befrieden

GrammatikVerb · befriedete, hat befriedet
Aussprache
Worttrennungbe-frie-den (computergeneriert)
GrundformFrieden
Wortbildung mit ›befrieden‹ als Erstglied: ↗Befriedung  ·  mit ›befrieden‹ als Grundform: ↗befriedet
eWDG, 1967

Bedeutung

einem Land Frieden geben
Beispiele:
die Kolonie befrieden
ein befriedetes Land
er zeigt, daß ein siegreiches Nazideutschland die Welt nie und nimmer befrieden könnte [Th. Mann12,681]
gehoben jmdn., etw. friedlich stimmen
Beispiele:
jmdn. versöhnen und befrieden
jmds. Herz, Sinn befrieden
von ihm geht eine befriedende Wirkung aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Friede · Frieden · befrieden · befriedigen · umfrieden · einfriedigen · friedlich · friedfertig · zufrieden · Zufriedenheit · Unzufriedenheit · unzufrieden
Friede, Frieden m. ‘Zustand der Ruhe, Harmonie, Beilegung einer (kriegerischen) Auseinandersetzung’, älter auch ‘geschütztes, umzäuntes Gebiet’. Ahd. fridu (8. Jh.), mhd. vride, vrit, asächs. friðu, mnd. mnl. vrēde, nl. vrede, aengl. friþu, friþ, anord. friðr, schwed. frid (germ. *friþu-) ist ein mit ie. tu-Suffix gebildetes Verbalabstraktum im Sinne von ‘Zustand der Schonung, des Wohlwollens’ zu der unter ↗frei (s. d.) angegebenen Wurzel. Der ehemalige stark flektierende u-Stamm tritt im Mhd. teilweise zur konsonantischen Flexion über, so daß Doppelformen entstehen, z. B. Genitiv Friedes und Friedens (noch bei Adelung), Dativ und Akkusativ Friede und Frieden (bis heute); auslautendes -n der schwachen obliquen Kasus dringt seit dem 18. Jh. in den Nominativ und ergibt auch hier die Doppelform Friede und Frieden. befrieden Vb. ‘beruhigen, friedlich stimmen, den Friedenszustand herbeiführen’, mhd. bevriden ‘Friede, Schutz verschaffen, einzäunen’; vgl. ahd. fridōn ‘schützen, schonen’ (9. Jh.), gifridōn (um 1000), mhd. vriden ‘Frieden bringen, friedlich beilegen, schützen, erhalten, einen Zaun machen’. befriedigen Vb. ‘beschützen’ (15. Jh.), ‘versöhnen, begütigen, zufriedenstellen’ (16. Jh.). umfrieden Vb. ‘umgeben, einzäunen’, mhd. umbevriden; dann umfriedigen (16. Jh.). einfriedigen Vb. (17. Jh.). friedlich Adj. ‘ruhig, um Frieden bemüht’, mhd. vridelich, auch ‘Schutz gewährend’; vgl. ahd. fridulīhho Adv. (11. Jh.). friedfertig Adj. ‘friedliebend, friedlich’ (16. Jh.). zufrieden Adj. ‘mit sich und der Welt in Einklang, einverstanden’, zusammengezogen aus der präpositionalen Fügung zu Frieden, zunächst in Verbindung mit Verben der Richtung (z. B. setzen, stellen, kommen), seit dem 16. Jh. als Adverb (vgl. noch zufriedengeben, zufriedenlassen), seit dem 17. Jh. auch als Adjektiv gebraucht und flektiert. Zufriedenheit f. Unzufriedenheit f. (17. Jh.), unzufrieden Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen Streit) beilegen · ↗(in einem Streit) vermitteln · ↗abwiegeln · befrieden · ↗schlichten  ●  ↗mediieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(miteinander) aussöhnen · ↗(miteinander) versöhnen · Frieden stiften · ↗pazifizieren  ●  befrieden  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autonomie Bürgerkrieg Dauer Flügel Insel Intervention Kaukasus Konflikt Kontinent Krisenherd Lage Land Landesverband Osten Provinz Region Stamm Streit Taliban Unruheherd befriedigen dauerhaft demokratisieren einbinden einen endlich letztlich nachhaltig ordnen stabilisieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›befrieden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Andernfalls werde es kaum möglich sein, die Region zu befrieden.
Die Zeit, 10.06.1999, Nr. 24
Wir hatten nur das eine Ziel, das Land zu befrieden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1948]
Die Welt war befriedet, aber es war die Ruhe des Kirchhofs, die in sie eingezogen war.
Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8952
Er war soweit wieder hergestellt, hatte seinen Kater befriedet, gefüttert und gestreichelt.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 110
Der befriedete das Land, indem er die Indianer dezimierte und kaum genug übrigließ, die Silbergruben zu füllen.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 44
Zitationshilfe
„befrieden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/befrieden>, abgerufen am 16.07.2019.

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