bedenken

GrammatikVerb · bedachte, hat bedacht
Worttrennungbe-den-ken (computergeneriert)
Wortzerlegungbe-denken
Wortbildung mit ›bedenken‹ als Erstglied: ↗Bedenkzeit  ·  mit ›bedenken‹ als Letztglied: ↗vorausbedenken · ↗vorbedenken  ·  mit ›bedenken‹ als Grundform: ↗Bedenken · ↗bedacht  ·  formal verwandt mit: ↗wohlbedacht
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
a)
über etw. nachdenken, etw. überlegen
Beispiele:
die Folgen, ein Argument (gründlich, reiflich, ernsthaft, gut) bedenken
die Strafe will bedacht sein
wenn ich es recht bedenke, so ist er doch schuldig
Den schlechten Mann muß man verachten, / Der nie bedacht, was er vollbringt [SchillerGlocke]
Bedenke nicht, gewähre, wie dus fühlst [GoetheIphigenieV 3]
Schönheit macht schamhaft, dachte Aschenbach und bedachte sehr eindringlich, warum [Th. MannTod in Venedig9,491]
b)
etw. in Betracht ziehen, beachten
Beispiele:
bei den Reisevorbereitungen galt es, vieles zu bedenken (= an vieles zu denken)
das hättest du früher bedenken sollen
du musst bedenken, dass es noch sehr kalt ist
sie gab zu bedenken, dass er noch sehr jung war
bedenke, wie nötig wir dich brauchen
c)
gehoben sich bedenkenmit sich zu Rate gehen
Beispiele:
er bedachte sich einen Augenblick lang, eine Weile
Bedenke dich gut, ehe du antwortest [Feuchtw.Tag154]
[daß] der redlichste Mensch sich am meisten bedenken müsse, einen Bund fürs ganze Leben zu schließen [HeyseI 4,387]
zögern
Beispiele:
ohne mich lange zu bedenken, ging ich
[er] bedachte sich aber auch nicht, andern Tags rücksichtslos zu Pferd durch ein Arbeiterdorf zu sprengen [MusilMann395]
d)
veraltet etw. im Auge haben
Beispiel:
welche ... nur ihr eigenes Wohl bedacht haben [StifterWitiko1,150]
2.
jmdn. mit etw. beschenken
Beispiele:
jmdn. mit Geschenken, Gaben bedenken
zum Geburtstag wurde er reich bedacht
auch ich wurde bedacht
jmdn. in seinem Testament bedenken (= berücksichtigen)
der Künstler wurde mit vielen Aufträgen bedacht (= erhielt viele Aufträge)
jmdn. freigebig mit Lob bedenken
der Redner wurde mit lebhaftem Beifall bedacht
jmdn. mit vielen guten Ratschlägen bedenken (= jmdm. viele gute Ratschläge geben)
der Greis hatte ihn zuletzt auch in seinem Testament mit großen Summen bedacht [Feuchtw.Tag52]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedenken · Bedenken · bedenklich · bedenkenlos · Bedenkenlosigkeit · Bedacht · bedächtig · Bedächtigkeit
bedenken Vb. ‘nachdenken, überlegen, erwägen’, ahd. bithenken (8. Jh.), mhd. bedenken ‘sein Denken worauf richten, überlegen, erwägen’, auch jmdn. mit etw. bedenken ‘für jmdn. sorgen, jmdn. mit etw. beschenken’ und in frühnhd. Zeit sich bedenken ‘mit sich zu Rate gehen, sich besinnen’, asächs. bithenkian, afries. bithanka, aengl. beþencan, got. biþagkjan. Zur Etymologie s. ↗denken. Dazu der substantivierte Infinitiv Bedenken n. ‘Überlegung, die Zweifel, Sorge, Vorbehalt enthält’, (15. Jh.); bedenklich Adj. ‘zweifelnd, voll Sorge, Vorbehalt’ (15. Jh.), dann auch ‘zweifelhaft, besorgniserregend’. bedenkenlos Adj. ‘ohne Bedenken, rücksichtslos’ und Bedenkenlosigkeit f. sind Ableitungen jüngster Zeit (19. Jh.). Bedacht m. nur noch in festen Wendungen mit, voll, ohne Bedacht ‘mit, voll, ohne Bedenken, Überlegung, Sorgfalt’, mhd. bedāht ‘Erwägung, Bedenkzeit’, Verbalsubstantiv zu bedenken (s. oben und s. ↗Andacht); bedächtig Adj. ‘vorsichtig, umsichtig, langsam, gemächlich’, mhd. bedæhtic, ahd. bithāhtīg (8. Jh.). Bedächtigkeit f. mhd. bedæhticheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) etwas merken · an etwas denken · bedenken  ●  (etwas) im Hinterkopf behalten  derb
Synonymgruppe
(etwas) reflektieren · ↗(sich etwas) bewusst machen · ↗(sich mit etwas) auseinandersetzen · (sich über etwas) Gedanken machen · bedenken · ↗grübeln · ↗nachdenken · ↗nachgrübeln · ↗nachsinnen · ↗sinnieren (über) · ↗überdenken · ↗überlegen  ●  (sich etwas) durch den Kopf gehen lassen  ugs. · ↗klamüsern  ugs. · ↗reflektieren  geh.
Assoziationen
  • (eine) Erinnerung (in sich) wachrufen · (sich) (wieder) in Erinnerung rufen · (sich) (wieder) ins Gedächtnis rufen · (sich) ins Gedächtnis zurückrufen · ↗(sich) zurückerinnern · (wieder) in sich wachrufen · in (seinen) Erinnerungen kramen · in sich gehen  ●  ↗reminiszieren  selten · ↗(sich) zurückbesinnen  geh. · (wieder) vor seinem geistigen Auge entstehen lassen  geh. · ↗memorieren  geh., selten
  • (sich) erkundigen · ↗(sich) informieren · (sich) kundig machen · (sich) sachkundig machen  ●  (sich) schlaumachen  ugs.
  • (etwas) nicht aus dem Kopf bekommen · immer wieder denken müssen (an) · ständig an etwas denken müssen · von dem Gedanken nicht loskommen (dass / zu)  ●  Zwangsgedanken haben  fachspr., medizinisch
Synonymgruppe
absehen · bedenken · ↗einplanen · ↗voraussehen · ↗vorhersehen
Synonymgruppe
bedenken · ↗betrachten · denken · ↗durchdenken · ↗erwägen · ↗nachdenken · ↗reflektieren · ↗studieren · ↗ventilieren · ↗überdenken · ↗überlegen  ●  ↗ausklügeln  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(einer Sache) Rechnung tragen · bedenken · ↗berücksichtigen · ↗einberechnen · ↗einbeziehen · ↗einkalkulieren · ↗einplanen · ↗einrechnen · ↗erwägen · in Betracht ziehen · in Erwägung ziehen · in Rechnung stellen · in der Kalkulation berücksichtigen · ↗integrieren · mit einbeziehen · nicht vergessen dürfen  ●  ↗einpreisen  fachspr. · im Hinterkopf behalten  ugs. · in Anschlag bringen  geh. · ↗inkludieren  fachspr. · ↗sehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) gewähren · (jemandem etwas) zuteil werden lassen · (jemanden) bedenken (mit)  ●  (jemandem etwas) schenken (abstrakt)  fig. · ↗(jemandem) gehören  geh., fig. · ↗(jemandem) gelten  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Applaus Aspekt Ausgleich Auswirkung Auszeichnung Beifall Buhruf Folge Geschenk Hohn Konsequenz Lob Ovation Pfiff Schimpfwort Schmähruf Spende Spott Testament Vorschußlorbeer Vorschußlorbeeren Vorteil Wohl doch ferner man mitbedenken recht stets zumal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedenken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

John gibt allerdings zu bedenken, dass da erst noch die Koalition ihr Okay geben müsse.
Der Tagesspiegel, 23.01.2001
Doch ist auch zu bedenken, was sonst noch in Gang gesetzt wurde.
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2000
Es war doch noch etwas zu bedenken, es war doch noch etwas nicht in Ordnung!
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 208
Ich gebe Ihnen privat zu bedenken: nicht alle Wege führen über Rom.
Tucholsky, Kurt: An Marierose Fuchs, 14.08.1929. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 16205
Er habe sie in seinem Testament zu beschenken und zu bedenken.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„bedenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bedenken>, abgerufen am 20.04.2019.

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