berüchtigt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-rüch-tigt (computergeneriert)
Wortbildung mit ›berüchtigt‹ als Letztglied: ↗übelberüchtigt
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend in üblem Ruf stehend, schlecht beleumdet
Beispiele:
ein berüchtigter Gauner
eine übel berüchtigte (= verrufene) Gegend
er ist durch seinen Geiz, wegen seiner Rachsucht berüchtigt
der preußische Drill war wegen seines Stumpfsinns berüchtigt
die reichste Frau der Staaten und berüchtigte Wucherin [Kellerm.Tunnel39]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

berüchtigt Part.adj. ‘in schlechtem Ruf stehend, übel beleumdet’ (16. Jh.), zu frühnhd. berüchtigen ‘in schlechten Ruf, ins Gerede bringen, verleumden’ (bis ins 19. Jh. bezeugt), das auf mnd. berüchtigen ‘Geschrei erheben, in guten oder schlechten Ruf bringen’ (vgl. auch gleichbed. mnd. berüchten) beruht und in die hd. Rechtssprache übernommen wird. Gebildet zu mnd. (be)rüchtich ‘ruchbar, bekannt’, einer Bildung zu mnd. ruchte ‘Ruf, Geschrei, guter oder schlechter Ruf, Leumund’, dem (bei nd. -cht für hd. -ft) mhd. ruoft ‘Ruf, (Ge)schrei, Gerücht, Leumund’ (s. ↗rufen) entspricht. S. auch ↗anrüchig, ↗Gerücht, ↗ruchbar.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Gschmäckle haben · ↗anrüchig · berüchtigt · ↗berühmt-berüchtigt · ↗halbseiden · schlecht beleumundet · ↗unsauber · ↗unseriös · ↗verrufen · verschrien · von zweifelhaftem Ruf  ●  nicht ganz koscher  fig. · ↗krumm  ugs., fig. · zum Himmel stinken  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Deutschensiedlung Drogenboss Feldkommandeur Foltergefängnis Folterzentrum Gefangenenlager Gefängnis Gefängnisinsel Geheimpolizei Haftanstalt Hunnenrede Internierungslager Kommissarbefehl Kriegsherr Mafiaboss Miliz Milizenführer Plenum Sondereinheit Straflager Sträflingsbrigade Teheraner Todesmarsch Todesschwadron Volksgerichtshof Waldheimer Wannsee-Konferenz ZK-Plenum Zuchthaus berühmt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›berüchtigt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das berüchtigte Aufleuchten der Augen kann er aber nicht schauspielerisch reproduzieren, und gottlob hat er braune Augen.
Die Welt, 14.10.2004
Die sollten also einfach aufhören, das berüchtigte weiße Gift an den falschen Mann zu bringen.
Süddeutsche Zeitung, 12.08.2000
Eines Tages zogen sie wieder zu dem berüchtigten Übungsgelände hinaus.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 429
Das junge Mädchen weilte in der Nacht am liebsten in den berüchtigten Vierteln.
Lichtenstein, Alfred: Die Jungfrau. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 34289
So habe er allerdings die berüchtigten substantiellen Formen «wieder ins Leben gerufen, aber in einem neuen Sinne, demjenigen nämlich» ursprünglicher Kräfte «.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7540
Zitationshilfe
„berüchtigt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/berüchtigt>, abgerufen am 26.04.2019.

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