beredt

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-redt
Grundformbereden
Wortbildung mit ›beredt‹ als Erstglied: ↗Beredtheit
eWDG, 1967

Bedeutung

redegewandt
Beispiele:
ein beredter Anwalt, Fürsprecher
er trat mit beredten Worten für seinen Freund ein
du bist sehr beredt
Strömt es mir gleich nicht so beredt vom Munde [SchillerStuartII 3]
übertragen sprechend, ausdrucksvoll
Beispiele:
beredte Mienen, Hände
das Werk des Künstlers legt beredtes (= treffendes) Zeugnis ab für seine Meisterschaft
mit seinen schönen, beredten Augen schaute er Girardin ins Gesicht [Feuchtw.Narrenweisheit36]
vielsagend
Beispiele:
ihr Schweigen war beredt
wie er ... mit dem Oberholzer beredte Blicke wechselte [O. M. GrafUnruhe131]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rede · reden · Redner · rednerisch · beredt · beredsam · Beredsamkeit · redselig · Redensart
Rede f. ‘Äußerung, sinnvolle Wortfolge, Ansprache, Vortrag’, ahd. reda (8. Jh.), redī (9. Jh.), mhd. rede ‘Rechenschaft, Vernunft, Verstand, Sprache, Gespräch, Erzählung’, asächs. reðia ‘Rechenschaft’, mnd. mnl. rēde, nl. rede ‘Verstand, Bewußtsein, Rechenschaft, Argument, Rede’, afries. retha, got. raþjō ‘Abrechnung, Zahl, Rechenschaft’ (mit dazu gebildetem garaþjan ‘zählen’) führen auf germ. *raþjōn und sind wie lat. ratio (Genitiv ratiōnis) ‘Rechnung, Rechenschaft’ Ableitungen mit dem Suffix ie. -i̯ō(n) von mit Dental erweitertem ie. *rē-; dazu auch ↗gerade, das zweite Kompositionsglied von ↗hundert, ↗raten (s. d.) sowie lat. rērī (ratus sum) ‘bei sich bestimmen, glauben, meinen’ und möglicherweise lit. ríeti ‘(Holz) schichten’. Es handelt sich dabei um eine Form der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’ (s. ↗Arm). In fester Wendung gebundene Rede ‘Poesie’, eine Prägung der Sprachgesellschaften (17. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet reden Vb. ‘sprechen, sich sinnvoll äußern, sagen’, ahd. redōn (9. Jh.), mhd. reden, asächs. reðion, mnd. rēden, redden; mnl. reden, afries. rethia (germ. *raþjan) und (ohne Nachfolge im Nhd.) ahd. redinōn (9. Jh.), mhd. redenen, asächs. reðinon. Redner m. ‘wer eine Rede hält, Vortragender’, ahd. redināri (um 1000), mhd. redenære, Nomen agentis zum Verb ahd. redinōn. rednerisch Adj. ‘in der Art eines guten Redners’ (17. Jh.). beredt Part.adj. ‘redegewandt, gesprächig’ (15. Jh.), verkürzt aus mhd. beredet sīn ‘mit Rede begabt sein, zu sagen wissen’, zu mhd. bereden ‘wovon reden, etw. mündlich festsetzen, durch mündliche Rede gütlich beilegen’, rechtssprachlich ‘beweisen, dartun, überführen, vor Gericht verteidigen’; vgl. ahd. biredinōn ‘überführen, überreden’ (9. Jh.). beredsam Adj. ‘redegewandt’ (17. Jh.); Beredsamkeit f. ‘Redegewandtheit, Redegabe’ (16. Jh.). redselig Adj. ‘geschwätzig’ (15. Jh.). Redensart f. ‘geläufige, feststehende sprachliche Wendung’, Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von gleichbed. frz. manière de parler (jünger façon de parler).

Thesaurus

Synonymgruppe
beredsam · ↗eloquent · ↗redegewandt · ↗wortgewandt · ↗zungenfertig  ●  beredt  geh. · ↗redegewaltig  geh. · ↗sprachgewaltig  geh. · ↗sprachgewandt  geh. · ↗sprachmächtig  geh.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
bedeutungsvoll · ↗vielsagend  ●  beredt  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Advokat Anwalt Artikulation Ausdruck Fürsprecher Gebärde Gestik Interpret Klage Körpersprache Mimik Plädoyer Schweigen Schweiger Schweigsamkeit Sprachlosigkeit Verfechter Verfechterin Wortführer Zeuge Zeugnis ausschweigen belesen geistreich künden minder schweigen sprechend stumm überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beredt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Autoren der sechziger Jahre fallen indes nur durch beredtes Schweigen auf.
Die Welt, 14.08.2002
Er ist nur etwas weniger beredt als der provinzielle Marker.
Die Zeit, 09.03.1979, Nr. 11
Leider sind seine Verse noch weniger beredt als seine Musik.
Girardon, Renée: Colin Blamont. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 18803
Aber ihr waren sie beredt, zu ihr sprachen sie verständnishoffend, - Verständnis findend.
Frapan, Ilse: Arbeit. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5364
Es war eine beredte Sprache, als wir einander stumm ansahen und schweigend die Höhe hinabgingen.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Zitationshilfe
„beredt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/beredt>, abgerufen am 17.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Beredsamkeit
beredsam
bereden
Berechtigungswesen
Berechtigungsschein
Beredtheit
bereedern
beregnen
Beregnung
Beregnungsanlage