bedienen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-die-nen (computergeneriert)
Grundformdienen
Wortbildung mit ›bedienen‹ als Erstglied: ↗Bediener · ↗Bedienoberfläche · ↗Bedienung · ↗bedienbar
 ·  mit ›bedienen‹ als Letztglied: ↗fernbedienen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm. Dienste leisten
a)
Handreichungen für jmdn. machen
Beispiele:
einen Kranken bedienen
er lässt sich gern bedienen
b)
jmdm. bei Tisch Speisen, Getränke bringen
Beispiele:
die Kellner bedienen flink
der Wirt bedient seine Gäste selbst
jmdn. mit Likör bedienen (= jmdm. Likör reichen)
sich bedienenvon den Speisen, Getränken nehmen, zulangen
Beispiele:
der Gast bediente sich
warum bedienen Sie sich nicht?
bitte, bedienen Sie sich!
du musst dich selbst bedienen
ich bediente mich mit Konfekt (= nahm mir Konfekt)
c)
dem Kunden das Gewünschte zeigen und verkaufen
Beispiele:
die Kunden gut, gewissenhaft, aufmerksam bedienen
er wurde schnell bedient
werden Sie schon bedient?
zwei Mädchen bedienen im Laden
das bedienende Personal
diese Firma bedient (= beliefert) einige tausend Ladengeschäfte
d)
jmdn. mit etw. bedienenjmdm. etw. verschaffen
Beispiel:
In Stambul bediene er die Korrespondenten amerikanischer Zeitungen mit Berichten [WerfelMusa Dagh354]
e)
gut, schlecht bedient seingut, schlecht beraten sein
Beispiele:
mit solchen Ratschlägen war ich schlecht bedient
Hier ... seid Ihr gut bedient, mein König [Grillp.König OttokarIII]
f)
salopp, übertragen
Beispiele:
ich bin, wir sind bedient! (= mir, uns reicht es!)
den habe ich richtig bedient (= dem habe ich die Meinung gesagt)
2.
den Gang von etw. überwachen, regeln, steuern, etw. in Gang halten
Beispiele:
die Maschine wurde von Ingenieuren bedient
er bediente die Schalttafel, den Fahrstuhl
die Register der Orgel, das Tonbandgerät bedienen
ein Geschütz bedienen (= laden, richten und abfeuern)
Das Mädchen ... bediente die Kaffeemaschine [BöllWort190]
3.
eine Verkehrsverbindung betreiben
Beispiel:
die Deutsche Lufthansa bedient (= unterhält) ein ausgedehntes Streckennetz
4.
gehoben sich einer Sache, jmds. bedienenvon etw., jmdm. Gebrauch machen
Beispiele:
sich unlauterer Mittel bedienen
sich der französischen Sprache, eines derben Ausdrucks bedienen
sich einer bestimmten Methode bedienen
Herr Buddenbrook bediente sich seiner goldenen Tabaksdose [Th. MannBuddenbrooks1,13]
Bedienet euch immer des Raumes [GoetheHochzeitlied1,130]
sich der alten Anrede zu bedienen und ihn wieder du zu nennen [HesseGlasperlensp.6,387]
ihrer hoffte er sich nun als Mittelsperson zu bedienen [MörikeNolten2,259]
5.
Sonderbedeutungen
a)
Fußball
Beispiel:
der Linksaußen bediente den Mittelstürmer (= spielte ihm den Ball zu)
b)
Kartenspiel eine Karte von der geforderten Farbe zugeben
Beispiele:
du hast nicht richtig bedient
Trumpf, die Farbe bedienen
c)
Bankwesen
Beispiel:
eine Anleihe, Pfandbriefe bedienen (= die Zinsen dafür zahlen)

Thesaurus

Synonymgruppe
bedienen · ↗bewirten · dienen · ↗servieren
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Tableau  österr., regional, schweiz. · ↗Tablett  Hauptform · Hiedrabratl  ugs., regional, erzgebirgisch, sächsisch
Synonymgruppe
auslösen · bedienen · ↗betätigen · ↗drücken · ↗handhaben
Assoziationen
Synonymgruppe
ausüben · bedienen · ↗betätigen · ↗handhaben · ↗machen · ↗praktizieren · tätig sein · ↗verrichten
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(etwas für sich) herausholen · ↗(etwas für sich) herausschlagen · (sich) bereichern (an) · (sich) die eigenen Taschen füllen · in die eigene Tasche wirtschaften  ●  (sich) (ordentlich) bedienen  ugs. · (sich) die Taschen vollstopfen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) bedienen · ↗(sich) nehmen · ↗zugreifen · ↗zulangen · ↗zuschlagen  ●  ↗reinhauen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) anschließen · (sich) einverstanden erklären · Ja sagen (zu) · Zustimmung signalisieren · bedienen (Klischee, Vorurteil) · ↗beipflichten · ↗bestätigen · ↗billigen · einer Meinung sein · ↗einiggehen · ↗einverstanden (sein) · ↗empfehlen · etwas gutheißen · im Einklang stehen · konform gehen (mit) · konformgehen (mit) · recht geben · ↗unterschreiben · ↗zustimmen · ↗übereinstimmen  ●  gleicher Meinung sein  Hauptform · bei jemandem sein  ugs. · jedes Wort unterschreiben können  ugs.
Assoziationen
  • (sich) aussprechen für · ↗befürworten · ↗begrüßen · ↗beistimmen · ↗billigen · ↗gutheißen · ↗zustimmen  ●  ↗absegnen  ugs.
  • (sich) einig sein (in) · einer Meinung sein · einig gehen (in) · konform gehen (in)  ●  (eine) gemeinsame Marschrichtung haben  fig. · dieselbe Sprache sprechen  fig. · mit einer Stimme sprechen  fig.
  • (sich) überzeugen lassen · ↗akzeptieren · ↗annehmen · ↗einsehen · ↗erkennen · ↗verstehen  ●  ↗kapieren  ugs.
  • nicken · zustimmend den Kopf senken
  • (etwas ist) auch meine Meinung · der gleichen Meinung sein · derselben Ansicht sein · derselben Auffassung sein · derselben Meinung sein · dieselbe Meinung vertreten  ●  (jemandes) Meinung teilen  variabel · die Meinung teilen, dass  variabel · (etwas) auch so sehen  ugs., fig. · (etwas) genau so sehen  ugs., fig.
  • was hältst du davon? · wär' das in deinem Sinne? · würde dir das gefallen?  ●  wär das okay für dich?  ugs. · wär das was?  ugs., Hauptform
  • einvernehmlich · im Konsens · in gegenseitigem Einvernehmen · in gegenseitigem Einverständnis · ↗konsensual · übereinstimmend
  • (eine) Argumentation unterstützen · (etwas) argumentativ unterstützen · (etwas) genauso sehen · (sich) ähnlich äußern · genauso argumentieren · ↗nachlegen  ●  auf der gleichen Linie liegen (Argumente, Äußerungen ...)  fig. · in die gleiche Kerbe schlagen  fig. · in dieselbe Richtung gehen (Äußerung, Erklärung, Feststellung ...)  fig. · ins gleiche Horn stoßen  fig.
Synonymgruppe
(jemanden) bestehlen · (sich) an fremden Sachen vergreifen · (sich) widerrechtlich aneignen · ↗entwenden · ↗ergaunern  ●  das Bezahlen vergessen  ironisch · ↗stehlen  Hauptform · ↗(einfach) mitnehmen  ugs. · ↗(etwas) organisieren  ugs. · ↗(jemanden) beklauen  ugs. · (sich) bedienen  ugs., verhüllend, ironisch · (sich) einfach (weg)nehmen (ohne zu bezahlen)  ugs. · böhmisch einkaufen  derb, österr. · ↗klauen  ugs. · lange Finger machen  ugs. · ↗mausen  ugs. · mitgehen lassen  ugs. · ↗mopsen  ugs. · polnisch einkaufen  derb · ↗stibitzen  ugs. · vergessen zu bezahlen  ugs., ironisch, variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) behilflich sein · ↗(jemanden) abfertigen · (jemanden) bedienen · (sich) Zeit nehmen für · (sich) einer Person annehmen · (sich) kümmern um  ●  (jemandem) zu Diensten sein  geh. · ↗(jemanden) verarzten  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auslandsschuld Bedürfnis Computer Fundus Gast Gerät Hebel Hinterhand Kellner Klientel Klischee Kredit Kunde Kundschaft Maschine Methode Mittelhand Ressentiment Route Schuld Sehnsucht Sprache Strecke Tastatur Technik Vorurteil dabei einfach man selbst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedienen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um dies glaubhaft zu unterstreichen, bediente man sich deutlicher Worte.
Die Zeit, 02.10.2006, Nr. 40
Doch auch das hilft nicht immer, spezielle Nachfragen zu bedienen.
Der Tagesspiegel, 06.12.2003
Bei Tisch, zu seiner Linken, ließ er mich besonders gut bedienen.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 205
Es steht auch dem Autor sehr nahe, sich ihrer zu bedienen.
Rubiner, Ludwig: Homer und Monte Christo. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 16779
Selbstredend wurden zuerst die älteren Damen, dann die Herren bedient.
o. A. [Tante Lisbeth]: Anstandsbüchlein für junge Mädchen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1908], S. 15876
Zitationshilfe
„bedienen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bedienen>, abgerufen am 22.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Bedienelement
Bedienbarkeit
bedienbar
bedichten
Bedeutungszuweisung
Bediener
bedienerfreundlich
Bedienerin
Bedienfeld
Bedienoberfläche