belauschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-lau-schen
Grundformlauschen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
lauschend und heimlich
a)
jmdm. zuhören
Beispiele:
zwei Leute in ihrer Unterhaltung belauschen
jmdn. von draußen, durchs offene Fenster, beim Singen, Klavierspielen belauschen
fremde Gespräche belauschen
b)
jmdn. beobachten
Beispiele:
jmdn. bei einer Beschäftigung, Arbeit, beim Schlafen belauschen
das Mienenspiel, die kleinste Bewegung in einem Gesicht belauschen
die Tierwelt mit der Kamera belauschen
die atemlos belauschte nistende Meise [Hofmannsth.ProsaI 376]
2.
etw. mit allen Sinnen zu erfassen suchen
Beispiele:
die Natur, den Gesang der Vögel belauschen
das Leben um sich belauschen
die Entwicklung der Sprache belauschen
er belauschte seine eigenen Gedanken
und hier verweilte er oft ... um den Mond oder die Gestirne zu belauschen [Tieck27,10]

Thesaurus

Synonymgruppe
abhören · ↗ablauschen · ↗aushorchen · belauschen · lauschen · ↗mithören · ↗mitschneiden
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Datenverkehr Fremde Funkverkehr Geheimdienst Gespräch Journalist Kamera Kommunikation Mikrofon Ohr Passant Richtmikrofon Russe Selbstgespräch Stasi Telefon Telefonat Telefongespräch Telefonieren UN-Generalsekretär Unterhaltung Versteck Vogel Wohnung abhören belauern beobachten bespitzeln heimlich zufällig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›belauschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und ich glaube auch, daß er befürchtete, sie belauschten ihn.
Die Zeit, 01.12.1978, Nr. 49
Der physiognomische Sinn achtet auf die Spannungen der Formen und belauscht, als Nachbar der Dinge, ihr expressives Flüstern.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 259
Er ging hinter den Kindern her und belauschte ihre verzehrende Sehnsucht.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 125
Er wurde ein Meister in der Kunst, den Feind zu belauschen.
Roth, Joseph: Ein Kapitel Revolution. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 14
Nicht, wenn man ein Gespräch belauscht hatte wie sie am Abend zuvor.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 145
Zitationshilfe
„belauschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/belauschen>, abgerufen am 19.06.2019.

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