bedauern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbe-dau-ern
Wortbildung mit ›bedauern‹ als Erstglied: ↗bedauernswert  ·  mit ›bedauern‹ als Grundform: ↗Bedauern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. bemitleiden
Beispiele:
einen Kranken bedauern
sie ist wirklich zu bedauern
er wollte nur bedauert sein
2.
jmd. bedauert etw.jmdm. tut etw. leid
Beispiele:
ich bedaure, bedauere diesen Vorfall, Irrtum
wir bedauern, dir so viel Mühe gemacht zu haben
jmd. bedauert etw. lebhaft, sehr, innig, tief, aufrichtig, von Herzen
es ist zu bedauern, dass ...
mit einem bedauernden (= Bedauern ausdrückenden) Achselzucken
er schüttelte bedauernd den Kopf
Bedaure, widersprechen zu müssen [FontanePetöfy45]
höflich (ich) bedaure, bedauere!drückt Verneinung, Ablehnung aus
Beispiel:
»Kommen Sie heute abend?« »Bedaure sehr, aber ich habe etwas anderes vor«
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dauern2 · bedauern · Bedauern
dauern2 Vb. ‘leid tun, Mitleid erregen’, mhd. tūren, mnd. dūren, ablautend zum Adjektiv ↗teuer (s. d.), mhd. tiure, daher ursprünglich ‘zu teuer, zu kostbar sein, dünken’, aber schon mhd. auch in der heute allein üblichen Bedeutung ‘schmerzen, leid tun’, vielfach in unpersönlicher Konstruktion. Der d-Anlaut begegnet seit dem 15. Jh. und setzt sich ebenso wie der seit dem 16. Jh. auftretende Wechsel von dauren zu dauern Ende 18. Jh. durch. bedauern Vb. ‘bemitleiden, Mitgefühl empfinden’, mhd. betūren ‘zu kostbar dünken, leid tun’, Präfixbildung zu tūren (s. oben); daneben auch mhd. betiuren (das formal heutigem beteuern, s. ↗teuer, entspricht). In unpersönlicher Konstruktion steht der Gegenstand des Mitleids, des Bedauerns ursprünglich (wie beim Simplex) im Genitiv, später im Nominativ. Die heutige Verwendung, die den Gegenstand des Bedauerns nur als Akkusativobjekt kennt, entwickelt sich im 17. Jh. Bedauern n. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bedauern · ↗bemitleiden
Synonymgruppe
(jemandem) leidtun · bedauern  ●  (jemandem) in der Seele weh tun  ugs., Redensart · (jemanden) dauern  geh., veraltend, literarisch
Assoziationen
  • (ich) bitte tausendmal um Entschuldigung · bedaure · bedaure sehr · ich bin untröstlich · tut mir außerordentlich leid · tut mir echt leid · tut mir leid  ●  sorry  ugs., engl.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgang Absage Ausscheiden Austritt Entscheidung Entschluß Fehlen Mißverständnis Rücktritt Rückzug Scheitern Tod Unrecht Verlust Vertreibung Vorfall Weggang Zwischenfall aufrichtig ausdrücklich außerordentlich entschuldigen ich lebhaft natürlich sehr zugleich zutiefst zwar Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bedauern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das kann man bedauern, aber es führt kein Weg zurück.
Die Zeit, 06.07.2012, Nr. 27
Ich bedaure nur, daß ich in meinem Alter (64) nicht mehr mitspielen kann.
Die Welt, 14.10.2005
Heute bedauere ich das aber nicht, weil ich mich dadurch verändern konnte.
Der Spiegel, 15.06.1998
Ich bedaure, nicht schon früher zu dem wirksamen Mittel gegriffen zu haben.
o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 59
Es muß da etwas sein, was Sie getroffen hat, und das bedaure ich sehr.
Tucholsky, Kurt: An Emil Ludwig, 14.07.1932. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1932], S. 9892
Zitationshilfe
„bedauern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/bedauern>, abgerufen am 23.10.2019.

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