begrifflich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-griff-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›begrifflich‹ als Erstglied: ↗Begrifflichkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend
Beispiele:
begriffliche Klarheit anstreben
begriffliches (= abstraktes) Denken
wenn diese [Fremdwörter] begrifflich mehr umfassen als ein deutsches Wort [BrugschArzt245]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

begreifen · Begriff · begreiflich · begrifflich · begriffsstutzig
begreifen Vb. ‘verstehen, geistig voll erfassen, umfassen, einschließen’. Ahd. bigrīfan (8. Jh.), mhd. begrīfen, mnd. begrīpen, nl. begrijpen bedeuten ursprünglich ‘ergreifen, betasten’, auch ‘umfassen, enthalten’ (zur Herkunft s. ↗greifen). Schon in ahd. Zeit, wo es lat. comprehendere ‘begreifen’ übersetzt, später vor allem bei den Mystikern, erfährt das Wort eine Bedeutungserweiterung, indem körperliches ‘Greifen, Fassen’ auf geistige Aneignung, ‘mit dem Verstande erfassen, verstehen’, ausgedehnt wird. Begriff m. mhd. begrif ist zu begreifen im Sinne von ‘umfassen, enthalten’ gebildet und bedeutet ‘Umfang, Bezirk, Umfang und Inhalt einer Vorstellung’, ferner ‘Zusammenfassung, kurzer Auszug’. Begriff kommt durch die philosophischen Aufklärer Wolff und Thomasius allgemein in Gebrauch; Begriff und Vorstellung werden in der philosophischen Terminologie bald gegeneinander abgegrenzt, so daß Begriff die heute vorherrschende Bedeutung ‘wesentliche Merkmale einer Sache oder einer Gruppe von Erscheinungen, die zu einer gedanklichen Einheit zusammengefaßt sind’ erhält. begreiflich Adj. ‘verständlich’ ist aus mhd. begrīflich ‘faßbar, leicht fassend, begreifend’ hervorgegangen, während begrifflich Adj. vom Substantiv abgeleitet, ‘einen Begriff, eine gedankliche Einheit betreffend’ bedeutet (17. Jh.). begriffsstutzig Adj. ‘schwerfällig im Begreifen, schwer von Begriff, verdutzt’ (Mitte 19. Jh.), s. ↗stutzen; anfangs oft mit Umlaut begriffsstützig.

Thesaurus

Synonymgruppe
abstrakt · begrifflich · ↗unanschaulich · ↗ungegenständlich · ↗unkonkret · ↗unwirklich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrenzung Abstraktion Artikulation Bestimmtheit Denken Differenzierung Distinktion Durchdringung Erfassen Erfassung Fixierung Formung Instrumentarium Klarheit Klärung Neuschöpfung Präzision Rüstzeug Scheidung Schärfe Trennschärfe Ungenauigkeit Unklarheit Unschärfe Unterscheidung bildlich faßbar fixiert gedanklich methodisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begrifflich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist begrifflich schärfer, als es bei Karl Kraus klingt, von diesem aber sehr weit nicht entfernt.
Süddeutsche Zeitung, 09.11.1995
Von seiner Qualität hängt die Qualität des begrifflichen Inhalts der Wörter in der Sprache der Kinder ab.
Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 15
Sie hat den Dingen ihre begriffliche Form gegeben und uns das Vermögen, zu begreifen.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13643
Die politische Freiheit ist eine begriffliche Erweiterung der physischen Freiheit.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26579
Ebenso bestehe ich darauf, daß eine Kollektivschuld, auch und insbesondere zwischen den Generationen, begrifflich und moralisch nicht zu rechtfertigen ist.
Die Welt, 07.01.2006
Zitationshilfe
„begrifflich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/begrifflich>, abgerufen am 15.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
begriffen
Begriff
Begrenzungslinie
Begrenzungslicht
Begrenzungsleuchte
Begrifflichkeit
Begriffsabgrenzung
Begriffsanalyse
Begriffsapparat
Begriffsbestimmung