bequem

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-quem (computergeneriert)
Wortbildung mit ›bequem‹ als Erstglied: ↗bequemlich  ·  mit ›bequem‹ als Grundform: ↗unbequem
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
keine Mühe, Anstrengung, keinen Zwang verursachend
a)
behaglich
Beispiele:
ein bequemer Stuhl, Sessel, ein bequemes Plätzchen, Bett
es sich [Dativ] (auf dem Sofa) bequem machen
es jmdm. bequem machen
zwanglos
Beispiele:
bequem sitzen, liegen
bequem in den Sessel zurückgelehnt
eine bequeme Haltung einnehmen
b)
nicht einengend
Beispiele:
bequeme Schuhe
eine bequeme Hausjacke
ein bequemer Mantel
ohne Mühe zu benutzen
Beispiele:
eine bequeme Treppe
ein bequemer Weg
c)
angenehm
Beispiele:
eine bequeme Reise
ein bequemer Aufenthalt
d)
Beispiele:
sich sein Brot bequem (= ohne große Anstrengung) verdienen
ein bequemes Leben führen, haben
sich [Dativ] das Leben bequem machen
die Ergebnisse sind für den Leser bequem (= übersichtlich) zusammengestellt
eine bequeme (= schnell gefundene) Lösung
ein bequemer Vorwand
keine Unannehmlichkeiten bereitend
Beispiele:
eine bequeme Stellung
ein bequemer Vorgesetzter
er ist nicht bequem im Umgang (= ist schwer zu behandeln)
e)
adverbiell
umgangssprachlich gut, ohne Mühe
Beispiele:
ich konnte alles bequem beobachten
mit dem Geld kommen wir bequem aus
wir können in einer Stunde bequem dort sein
den Schirm kann man bequem in der Tasche tragen
2.
träge
Beispiele:
ein bequemer Mensch
er war viel zu bequem, uns zu begleiten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bequem · unbequem · Bequemlichkeit · bequemen
bequem Adj. ‘angenehm, behaglich, träge’, ahd. biquāmi (9. Jh.), mhd. bequæme ‘angemessen, passend, tauglich’, zu ahd. biqueman ‘passen, nützen’, nhd. ↗bekommen (s. d.); vgl. mnd. bequēme, bequāme, mnl. bequame, afries. biquām. Verwandt ist aengl. gecwēme. In der Bedeutung ‘träge, faul’ erst seit dem 18. Jh. gebräuchlich. Dazu unbequem Adj. ‘nicht angenehm’, ahd. unbiquāmi (9. Jh.), mhd. unbequæme. Bequemlichkeit f. mhd. bequæmelicheit zu mhd. bequæmelich Adj. ‘passend’. Dazu die Neubildung zum Adjektiv bequemen Vb. ‘anfügen, anpassen’ (15. Jh., zuerst transitiv, selten), seit dem 17. Jh. sich bequemen ‘sich fügen, sich bereit finden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bequem · ↗faul · ↗müßig · ↗passiv · ↗phlegmatisch · ↗tatenlos · ↗träge · ↗untätig  ●  ↗pomadig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
angenehm · ↗behaglich · bequem · ↗gemütlich · ↗wirtlich · ↗wohlig
Assoziationen
Synonymgruppe
behaglich · bequem · ↗komfortabel · ↗lässig
Assoziationen
Synonymgruppe
angenehm · bequem  ●  ↗kommod  geh., franz.
Assoziationen
Synonymgruppe
bequem · ↗hemdsärmelig · ↗locker · ↗salopp · ↗ungezwungen  ●  ↗hemdärmelig  schweiz., österr. · ↗hemdärmlig  schweiz.
Assoziationen
  • (sich) keinen Zwang antun · (sich) wie zu Hause fühlen · es sich gemütlich machen
Synonymgruppe
bequem · entspannt · ↗formlos · ↗gelöst · ↗launig · ↗leger · ↗locker · ↗lässig · ↗unbeschwert · ↗unförmlich · ↗ungezwungen · ↗unverkrampft · ↗zwanglos  ●  chillig  ugs. · ↗geschmeidig  ugs. · ↗relaxed  ugs., engl. · relaxt  ugs. · ↗tiefenentspannt  ugs., ironisch
Assoziationen
  • als nicht wichtig erachten · ↗leichtnehmen · nicht sehr ernst nehmen · ↗unterschätzen · ↗verharmlosen  ●  auf die leichte Schulter nehmen  ugs. · locker sehen  ugs.
  • großzügig über etwas hinwegsehen · keine Probleme haben (mit)  ●  (etwas) locker sehen  ugs. · locker bleiben  ugs.
  • beruhigend · entspannend · ↗erholsam · ↗wohltuend
  • leichtherzig · ↗leichtlebig · ↗unbekümmert · ↗unbeschwert
  • (sich) eine Auszeit nehmen · (sich) eine schöne Zeit machen · (sich) einen lauen Lenz machen  ●  (sich) einen Bunten machen  ugs.
  • (ganz) gelassen · ↗(ganz) gemütlich · im Schlendergang · in gemütlichem Tempo · in langsamem Tempo · in lässiger Gangart · ↗langsam · ohne (jede) Hektik · ohne die geringste Spur von Eile · ohne die mindeste Eile  ●  ganz entspannt  ugs. · gemessenen Schrittes  geh. · in chilligem Tempo  ugs. · ↗tiefenentspannt  ugs., ironisch
  • (es sich) bequem machen · (sich) einen (faulen) Lenz machen · ↗(sich) entspannen · ↗(sich) erholen · ↗ausruhen · ↗faulenzen · ↗herumlungern · nichts tun · untätig sein  ●  (die) Füße hochlegen  fig. · (ein) Lotterleben (führen)  scherzhaft · (sich) auf die faule Haut legen  ugs. · (sich) festhalten an  ugs., scherzhaft-ironisch · Däumchen drehen  ugs., fig. · abchillen  ugs., jugendsprachlich · abflacken  ugs. · ↗abhängen  ugs. · ablockern  ugs. · ↗abschalten  ugs. · abschimmeln  derb · absicken (jugendsprachlich)  ugs. · ↗chillen  ugs. · flohnen  ugs., schweiz. · ↗gammeln  ugs. · ↗herumgammeln  ugs. · ↗herumhängen  ugs. · ↗lungern  ugs. · nichts zu tun haben  ugs. · ↗rumfaulenzen  ugs. · ↗rumgammeln  ugs. · rumlungern  ugs.
  • Dauerlächler · ↗Strahlemann  ●  ↗Smiley  fig. · Dauergrinser  ugs. · Grinsgesicht  ugs. · ↗Sonnyboy  ugs.
  • befreit · entlastet · erleichtert · erlöst · ↗heilfroh
  • flapsig (Bemerkung, Auftreten) · ↗nonchalant · ↗salopp · ↗unbekümmert · ↗unernst  ●  hanswurstig  ugs.
  • (sich) keinen Zwang antun · (sich) wie zu Hause fühlen · es sich gemütlich machen
Synonymgruppe
(sehr) einfach · bequem · ↗leicht · ↗mühelos · ohne großen Aufwand · ohne weiteres · ↗spielend (einfach) · ↗unschwer  ●  gäbig  schweiz.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrede Ausweg Einstieg Einzelsitz Fauteuil Handhabung Kleidung Ledersessel Polster Schuh Schuhwerk Sessel Sitz Sitzen Sitzgelegenheit Sitzmöbel Sitzplatz Sitzposition Sofa Sportsitz Stuhl Vordersitz Weg billig einigermaßen handhaben schnell sehr sicher zurücklehnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bequem‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist nicht bequem dort, Platz gibt es auch nicht wirklich.
Süddeutsche Zeitung, 31.03.2004
Für die Nutzer ist das bequem, für die Verlage verhängnisvoll.
Der Tagesspiegel, 29.03.2003
Sie hatte eine bequeme Mehrheit von 289 von 450 Sitzen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 183
Man kann die bequeme wie die unbequeme Lösung wählen, beides läßt sich gleich verantworten.
Løgstrup, K. E.: Pflichtenkollision. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 26324
Und weiter vor allem, soll das Fell uns bequem sein?
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 0
Zitationshilfe
„bequem“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bequem>, abgerufen am 25.06.2019.

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