bedingen

GrammatikVerb · bedingte, hat bedingt
GrammatikVerb · bedang, hat bedungen
Aussprache
Worttrennungbe-din-gen (computergeneriert)
Grundformdingen2
Wortbildung mit ›bedingen‹ als Erstglied: ↗Bedingnis  ·  mit ›bedingen‹ als Letztglied: ↗abbedingen · ↗ausbedingen · ↗mitbedingen
 ·  mit ›bedingen‹ als Grundform: ↗bedingt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
bedingte, ›hat‹, bedingt
etw. bedingt etw.etw. verursacht zwangsläufig etw., bewirkt etw.
Beispiele:
eine Panne bedingte einen längeren Aufenthalt
mein Zuspätkommen ist durch den Irrtum bedingt, dass ...
es gibt Krankheiten, die durch Vitaminmangel bedingt sind
sein Verhalten ist psychisch bedingt
die eine Frage bedingt die andere (= gibt die Voraussetzung für die andere)
2.
bedingte, ›hat‹, bedingt
etw. bedingt etw.etw. setzt etw. voraus
Beispiele:
Erfolg bedingt Fleiß
diese Laufbahn bedingt technische Vorbildung
daß die Unterbringung der Massen ... die vorzeitige Räumung größerer Kreise der Bewohnerschaft bedingte [KasackStadt331]
3.
›hat‹, bedungen
veraltet etw. zur Bedingung machen
Beispiele:
der bedungene (= vereinbarte) Lohn
Die Anordnung bedang es, daß jeder Ratsherr ... eine Nacht außer Hause zu verbringen hatte [Bergengr.Feuerprobe3]
daß alles, was darin [in dem Vertrag] bedungen werde, null und nichtig sei [Ranke2,239]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedingen · ausbedingen · Beding · Bedingung · Bedingnis · Bedingungssatz · bedingungslos · bedingt · unbedingt
bedingen Vb. ‘zwangsläufig zur Folge haben, voraussetzen, fordern’. Das Verb wird anfangs nur schwach flektiert, starke Formen treten wie bei dem Simplex dingen seit dem 17. Jh. auf. Das Präfixverb bedingen ist wie einfaches ↗dingen (s. d.) ursprünglich ein Wort der Rechtssprache, mhd. bedingen ‘verhandeln, durch Verhandlung gewinnen, Bedingungen vorschreiben’, danach ‘vereinbaren, (sich) vorbehalten’, wofür heute ausbedingen Vb. mhd. ūʒbedingen. Die heute übliche Bedeutung von bedingen ist durch die Verbalsubstantive Beding n. (15. Jh.), Bedingung f. mhd. bedingung und Bedingnis f. (14. Jh.) beeinflußt, die im 16. Jh. eine ‘vertragliche Abmachung’, dann eine ‘Voraussetzung’ (im rechtlichen Sinn) bezeichnen. Bedingung ‘Voraussetzung’ geht im 18. Jh. in die philosophische Fachsprache, danach in die Allgemeinsprache ein, der Plural nimmt dabei die Bedeutung ‘Verhältnisse, Gegebenheiten’ an. Der grammatische Terminus Bedingungssatz m. gilt seit Beginn des 19. Jhs., älter Bedingungsrede (Stieler 1691). bedingungslos Adj. ‘ohne eine Bedingung, uneingeschränkt, vorbehaltlos’ kommt Mitte des 19. Jhs. auf. Wie Bedingung gelangt auch bedingt Part.adj. ‘von bestimmten Voraussetzungen abhängig, eingeschränkt’ und unbedingt Part.adj. ‘von keiner Voraussetzung abhängig, uneingeschränkt’ aus der Rechtssprache (bedingte Verurteilung) über die Verwendung in der Fachsprache der Philosophie in die Allgemeinsprache, wo unbedingt als Adverb den Sinn ‘auf jeden Fall, unter allen Umständen’ entwickelt.

Thesaurus

Synonymgruppe
beanspruchen · bedingen · ↗bedürfen · ↗benötigen · ↗erfordern · ↗gebieten · nötig haben · ↗verlangen · ↗voraussetzen  ●  ↗erheischen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) einer Sache bedienen · ↗auslösen · bedingen
Synonymgruppe
aufstellen · bedingen · ↗bestimmen · ↗festsetzen · ↗konstituieren
Synonymgruppe
bedingen · ↗bestimmen · ↗konstituieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abnahme Abweichung Arbeitsweise Beschaffenheit Besonderheit Blindheit Eigenart Energiepreis Erfordernis Faktor Fehlen Gegebenheit Gesetzmäßigkeit Hauptsache Preiserhöhung Streben Säure Umstand Ungleichgewicht Unterschied Unwissenheit Verminderung Verschiedenheit ausbedingen befruchten durchdringen gegenseitig mitbedingen wechselseitig zusammengehören

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedingen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weltweite Risiken bedingen weltweite Sicherheit - und weltweite Sicherheit erfordert eine weltweit handelnde Nato.
Die Welt, 23.05.2002
Bedingt das bewegte Bild eine andere Pädagogik als der Text?
Süddeutsche Zeitung, 13.02.1999
Viele Arbeiten, die zu verrichten sind, bedingen die Prostitution des Arbeiters.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 128
Einsame Ämter bedingen einsame Entscheidungen, und sie liegen im Zwang der Entwicklung.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 394
Diese verschiedenen Weisen, mit der Mann oder Frau als Kunde dem Angebot einer Ware gegenübertreten, bedingen notwendigerweise entsprechende Arten des Angebots.
Schoenfeldt, Georg: Wie der Tabakhandel Kunden wirbt. In: Ruben, Paul (Hg.) Die Reklame, Berlin: Paetel 1914, S. 202
Zitationshilfe
„bedingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bedingen>, abgerufen am 20.08.2019.

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