bemoost

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-moost
Grundformbemoosen
eWDG, 1967

Bedeutung

mit Moos bedeckt
Beispiele:
bemooste Dächer, Zweige
er saß auf einem bemoosten Baumstumpf
ein von bemoosten Mauern eingeschlossener Garten
überall sah man bemooste Felstrümmer
scherzhaft, bildlich alt
Beispiel:
ein Karpfen mit bemoostem Haupt (= ein alter Karpfen)
Studentensprache
Beispiele:
ein bemoostes Haupt (= Student mit vielen Semestern)
bemooste Häupter einer Burschenschaft
Ich weiß es wohl, bejahrt und noch Student, / Bemooster Herr [GoetheFaustII 6638]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moos1 · moosig · bemoosen · bemoost
Moos1 n. Name für kleine, dichte grüne Kissen bildende Sporenpflanzen, ahd. (8. Jh.), mhd. mos ‘Moos, Sumpf, Moor’, mnd. mos, mōs, aengl. mos, engl. moss ‘Moos, Moor’, mnl. nl. mos ‘Moos, Morast’, anord. mosi ‘Moos, Moor’, schwed. mossa (germ. *mosa(n)-), daneben (ablautend) ahd. mios m. n. (9. Jh.), mhd. mies, nhd. (bair. schwäb.) Mies (s. ↗Miesmuschel), aengl. méos und (mit grammatischem Wechsel) anord. mȳrr ‘Sumpf’, schwed. myr führen mit lit. mū̃sas ‘Schimmel auf saurer Milch’, aruss. mъchъ, russ. moch (мох) ‘Moos’ und (zusätzliches Gutturalsuffix aufweisendem) lat. muscus ‘Moos’, mnl. mosch ‘Sumpf, Moos’ auf eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *meu-, *mū̌ ‘feucht, modrig’. Dazu gehören auch Dentalbildungen wie ↗Moder und ↗Schmutz (s. d.). Moos ist der feuchte, sumpfige Grund und die darauf wachsende Pflanze. moosig Adj. ‘mit Moos bewachsen’, ahd. mosīg (Hs. 12. Jh.), mhd. mosec, mosic, auch ‘sumpfig, versumpft, morastig’. bemoosen Vb. ‘Moos ansetzen’ (Ende 17. Jh.); bemoost Part.adj. ‘mit Moos bewachsen’ (17. Jh.), zumeist übertragen ‘alt, betagt’ (19. Jh.), zumal in der Studentensprache bemooster Bursche, bemoostes Haupt ‘Student in hohem Semester’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baum Dach Fels Felsen Grabstein Haupt Kreuz Mauer Stamm Stein

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bemoost‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst fällt der Wolf über sie her, dann schubst sie der Bär rücklings auf einen bemoosten Fels.
Die Zeit, 07.11.1969, Nr. 45
Wie ich jetzt erfuhr, war der bemooste Reigen beim Herrn Professor durchaus nicht entzückt gewesen von der jungen Dame.
Die Welt, 16.07.2005
Sie lugt unter ihren Augenbrauen hervor wie unter einem bemoosten Dach.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 616
Und sein bemooster, grauschwarzer Rücken warf lange Schatten auf den Grund des Flusses.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 15
Dort die dicke Buche mit dem bemoosten Stamm, unter der es sich im Sommer so wunderschön träumen ließ, winkte ihr mit den Zweigen grüßend zu.
Trott, Magda: Puckis neue Streiche, Stuttgart: Titania (1951) [1920], S. 112
Zitationshilfe
„bemoost“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bemoost>, abgerufen am 22.07.2019.

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