begabt

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-gabt
Grundformbegaben
Wortbildung mit ›begabt‹ als Letztglied: ↗doppelbegabt · ↗fantasiebegabt · ↗hochbegabt · ↗höchstbegabt · ↗kunstbegabt · ↗minderbegabt · ↗musikbegabt · ↗phantasiebegabt · ↗reichbegabt · ↗schwachbegabt · ↗sprachbegabt · ↗stimmbegabt · ↗unbegabt · ↗vernunftbegabt
 ·  mit ›begabt‹ als Grundform: ↗Begabte
eWDG, 1967

Bedeutung

befähigt, talentiert
Beispiele:
er ist vielseitig, sehr, ungewöhnlich, mäßig begabt
er ist künstlerisch begabt
ein begabter Dichter, Schüler
nebenbei war er der begabteste und gesuchteste Architekt New Yorks [Kellerm.Tunnel18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gabe · begabt · hochbegabt · Begabung
Gabe f. ‘Geschenk, bestimmte Menge, Begabung, Talent’, ahd. gāba (9. Jh.), mhd. gābe, mnd. mnl. gāve, nl. gave, anord. gāfa gehören wie die Vertreter der im Nhd. untergegangenen Bildung ahd. geba (8. Jh.), mhd. gebe, asächs. geƀa, aengl. giefu, anord. gjǫf, got. giba (germ. *gebō) zu dem unter ↗geben (s. d.) behandelten Verb. Beide Formen sind jedoch in ihrer Bedeutung unterschieden, indem mhd. gābe vorwiegend das Ergebnis des Schenkens, das ‘Geschenk’ bezeichnet, mhd. gebe dagegen die Handlung des Gebens, das ‘Schenken’ hervorhebt. Schon mhd. gābe bezeichnet auch die Eigenschaft, womit einer ausgestattet (begabt, s. unten) ist, also ‘Begabung, Talent’. Gabe als ‘das, was gegeben wird’ steht schließlich im Sinne von milde Gabe für ‘Almosen, Spende’, in Wendungen wie die gewohnte Gabe (an Medikamenten) verabreichen für ‘Portion, Dosis’. begabt Part.adj. ‘talentiert, mit guten Anlagen, Geistesgaben ausgestattet’; eigentlich Part. Prät. zu heute unüblichem begaben ‘mit Gaben ausstatten, beschenken’, dem mhd. begāben vorangeht, das im 13. Jh. zuerst in der Rechtssprache (‘letztwillig bedenken, mit Vorrechten ausstatten’) auftritt, im 14. Jh. von der Mystik auf die Gnadengaben Gottes bezogen wird, wohl unter Einfluß von kirchenlat. dōtātus (vgl. frz. doué, engl. gifted, nl. begaaft, dän. begavet). Über den religiösen Bereich hinaus entwickelt sich begabt zum Ausdruck für jede Ausstattung mit Geistesgaben oder sonstigen guten Anlagen; dazu hochbegabt Adj. (16. Jh.). Begabung f. ‘Befähigung, Anlage, Talent’, vom 14. Jh. an vor allem ein Ausdruck der Rechtssprache für ‘Schenkung, Stiftung, Beschenkung, Vorrechte’, seit dem 18. Jh., der Bedeutung des Adjektivs folgend, auf geistige und gute körperliche Anlagen übertragen.

Thesaurus

Synonymgruppe
befähigt · begabt · ↗begnadet · ↗berufen · ↗geeignet · ↗hochbegabt · ↗talentiert · ↗talentvoll  ●  in den Adern liegen  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
begabt · ↗fingerfertig · ↗geschickt · ↗gewandt · ↗kunstfertig
Synonymgruppe
anstellig · ↗aufgeweckt · ↗aufnahmefähig · begabt · ↗gelehrig · ↗gelehrsam · ↗hell · ↗lernfähig · ↗verständig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Demagoge Dilettant Fußballspieler Knabe Musiker Nachwuchs Nachwuchskraft Nachwuchswissenschaftler Pianist Pianistin Redner Rhetoriker Schüler Schülerin Student Zeichner außergewöhnlich besonders durchschnittlich ehrgeizig fleißig handwerklich intelligent minder mittelmäßig musisch mäßig rhetorisch vielseitig überdurchschnittlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›begabt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie setzt sich seit zwei Jahren für eine bessere Förderung hoch begabter Kinder ein.
Die Welt, 19.04.2004
Nur wenige Künstler sind begabt genug, diesen Druck künstlerisch produktiv zu nutzen.
Der Tagesspiegel, 03.04.1998
Er war auch als Schriftsteller nicht sehr begabt, seine Romane sind allesamt schwach.
Der Spiegel, 01.09.1997
Der Mann scheint nur für die Medizin begabt gewesen zu sein.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 54
Dies gilt, wie nochmals ausdrücklich gesagt werden soll, für ungewöhnlich begabte Forscher.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„begabt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/begabt>, abgerufen am 20.06.2019.

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