beschwichtigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-schwich-ti-gen
Wortbildung mit ›beschwichtigen‹ als Erstglied: ↗Beschwichtigung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., der erregt ist, beruhigen
Beispiele:
die Mutter beschwichtigt das weinende Kind
der Lehrer versuchte, die Streitenden zu beschwichtigen
sie beschwichtigte den erzürnten Bruder mit einem gütigen Blick
jmdm. beschwichtigend die Hand auf die Schulter legen
beschwichtigende Gesten, Worte
etw. beschwichtigen
Beispiele:
jmds. Aufregung, Unruhe beschwichtigen
das redest du dir nur ein, um dein (schlechtes) Gewissen zu beschwichtigen
jmds. Eifersucht, Misstrauen, Streit mit gütigen Worten beschwichtigen
Man habe die großen Streiks im Frühjahr mit einem Daumendruck beschwichtigen (= beilegen) können [SeghersDie Toten6,45]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

beschwichtigen Vb. ‘beruhigen, besänftigen’, in die Literatursprache seit der 2. Hälfte des 17. Jhs. übernommen von gleichbed. mnd. nd. beswichtigen, das mit mnd. beswichten zu mnd. swichten, mnl. zwichten ‘zur Ruhe, zum Schweigen bringen’ gebildet ist. Diesem entsprechen mit regelmäßigem Konsonantenwechsel von hd. ft und nd. cht (s. ↗anrüchig) mhd. (be)swiften ‘stillen, beruhigen’ (vgl. mhd. swifte Adj. ‘ruhig’), ahd. giswiftēn ‘verstummen, ruhig bleiben’ (9. Jh.) und (ablautend) got. sweiban ‘aufhören’, anord. svīfask ‘sich fernhalten’. Zugrunde liegt eine Labialerweiterung der unter ↗schweigen (s. d.) genannten Wurzel ie. *su̯ī- ‘schwinden, nachlassen, schweigsam werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die Situation) entschärfen · ↗(die Situation) entspannen · (die) Wogen glätten · ausgleichend einwirken (auf) · ↗begütigen · ↗beruhigen · beruhigend einwirken (auf) · beschwichtigen · ↗besänftigen · ↗deeskalieren · gut zureden  ●  Öl auf die Wogen gießen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Argwohn Aufregung Aufruhr Bedenken Befürchtung Besorgnis Diktator Einwand Empörung Erregung Gemüt Gewissen Kritiker Mißtrauen Optimist Parteifreund Sorge Unbehagen Ungeduld Zorn Zugeständnis Zweifler abwiegeln beruhigen beschönigen besänftigen derweil sogleich umgehend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschwichtigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch das werde vorübergehen, heißt es dazu in der Koalition beschwichtigend.
Die Welt, 01.06.2002
Die Öffentlichkeit wird mit Erklärungen beschwichtigt, daß zwar gehobelt werde, aber keine Späne fliegen müßten.
Der Tagesspiegel, 28.12.1998
Ich habe nicht zu beschwichtigen versucht, dazu habe ich kein Recht.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 118
Seine Frau hatte es offenbar ebenfalls geschafft, ihn zu beschwichtigen.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 173
Ich beschwichtigte ihn, er solle mich nur wieder machen lassen, die Nina kriegten wir heil aus dem Dritten Reich heraus, genau so wie sein Geld.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 999
Zitationshilfe
„beschwichtigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/beschwichtigen>, abgerufen am 18.10.2019.

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