bemerken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-mer-ken (computergeneriert)
Grundformmerken
Wortbildung mit ›bemerken‹ als Erstglied: ↗bemerkbar · ↗bemerkenswert
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. wahrnehmen
Beispiele:
etw., jmdn. zufällig im Theater bemerken
jmds. Absicht, Überraschung, Erschrecken bemerken
sie schien seinen Blick, seine Abwesenheit nicht zu bemerken
ich bemerkte sofort, dass sich etwas verändert hatte
sie konnte alles sehen, ohne dass sie bemerkt wurde
sie hatte einen ängstlichen Ton in seiner Stimme bemerkt
2.
etw. äußern, sagen
Beispiele:
etw. beiläufig, ausdrücklich bemerken
im übrigen, bei dieser Gelegenheit möchte ich bemerken, dass ...
nebenbei, am Rande bemerkt
hierzu, über ihr Benehmen ist nichts Nachteiliges zu bemerken
papierdeutsch mit dem Bemerkenmit der Bemerkung
Beispiel:
er kehrte zurück mit dem Bemerken, dass alles in Ordnung sei
veraltet etw. schriftlich vermerken
Beispiele:
etw. auf einer Visitenkarte, auf dem Briefumschlag bemerken
Habt Ihr's im Protokoll bemerkt [KleistZerbrochener Krug7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

merken · merklich · merkwürdig · Merkwürdigkeit · anmerken · Anmerkung · aufmerken · aufmerksam · Aufmerksamkeit · bemerken · Bemerkung · vermerken · Vermerk
merken Vb. ‘wahrnehmen, entdecken, spüren, mit dem Verstand auffassen und im Gedächtnis festhalten’, ahd. merken ‘bezeichnen, angeben, abgrenzen’ (11. Jh.), mhd. merken ‘beachten, beobachten, wahrnehmen, sich einprägen, mit einem Zeichen versehen’, asächs. merkian, mnd. mnl. nl. merken ‘markieren, bezeichnen, spüren’, anord. merkja ‘kenntlich machen, bezeichnen’, schwed. märka (germ. *markjan) sind abgeleitet von den unter ↗Marke f. (s. d.) angeführten neutralen Substantiven. Ebenfalls dazu sind gebildet ahd. markōn ‘begrenzen, kennzeichnen’ (um 800), asächs. markon ‘bestimmen, bemerken’, aengl. mearcian ‘bezeichnen’, engl. to mark, anord. marka ‘kennzeichnen, bekanntmachen, verstehen’. Als Ausgangsbedeutung ist anzusetzen ‘mit einem Zeichen versehen’, woraus ‘das Gekennzeichnete wahrnehmen und beachten’. merklich Adj. ‘deutlich, wahrnehmbar’, mhd. merklich ‘wohl zu beachten, bemerkbar, deutlich, bedeutend, wichtig’. merkwürdig Adj. ‘seltsam, verwunderlich’ (19. Jh.), ‘bemerkenswert, bedeutsam’ (17. Jh.); Merkwürdigkeit f. (18. Jh.). anmerken Vb. ‘eine (ergänzende) Bemerkung machen, anzeichnen, be-, vermerken’ (16. Jh.); vgl. ahd. anamerken (9./10. Jh.), mhd. anemerken ‘angrenzen’; Anmerkung f. ‘Vermerk, (kurze) Erläuterung’ (15. Jh.), auch ‘Fußnote’ (17. Jh.), nach lat. observātio ‘Wahrnehmung, Beobachtung’. aufmerken Vb. ‘seine Gedanken konzentriert auf etw. richten, aufpassen’ (15. Jh.); aufmerksam Adj. ‘gut aufpassend, konzentriert folgend, höflich’ (17. Jh.); Aufmerksamkeit f. (17. Jh.). bemerken Vb. ‘wahrnehmen, ergänzen, seine Meinung zu etw. äußern’, ahd. bimerken ‘aufzeichnen, kennzeichnen’ (11. Jh.), mhd. bemerken ‘beobachten, prüfen’; Bemerkung f. ‘kurze Meinungsäußerung zu etw., Wahrnehmung, Beobachtung’ (17. Jh.). vermerken Vb. ‘notieren, merken’, spätmhd. vermerken ‘(be)merken, gewahr werden’; Vermerk m. ‘Notiz, Eintragung’, älter ‘Bemerkung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anmerken (gegenüber) · ↗beachten · bemerken · merken
Synonymgruppe
bemerken · ↗erfassen · ↗feststellen · ↗registrieren
Assoziationen
  • (die) Augen nicht länger davor verschließen können (dass) · (die) Augen nicht länger vor der Tatsache verschließen können (dass) · nicht umhinkommen, sich einzugestehen (dass) · zu der Feststellung gelangen (müssen) · zur Kenntnis nehmen müssen  ●  ↗konstatieren (müssen)  geh.
  • Notiz nehmen (von) · ↗vermerken · zur Kenntnis nehmen
Synonymgruppe
bemerken · ↗berichten · ↗erläutern · ↗erzählen · ↗mitteilen · ↗reden · ↗sagen · ↗schildern · ↗vermerken · ↗äußern  ●  (eine) Äußerung tätigen  Amtsdeutsch · den Mund aufmachen  ugs., auch figurativ
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
bemerken · ↗erkennen · merken · ↗realisieren · ↗registrieren · ↗wahrnehmen · zur Kenntnis nehmen  ●  ↗ankommen (bei)  ugs., fig. · gewahr werden  geh. · ↗mitbekommen  ugs. · ↗perzipieren  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Diskussion bereichern (um den Aspekt o.ä.) · (sich) die Bemerkung erlauben (dass) · ↗anfügen · ↗anmerken · bemerken · einfließen lassen · ↗hinzufügen · ↗hinzusetzen · nicht unerwähnt lassen (wollen)  ●  (seine) Rede würzen (mit)  geh., fig. · ↗einflechten (Bemerkung)  geh., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwohner Befragen Brand Diebstahl Fahrer Fehlen Fehler Feuer Irrtum Passant Rauch Tageszeitung Uhr Unterschied Verschwinden Zeitung beiläufig dazu einmal erst ironisch kaum lakonisch nebenbei sarkastisch sofort spät süffisant treffend trocken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bemerken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt haben wir gezeigt, dass wir gewinnen können », bemerkte der Coach.
Die Zeit, 13.01.2013 (online)
Wie rechts wir waren, hatten sie vielleicht gar nicht bemerkt.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 97
Der Kanzler bemerkte dazu, das Problem lasse sich nur durch erfolgreiches Exportieren wirklich lösen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1990]
Man hat immer wieder bemerkt, daß totalitäre Bewegungen sich der demokratischen Freiheiten bedienen, um dieselben abzuschaffen.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 466
Gerade soviel zu verstehen geben, daß "sie" es empfindet, andere aber nichts bemerken.
Rafaeli, Max u. Le Mang, Erwin: Ueber die Liebe. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1927], S. 104
Zitationshilfe
„bemerken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bemerken>, abgerufen am 17.06.2019.

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