bedingungslos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-din-gungs-los
WortzerlegungBedingung-los
eWDG, 1967

Bedeutung

ohne eine Bedingung
Beispiele:
sich bedingungslos ergeben, unterwerfen
bedingungslos kapitulieren
bedingungslose Kapitulation
uneingeschränkt, vorbehaltlos
Beispiele:
bedingungsloser Gehorsam
bedingungslose Hingabe, Ergebenheit, bedingungsloses Vertrauen
sich bedingungslos unterordnen
bedingungslos für etw. eintreten
etw. bedingungslos akzeptieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedingen · ausbedingen · Beding · Bedingung · Bedingnis · Bedingungssatz · bedingungslos · bedingt · unbedingt
bedingen Vb. ‘zwangsläufig zur Folge haben, voraussetzen, fordern’. Das Verb wird anfangs nur schwach flektiert, starke Formen treten wie bei dem Simplex dingen seit dem 17. Jh. auf. Das Präfixverb bedingen ist wie einfaches ↗dingen (s. d.) ursprünglich ein Wort der Rechtssprache, mhd. bedingen ‘verhandeln, durch Verhandlung gewinnen, Bedingungen vorschreiben’, danach ‘vereinbaren, (sich) vorbehalten’, wofür heute ausbedingen Vb. mhd. ūʒbedingen. Die heute übliche Bedeutung von bedingen ist durch die Verbalsubstantive Beding n. (15. Jh.), Bedingung f. mhd. bedingung und Bedingnis f. (14. Jh.) beeinflußt, die im 16. Jh. eine ‘vertragliche Abmachung’, dann eine ‘Voraussetzung’ (im rechtlichen Sinn) bezeichnen. Bedingung ‘Voraussetzung’ geht im 18. Jh. in die philosophische Fachsprache, danach in die Allgemeinsprache ein, der Plural nimmt dabei die Bedeutung ‘Verhältnisse, Gegebenheiten’ an. Der grammatische Terminus Bedingungssatz m. gilt seit Beginn des 19. Jhs., älter Bedingungsrede (Stieler 1691). bedingungslos Adj. ‘ohne eine Bedingung, uneingeschränkt, vorbehaltlos’ kommt Mitte des 19. Jhs. auf. Wie Bedingung gelangt auch bedingt Part.adj. ‘von bestimmten Voraussetzungen abhängig, eingeschränkt’ und unbedingt Part.adj. ‘von keiner Voraussetzung abhängig, uneingeschränkt’ aus der Rechtssprache (bedingte Verurteilung) über die Verwendung in der Fachsprache der Philosophie in die Allgemeinsprache, wo unbedingt als Adverb den Sinn ‘auf jeden Fall, unter allen Umständen’ entwickelt.

Thesaurus

Synonymgruppe
bedingungslos · ohne Limit · ↗unbegrenzt · ↗unbeschränkt · ↗uneingeschränkt · unlimitiert
Synonymgruppe
bedingungslos · ohne Vorbehalt · ohne Weiteres · ohne weiteres · ↗unbefangen · ↗vorbehaltlos
Synonymgruppe
bedingungslos · ohne Vorbedingung · ohne Wenn und Aber · ↗rettungslos (verliebt) · ↗rückhaltlos · ↗uneingeschränkt · ↗vorbehaltlos  ●  auf Gedeih und Verderb  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abzug Freilassung Gefolgschaft Gefolgsmann Gehorsam Grundeinkommen Hingabe Kapitulation Loyalität Pazifismus Rückgabe Rückzug Treue Unterordnung Unterwerfung Waffenruhe Waffenstillstand ergeben gehorchen kapitulieren sofortig unbefristet unbegrenzt uneingeschränkt ungehindert unterordnen unterwerfen unverzüglich vollständig Übergabe

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedingungslos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb steht sie jedoch nicht unter dem Zwang, bedingungslos einen Schaden zu reparieren, den sie nicht angerichtet hat.
Süddeutsche Zeitung, 22.08.2003
Auch der bedingungslose Glaube an sich selbst muss da sein, und das kann man nicht üben.
Der Tagesspiegel, 20.05.2001
Und er konnte nicht anders, als diese Frage mit einem bedingungslosen Ja zu beantworten.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9530
Es ist schwer, mit ihm auszukommen, denn wer läßt sich gern beherrschen und ordnet sich dem Willen des »Herrn im Hause« bedingungslos unter?
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18920
Scheinbar verstreute sich etwas, dann ballte es sich, und doch wuchs und wuchs und wuchs es, unaufhaltsam und bedingungslos.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 254
Zitationshilfe
„bedingungslos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bedingungslos>, abgerufen am 14.10.2019.

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