beruflich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-ruf-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›beruflich‹ als Letztglied: ↗außerberuflich · ↗freiberuflich
eWDG, 1967

Bedeutung

den Beruf betreffend
Beispiele:
die berufliche Ausbildung, Fortbildung
ein Plan zur beruflichen Entwicklung, Weiterbildung
seine berufliche Tätigkeit wird allgemein gewürdigt
sie hat ihr berufliches Können ständig verbessert
bei der Gehaltseinstufung wird die berufliche Qualifikation berücksichtigt
sie nahmen ihre beruflichen Pflichten sehr ernst
aus beruflichen Gründen musste er plötzlich verreisen
adverbiell
durch den Beruf
Beispiele:
wir sind beruflich stark beansprucht
er war beruflich verhindert, an der Feier teilzunehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

berufen · berufen · unberufen · Beruf · beruflich
berufen Vb. ‘ernennen, in ein Amt einführen’, auch (heute selten) ‘einberufen’, reflexiv ‘sich stützen, beziehen auf’, mhd. beruofen ‘zusammenrufen, ausrufen, tadeln, unzeitig und zum Unheil nennen, beschreiben, bezaubern, anklagen’, reflexiv ‘sich zusammenrufen, sich versammeln, sich beziehen auf, appellieren’ ist eine präfigierte Bildung zu dem unter ↗rufen (s. d.) behandelten Verb; vgl. auch schwach flektierendes ahd. bi(h)ruofen ‘zusammenrufen’ (10. Jh.). Die heute vorherrschende Bedeutung ‘in ein Amt einsetzen, ernennen’ ist (wie bei Beruf, s. unten) von Luthers Gebrauch beeinflußt, vgl. eyn yglicher bleybe ynn dem ruff (‘dem von Gott bestimmten Stand’), darynn er beruffen (‘von Gott eingesetzt und tätig’) ist; bistu eyn knecht beruffen, sorge dyr nicht. Der reflexive Gebrauch ‘sich auf etw. als Beweis, auf jmdn. stützen’ (15. Jh.) entstammt der Rechtssprache; daher auch ‘eine Versammlung, einen beratenden oder beschließenden Ausschuß einsetzen’, eigentlich ‘auf-, herbeirufen, vorladen’. berufen Part.adj. ‘besonders geeignet’, daher auch ‘berühmt’, eigentlich ‘in ein Amt eingesetzt’ (ebenfalls Luther 1522). unberufen Part.adj. ‘unaufgefordert, ohne Auftrag’ (2. Hälfte 15. Jh.), heute vornehmlich im Sinne von ‘unbeschrieen’ als vorbeugende Abwehrformel, eigentlich ‘ohne darüber reden zu wollen’, in der abergläubischen Furcht, wohlwollendes Reden über eine Sache gereiche dieser zum Unglück (19. Jh.). Beruf m. ‘erlernte bzw. ausgeübte Tätigkeit, mit der jmd. seinen Lebensunterhalt verdient’ (im 17. Jh. aufkommend, im 19. Jh. voll ausgeprägt), ausgehend von älteren Verwendungen wie ‘Berufung (in ein Amt), Bestimmung (für eine Tätigkeit), Amtsausübung’ (16. Jh.; vgl. noch aus innerem Beruf), zuvor ‘Aufforderung, Bekanntmachung, Berufung (in ein Gericht), Leumund’ (15. Jh.). Auch hier wird die heutige Bedeutung durch Luther verbreitet, der Beruf, für griech. (Neues Testament) klḗsis (κλῆσις), kirchenlat. vocātio, im Sinne von ‘göttliche Berufung, christliche Bestimmung’ gebraucht, vgl. beruff zum Pfarrampt odder seel sorge. beruflich Adj. ‘den Beruf betreffend’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beruflich · ↗professionell

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Aufstieg Ausbildung Bildung Eingliederung Erstausbildung Existenz Fortbildung Fortbildungszentrum Fortkommen Grund Karriere Laufbahn Mobilität Nachteil Neuorientierung Perspektiv Perspektive Qualifikation Qualifizierung Rehabilitation Tätigkeit Weiterbildung Werdegang Wiedereinstieg Zukunft familiär persönlich privat schulisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beruflich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich kann es kein Ziel beruflicher Bildung sein, Gewinne zu erzielen.
Die Zeit, 11.02.2008, Nr. 06
Dann hat sie ihm sicher von ihren beruflichen Plänen erzählt?
Der Tagesspiegel, 19.12.2004
Ob Sie wirklich beharrlich sind, kann man erst in der beruflichen Praxis erkennen.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 212
Die Ausbildung der Lehrer für berufliche Fächer erfolgt in den Staatlichen Berufspädagogischen Einrichtungen.
Schaub, Horst u. Zenke, Karl G.: Dänemark. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1995], S. 893
Geistiges Training sollte nicht mit bloßem Lernen auf ein berufliches Ziel hin verwechselt werden.
Schwenk, Hans: Gesünder wohnen, München: König Verlag 1972, S. 86
Zitationshilfe
„beruflich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/beruflich>, abgerufen am 18.10.2019.

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