beschleichen

GrammatikVerb · beschlich, hat beschlichen
Aussprache
Worttrennungbe-schlei-chen (computergeneriert)
Grundformschleichen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich jmdm., einer Sache schleichend nähern
Beispiele:
die Kinder beschlichen den Schlafenden
der Fuchs beschleicht seine Beute
Raubvögel beschleichen, um sie fotografieren zu können
Meine Liebste wollt ich heut beschleichen [GoetheBesuch1,335]
überkam es ihn, Frau Anna heimlich zu beschleichen ... ihr von rückwärts die Augen zuzuhalten [WeismantelRiemenschneider90]
2.
gehoben, übertragen etw. beschleicht jmdn.etw. überkommt jmdn., ergreift jmdn. unmerklich
Beispiele:
Sorge, Verzweiflung, eine unbeschreibliche Angst beschleicht mich
Bangigkeit beschlich mein Herz
Bedenken, ein Verdacht, das Gefühl der Niedergeschlagenheit, Heimweh, der Gedanke an Flucht beschlich sie
wurde der Kommissär von dem Gefühl beschlichen, es drohe ihm Gefahr [DürrenmattVersprechen116]

Thesaurus

Synonymgruppe
(allmählich) ergriffen werden von · (langsam) in jemandem wachsen · in jemandem aufkommen · in jemandem entstehen  ●  (jemanden) beschleichen  Hauptform, fig., negativ
Assoziationen
  • (es sich) nicht verkneifen können (zu) · ↗(jemandem) einfallen · (jemandem) kommt der Gedanke · ↗(jemanden) anwandeln · ↗(sich) (etwas) überlegen · (sich) einfallen lassen · auf den Gedanken verfallen (zu) · auf die Idee kommen (zu) · in den Sinn kommen  ●  (auf einmal) ankommen mit  ugs. · (den) Einfall haben (...)  ugs. · (einen) Rappel kriegen (und...)  ugs. · (jemandem) belieben zu (es)  geh. · ↗(jemanden) anwehen  geh. · (jemanden) überkommen (es)  geh. · (plötzlich) die Idee haben (...)  ugs. · (sich etwas) denken (bei)  ugs. · (sich) bemüßigt fühlen (zu)  geh., ironisierend · auf die glorreiche Idee kommen (zu)  ugs., ironisch · auf etwas kommen  ugs. · es für eine gute Idee halten (zu / dass)  ugs., ironisch · um die Ecke kommen mit  ugs., fig. · verfallen auf  geh.
  • (jemanden) ergreifen  fig. · ↗(jemanden) heimsuchen  fig. · ↗(jemanden) überkommen  fig. · ↗(jemanden) übermannen  fig. · ergriffen werden (von)  fig., Hauptform · (etwas) überrieselt jemanden  ugs., fig. · ↗(jemanden) packen  ugs., fig. · (sich) jemandes bemächtigen  geh., veraltend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahnung Anblick Angst Angstgefühl Argwohn Beklemmung Betrachten Betrachter Furcht Gedanke Gefühl Grauen Lektüre Lesen Melancholie Mitleid Selbstzweifel Unbehagen Unwohlsein Verdacht Vorahnung Wehmut Zuhörer Zweifel bisweilen gelegentlich irgendwie manchmal mitunter zuweilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beschleichen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bisweilen beschleiche ihn ein "Mangel an Courage zum entschlossenen Handeln".
Die Zeit, 24.10.2013, Nr. 44
Allerdings beschleicht mich mit meinen 70 Jahren auch eine sehr bange Frage.
Süddeutsche Zeitung, 18.06.2002
Und dann beschleicht mich auch wieder so eine große Angst, daß am Ende doch noch etwas dazwischen kommen könnte.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 06.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Und doch - doch - will schon wieder eine skeptische Regung mich beschleichen?
Dohm, Hedwig: Der Mißbrauch des Todes. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3390
Mich beschleicht das Gefühl, daß hier etwas schiefläuft, und ich kann gar nichts tun, so wie bei einem Seilbahnabsturz.
Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 119
Zitationshilfe
„beschleichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/beschleichen>, abgerufen am 21.05.2019.

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