beredsam

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-red-sam
Wortzerlegungbereden-sam
Wortbildung mit ›beredsam‹ als Erstglied: ↗Beredsamkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

redegewandt, beredt
Beispiele:
sie ist sehr beredsam
alle diese Vorzüge wurden dem jungen Mann ... beredsam angepriesen [MeyrErzählungen3,17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rede · reden · Redner · rednerisch · beredt · beredsam · Beredsamkeit · redselig · Redensart
Rede f. ‘Äußerung, sinnvolle Wortfolge, Ansprache, Vortrag’, ahd. reda (8. Jh.), redī (9. Jh.), mhd. rede ‘Rechenschaft, Vernunft, Verstand, Sprache, Gespräch, Erzählung’, asächs. reðia ‘Rechenschaft’, mnd. mnl. rēde, nl. rede ‘Verstand, Bewußtsein, Rechenschaft, Argument, Rede’, afries. retha, got. raþjō ‘Abrechnung, Zahl, Rechenschaft’ (mit dazu gebildetem garaþjan ‘zählen’) führen auf germ. *raþjōn und sind wie lat. ratio (Genitiv ratiōnis) ‘Rechnung, Rechenschaft’ Ableitungen mit dem Suffix ie. -i̯ō(n) von mit Dental erweitertem ie. *rē-; dazu auch ↗gerade, das zweite Kompositionsglied von ↗hundert, ↗raten (s. d.) sowie lat. rērī (ratus sum) ‘bei sich bestimmen, glauben, meinen’ und möglicherweise lit. ríeti ‘(Holz) schichten’. Es handelt sich dabei um eine Form der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’ (s. ↗Arm). In fester Wendung gebundene Rede ‘Poesie’, eine Prägung der Sprachgesellschaften (17. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet reden Vb. ‘sprechen, sich sinnvoll äußern, sagen’, ahd. redōn (9. Jh.), mhd. reden, asächs. reðion, mnd. rēden, redden; mnl. reden, afries. rethia (germ. *raþjan) und (ohne Nachfolge im Nhd.) ahd. redinōn (9. Jh.), mhd. redenen, asächs. reðinon. Redner m. ‘wer eine Rede hält, Vortragender’, ahd. redināri (um 1000), mhd. redenære, Nomen agentis zum Verb ahd. redinōn. rednerisch Adj. ‘in der Art eines guten Redners’ (17. Jh.). beredt Part.adj. ‘redegewandt, gesprächig’ (15. Jh.), verkürzt aus mhd. beredet sīn ‘mit Rede begabt sein, zu sagen wissen’, zu mhd. bereden ‘wovon reden, etw. mündlich festsetzen, durch mündliche Rede gütlich beilegen’, rechtssprachlich ‘beweisen, dartun, überführen, vor Gericht verteidigen’; vgl. ahd. biredinōn ‘überführen, überreden’ (9. Jh.). beredsam Adj. ‘redegewandt’ (17. Jh.); Beredsamkeit f. ‘Redegewandtheit, Redegabe’ (16. Jh.). redselig Adj. ‘geschwätzig’ (15. Jh.). Redensart f. ‘geläufige, feststehende sprachliche Wendung’, Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von gleichbed. frz. manière de parler (jünger façon de parler).

Thesaurus

Synonymgruppe
beredsam · ↗eloquent · ↗redegewandt · ↗wortgewandt · ↗zungenfertig  ●  ↗beredt  geh. · ↗redegewaltig  geh. · ↗sprachgewaltig  geh. · ↗sprachgewandt  geh. · ↗sprachmächtig  geh.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fast hatte man den früher so beredsamen Autor schon vergessen.
Der Tagesspiegel, 15.02.2004
In diesen Partien hat auch die Musik ihre beredsamsten Momente.
Die Zeit, 23.05.1957, Nr. 21
Er schrieb eine männliche Prosa, er schrieb wunderbar beredsame, beschwörende, lyrisch bewegte Bücher.
Die Zeit, 28.03.1986, Nr. 14
John McCain preist ihn als den beredsamsten und am weitesten blickenden "Apostel der Freiheit".
Die Welt, 10.12.1999
Es mache die Beratungen gerade so spannend, dass man sich mit einer Mehrzahl von streitbaren, beredsamen und meinungsfreudigen Richtern auseinander setzen müsse.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2000
Zitationshilfe
„beredsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/beredsam>, abgerufen am 16.09.2019.

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