besaitet

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-sai-tet (computergeneriert)
Grundformbesaiten
Wortbildung mit ›besaitet‹ als Letztglied: ↗feinbesaitet · ↗zartbesaitet
eWDG, 1967

Bedeutung

zart, fein besaitetempfindsam, feinfühlig
Beispiele:
Riesenfeld ist dafür zu fein besaitet [RemarqueSchwarzer Obelisk62]
das soll mit Rücksicht auf die zarter Besaiteten unter unseren Hörerinnen hier nicht erörtert werden [TucholskyPanter235]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Saite · besaitet
Saite f. ‘aus Pflanzenfasern, Tierdärmen, Metalldraht oder Kunststoff gedrehter Faden für Zupf- und Streichinstrumente’, ahd. seito m. (9. Jh.), daneben seita f. (um 900), mhd. seite m. f. ‘Strick, Schlinge, Fallstrick, Fessel, Darmsaite’, mnd. seyde f. ‘Saite, Sehne’, aengl. sāda m. ‘Strick, Halfter, Saite’, anord. seiðr m. ‘Band, Gürtel’ sind wie die Verwandten aind. sḗtuḥ ‘bindend, fesselnd, Fessel, Band, Damm, Brücke’, lat. saeta, sēta ‘starkes Haar, Tierhaar, Borste, Angelschnur’, lit. saĩtas, siẽtas, lett. saite ‘Band, Strick, Fessel, Schnur’, aslaw. sětь, russ. set’ (сеть) ‘Netz, Schlinge’ mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *sē(i)-, *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’ gebildet (wozu auch ↗Sehne und ↗Seil, s. d., gehören). Gegen Ende des 17. Jhs. setzt sich als Unterscheidungsmerkmal zu nicht verwandtem Seite Schreibung mit ai durch. Redensartlich: gelindere Saiten aufziehen ‘sanfter vorgehen’ (17. Jh.), andere Saiten aufziehen ‘andere, härtere Mittel anwenden’ (18. Jh.), eine alte Leier mit einer neuen Saite beziehen ‘bereits Bekanntes wiederholen’ (18. Jh.). besaitet Part.adj. ‘mit Saiten versehen’ (15. Jh.), zart besaitet ‘von sensiblem Wesen’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

zart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›besaitet‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Killer war nämlich erstaunlich zart besaitet, das hatte ich schon gemerkt.
Die Zeit, 15.06.1962, Nr. 24
Wenn jemand so zart besaitet ist, warum sollte er sich dann auf ein so knallhartes Spiel einlassen?
Der Spiegel, 26.06.1995
Zehn Betten stehen zur Auswahl, wobei der Tourist weniger anspruchsvoll und nicht ganz so zart besaitet sein sollte.
Der Tagesspiegel, 27.08.1999
Um das höchste Lob für den Italiener zu verstehen, darf man nicht zart besaitet sein.
Die Welt, 20.06.2002
Sie sind zart besaitet, und der Spott des Hochmuts würde sie nur noch verschlossener machen.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18918
Zitationshilfe
„besaitet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/besaitet>, abgerufen am 18.10.2019.

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