jh., zuvor mnd. ummesat). untersetzen Vb. ‘daruntersetzen, unterlegen’, mhd. undersetzen; vgl. ahd. untarsezzen ‘unterwerfen, unterordnen’ (um 900); Untersatz m. ‘Unterlage’, mhd. undersaz; untersetzt Part.adj. ‘gedrungen, kräftig’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘mit Muskelfleisch unterlegt, fleischig’. versetzen Vb. ‘zusammenfügen, anordnen, an einen anderen Platz setzen, verrücken, zum Pfand geben, verkaufen, antworten, einen Schlag zufügen’ (eins versetzen, 17. Jh.), ahd. firsezzen ‘abwenden, aussetzen, verpflichten’ (9. Jh.), mhd. versetzen ‘hinsetzen, legen, als Bürgen stellen, verpfänden, beiseite setzen, verlieren, abwehren, parieren, versperren, aufstauen’. vorsetzen Vb. ‘weiter nach vorn setzen (in der Ordnung oder Reihenfolge), vor jmdn. hinsetzen, anbieten’, ahd. furisezzen (8. Jh.), mhd. vürsetzen; Vorgesetzter m. ‘Chef, Leiter’ (16. Jh.); vgl. ahd. foragisaztēr (9. Jh.), Übersetzung von lat. praepositus ‘Aufseher, Vorsteher’; Vorsatz m. ‘Vorhaben, Plan, Absicht’, mhd. vürsaz. zusetzen Vb. ‘hinzufügen, draufzahlen und damit verlieren, Reserven angreifen, jmdn. bedrängen’, ahd. zuosezzen ‘hinzufügen’ (8. Jh.), mhd. zuosetzen ‘hinzustellen, feindlich eindringen, verfolgen’; Zusatz m. ‘Hinzugefügtes, das Hinzufügen’, mhd. zuosaz, auch ‘Hilfstruppen, Besatzung, Beisitzer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · ↗(sich) einverleiben · ↗angliedern · ↗annektieren · besetzen · in Anspruch nehmen · in Beschlag nehmen
Assoziationen
Synonymgruppe
besetzen · ↗einnehmen · ↗erobern · ↗erstürmen · landnehmen · ↗okkupieren
Assoziationen
Synonymgruppe
belagern · besetzen · in Beschlag nehmen
Synonymgruppe
besetzen · ↗einführen · ↗einsetzen · ↗einweihen · ↗inaugurieren · ↗schaffen
Assoziationen
Synonymgruppe
absetzen · besetzen · ↗einfassen · ↗einsäumen · ↗säumen · ↗ummanteln · ↗umsäumen · ↗verbrämen · ↗verzieren  ●  ↗bordieren  fachspr. · ↗galonieren  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amt Arbeitsplatz Armee Aufsichtsrat Ausbildungsplatz Begriff Drittel Feld Führungsposition Hauptrolle Hälfte Lehrstelle Lehrstuhl Nebenrolle Nische Planstelle Platz Position Post Posten Ressort Rolle Schlüsselposition Sitz Spitzenposition Stelle Stuhl Tisch Truppe annektieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besetzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei schweigsame Herren machen den Service, alles läuft reibungslos, bis die neun Tische besetzt sind.
Die Welt, 19.03.2005
Auch sein Team gilt als ähnlich gut besetzt wie das der U 21.
Der Tagesspiegel, 03.06.2004
Er würde Österreich sogar militärisch besetzen müssen, wenn die Abstimmung anders nicht zu verhindern wäre.
Der Spiegel, 21.08.1989
Bei schlecht vorkultivierten Pflanzen würden dagegen die Flächen unnötig länger besetzt bleiben.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 287
Immerhin waren die wichtigsten Stellen mit absolut politischen Gegnern noch besetzt.
o. A.: Achtzigster Tag. Mittwoch, 13. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1700
Zitationshilfe
„besetzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/besetzen>, abgerufen am 21.07.2019.

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