beseligen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-se-li-gen (computergeneriert)
Grundformselig
Wortbildung mit ›beseligen‹ als Erstglied: ↗Beseligung
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben jmdn. überglücklich machen
Beispiele:
ein beseligendes Erlebnis
beseligende Gedanken, Gefühle
Der Spätfrühling-Herbsttag beseligte ihn [MusilMann132]
beseligtüberglücklich
Beispiele:
ein beseligtes Lächeln
sich beseligt fühlen
Marion war beseligt, daß es auch solche Deutsche gab [Kellerm.Totentanz413]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

selig · Seligkeit · beseligen · gottselig
selig Adj. ‘überaus glücklich’, (in der christlichen Religion) ‘nach dem Tod der himmlischen Freuden teilhaftig’, daher auch ‘verstorben’, ahd. sālīg (8. Jh.), mhd. sælec, sælic ‘glücklich, zum Glück bestimmt, gesegnet, glückbringend, heilsam, fromm’, asächs. sālig, mnd. sālich, sēlich, mnl. sālich, nl. zalig, afries. sēlich, aengl. (ge)sǣlig, engl. (älter) seely ‘glücklich’, daraus silly ‘einfältig, töricht, dumm’, anord. sælligr (auch ‘reich’) ist abgeleitet von einem in aengl. unsǣle ‘böse, boshaft’, sēl ‘gut, klug, würdig, glücklich’, anord. sæll ‘glücklich’, schwed. säll ‘(glück)selig’, got. sēls ‘tauglich, gütig’ (germ. *sēlī-) erhaltenen Adjektiv; vgl. dazu die substantivische Ableitung ahd. sālida (8. Jh.), mhd. sælde ‘Güte, Wohlgeartetheit, Segen, Heil, Glück (von Gott), himmlische Seligkeit’, asächs. sālða, aengl. sǣlþ, anord. sæld. Vergleicht man außergerm. lat. (ablautend) sōlārī ‘trösten, ermutigen, entschädigen, hindern’, air. slān ‘heil, gesund’ und griech. hīláskesthai (ἱλάσκεσθαι) ‘(einen Gott) gnädig, günstig stimmen, versöhnen’, läßt sich eine Wurzel ie. *sel(ə)- ‘günstig, guter Stimmung, begütigen’ erschließen. Aber auch Verwandtschaft mit griech. hólos (ὅλος) ‘ganz, vollständig’ und lat. salvus ‘gesund, heil, wohlbehalten, gerettet’ wird erwogen, so daß von ie. *solo-, *sol(e)u̯o- ‘wohlbehalten, ganz’ ausgegangen werden kann. Seligkeit f. ‘Zustand wunschlosen Glücks, großer Freude’, kirchensprachlich ‘Einheit mit Gott nach dem Tod’, ahd. sālīgheit (um 1000), mhd. sælecheit, sælekeit, sælikeit ‘Wohlgeartetheit, Vollkommenheit, Anmut, Beglücktheit, Heil’. beseligen Vb. ‘selig, glücklich machen’ (15. Jh.). gottselig Adj. ‘fromm (um der Ehre Gottes willen)’ (16. Jh., von Luther geprägt), formelhaft gottseliges Gedächtnis (16. Jh.), gottseligen An(ge)denkens (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wir waren beseligt und konnten gar nicht genug bekommen.
Tucholsky, Kurt: Die Tscherkessen. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920], S. 1885
Die Mutter glaube "beinahe beseligt", dass es ihren Kindern im Jenseits gut gehe, sie habe Kontakt zu ihnen und mache Pläne für sie.
Die Zeit, 25.02.2008 (online)
Dieser kann einen Menschen in der Sünde beseligen und einen Begnadeten verdammen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 20845
Und König Friedrich Wilhelm, beseligt wie noch niemals, sah die Tausende zu neuen Geschlechtern anwachsen.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 879
Wir nahmen die alliierte Rettungsaktion mit gebührender Demut entgegen, vermerkten beseligt ein Nachlassen der gewohnten Magenkrämpfe.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 130
Zitationshilfe
„beseligen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/beseligen>, abgerufen am 17.08.2019.

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