bedeutend

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-deu-tend
Grundformbedeuten
Wortbildung mit ›bedeutend‹ als Letztglied: ↗hochbedeutend · ↗vielbedeutend
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
beachtlich, bemerkenswert
a)
von großer Geltung, geistig groß
Beispiele:
ein bedeutender Gelehrter, Mann
eine bedeutende Persönlichkeit
er ist ein bedeutender Kopf
Werke der bedeutendsten (= größten) Meister des 17. Jahrhunderts
ein bedeutend aussehender Mann
Er machte ... den Eindruck eines bedeutenden, eines seltenen und ungewöhnlich begabten Menschen [HesseSteppenw.4,190]
b)
künstlerisch wertvoll
Beispiele:
ein bedeutendes Buch, Filmwerk, Bauwerk
von diesem Künstler ist noch Bedeutendes zu erwarten
die Gemäldegalerie enthält viel Bedeutendes
c)
wichtig
Beispiele:
ein bedeutender Gesetz, Ereignis
eine bedeutende Rolle spielen
er hat eine bedeutende Position
das bedeutendste Stahlwerk des Landes
Immerhin hielt ich den Fund für bedeutend genug, um ihn ... in die Tasche zu stopfen [CarossaKindheit45]
d)
mengenmäßig groß
Beispiele:
sein Anteil an dieser Arbeit ist bedeutend
bedeutende finanzielle Ausgaben
ein bedeutendes Vermögen hinterlassen
e)
räumlich groß
Beispiel:
ein breites, von bedeutenden Strömen ... durchschnittenes [Gebiet] [MommsenRöm. Geschichte1,5]
übertragen
Beispiel:
er war in dieser Sache einen bedeutenden Schritt weiter gekommen
f)
adverbiell
dient als Verstärkung   sehr
Beispiele:
sein Zustand hat sich bedeutend gebessert
die Sonne sinkt schon ganz bedeutend [HalbeDie HeimatlosenV]
vor dem Komparativ
viel
Beispiele:
du bist bedeutend größer als er
es ist heute bedeutend kälter als gestern
in adv. Wendung
gespreizt um ein Bedeutendessehr
Beispiel:
er ist um ein Bedeutendes gewachsen
vor dem Komparativ
(ziemlich) viel
Beispiel:
sie fanden ihn um ein Bedeutendes älter geworden
2.
veraltet bedeutungsvoll
Beispiel:
Er sah mich lange und bedeutend an [Grillp.BlankaI 7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

deuten · Deutung · deutlich · deuteln · zweideutig · bedeuten · bedeutend · bedeutsam · Bedeutung
deuten Vb. ‘zu erklären versuchen, auslegen, (mit dem Finger) auf etw. zeigen, hinweisen’. Ahd. thiuten (um 1000), mhd. diuten ‘verständlich machen, erklären, zeigen, übersetzen, bedeuten’, mnd. dǖden, mnl. dūden, dieden, nl. duiden, aengl. geþīedan ‘übersetzen’, anord. þȳða ‘deuten, erklären’, schwed. tyda, dän. tyde sind wie ↗deutsch (s. d.) Denominativa zu germ. *þeuðō ‘Volk’, ie. *teutā ‘(Menge) Volk, Land’, das seinerseits t-Ableitung zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə- ‘schwellen’ (s. ↗Daumen) ist. Die Bedeutung des Verbs kann danach etwa ‘vor dem versammelten Volk erklären, für das Volk verständlich machen’ lauten. Daraus entwickelt sich früh ‘(Vorgänge, Erscheinungen und Äußerungen) erklären, auslegen’ und ‘(aus einer fremden Sprache in die eigene) übersetzen’, auch ‘einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’; in mhd. Zeit kommt ‘auf etw. zeigen, hinweisen’ dazu. Deutung f. ‘Auslegung, Erklärung, Bedeutung’, mhd. diutunge, mnd. dǖdinge, nl. duiding. deutlich Adj. ‘klar erkennbar, verständlich, eindeutig’, spätmhd. diutlich, mnd. dǖdel(i)k, nl. duidelijk; vereinzelt mhd. frühnhd. diutelich, deutelich (mit Fugen-e), im 16./17. Jh. in adverbialer Verwendung gelegentlich diutelichen, deutelichen. deuteln Vb. ‘kleinlich, spitzfindig auslegen, (herum)deuten’ (1. Hälfte 16. Jh.), Iterativbildung zu deuten. zweideutig Adj. ‘zwei Deutungen zulassend, anzüglich’, seit der Mitte des 17. Jhs. als Verdeutschung von spätlat. aequivocus ‘doppelsinnig, mehrdeutig’ bezeugt, bald danach auch im Sinne von ‘unverständlich, rätselhaft, unklar’. Im 18. Jh. entwickelt zweideutig die Bedeutung ‘anzüglich, schlüpfrig’, die mehr und mehr an Gebrauchshäufigkeit zunimmt. bedeuten Vb. ‘einen bestimmten Sinn haben, von bestimmtem Wert, von Wichtigkeit sein’, ahd. bithiuten ‘meinen, bedeuten’ (11. Jh.), mhd. bediuten ‘andeuten, verständlich machen, mitteilen, urteilen’, auch reflexiv sich bediuten ‘bedeuten, zu verstehen sein’; dazu bedeutend Part.adj. ‘beachtlich, bemerkenswert, wertvoll, bedeutungsvoll’ (18. Jh.), ursprünglich ‘auf etw. hindeutend, etw. ausdrückend’; bedeutsam Adj. ‘wichtig, vielsagend, bedeutungsvoll’ (Ende 18. Jh.); Bedeutung f. ‘Sinn, Wort-, Begriffsinhalt, Wichtigkeit’, mhd. bediutunge ‘Auslegung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) hohen Stellenwert genießen · (einen) hohen Stellenwert haben · Bedeutung haben · ankommen auf (es) · bedeutend · ↗bedeutsam · ↗entscheidend · ↗erheblich · ↗gewichtig · ↗groß · ins Gewicht fallen(d) · ↗maßgeblich · nicht zu unterschätzen · nicht zu vernachlässigen (sein) · ↗relevant · von Belang · von Gewicht · von Relevanz · von großer Bedeutung · von großer Wichtigkeit · ↗wesentlich · ↗zentral · ↗zählen  ●  Gewicht haben  fig. · großgeschrieben werden  fig. · hoch im Kurs stehen  fig. · von Bedeutung  Hauptform · ↗wichtig (sein)  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
außerordentlich · bedeutend · ↗bombastisch · ↗enorm · ↗erheblich · ↗exorbitant · ↗extrem · ↗fulminant · ↗gewaltig · ↗groß · ↗immens · ↗pompös · ↗unglaublich · ↗üppig
Oberbegriffe
  • beschreibend (positiv)
Assoziationen
Synonymgruppe
bedeutend · ↗dringend · ↗elementar · ins Gewicht fallend · ↗mächtig · ↗wesentlich · ↗wichtig
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
bedeutend · ↗beträchtlich · ↗erheblich · um Längen · um ein Mehrfaches · um ein Vielfaches · um einiges · um vieles · ↗viel (vor Komparativ) · ↗weit · ↗weitaus  ●  um ein Vieles  geh., veraltet
Synonymgruppe
(zahlenmäßig) groß · ↗erheblich · in erheblichem Umfang · in großem Umfang · in großer Zahl · ↗umfangreich  ●  bedeutend  fig.
Assoziationen
  • großzügig · in großem Maßstab · in großem Rahmen · in großem Stil · in großem Umfang · ↗massiv
Synonymgruppe
bedeutend · ↗bedeutsam · ↗bemerkenswert · ↗denkwürdig · ↗weltbewegend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Architekt Auszeichnung Bauwerk Beitrag Bildhauer Denker Dichter Ereignis Faktor Fortschritt Fund Gelehrte Komponist Kunstwerk Künstler Lyriker Maler Persönlichkeit Philosoph Privatsammlung Rolle Sammlung Schriftsteller Schritt Vertreter Werk Wirtschaftsfaktor weltweit weniger wohl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedeutend‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist die bedeutendste deutsche Delegation, die jemals China besucht hat.
Die Zeit, 30.08.2012 (online)
Die Champagne ist Frankreichs bedeutendstes Gebiet in der Herstellung moussierender Weine.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 146
Das tschechische Volk darf stolz darauf sein, zwei so bedeutende Musiker hervorgebracht zu haben.
Nettl, Paul: Dvorák. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 23169
Die Zahl lag bedeutend höher als bei den Deutschen, soweit ich das damals übersehen konnte.
o. A.: Einhundertfünfundvierzigster Tag. Montag, 3. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 34096
Während der letzten 21 Stunden ist keine bedeutende Änderung in der allgemeinen Lage eingetreten.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]
Zitationshilfe
„bedeutend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bedeutend>, abgerufen am 23.04.2019.

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