beachtlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbe-acht-lich
Wortzerlegungbeachten-lich
eWDG, 1967

Bedeutung

ziemlich groß, bemerkenswert
a)
Beispiele:
eine beachtliche Geldsumme, Menge, Sammlung
ein beachtliches Vermögen
beachtliche Schätze
ein Turm von beachtlicher Höhe
ein beachtlicher Unterschied, Gegensatz
die Chemie erreichte einen beachtlichen Entwicklungsstand
in einem beachtlichen Tempo fahren
eine Aufgabe bereitet beachtliche Schwierigkeiten
b)
anerkennenswert
Beispiele:
eine beachtliche Leistung
ein beachtlicher Fortschritt in der medizinischen Forschung
ein beachtliches Talent zu etw. haben
die neue Buchausgabe ist sehr beachtlich
die einfachste Ausführung der Möbel war immer noch recht beachtlich (= recht gut)
c)
ziemlich wichtig
Beispiele:
eine beachtliche Position, Stellung
er hat zu diesem Problem Beachtliches geäußert
d)
adverbiell
dient als Verstärkung   beträchtlich
Beispiele:
sein Zustand hat sich beachtlich gebessert
die Produktion beachtlich erhöhen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Acht2 · achten · Achtung · achtbar · achtsam · unachtsam · beachten · beachtlich · erachten · verachten · verächtlich · Verachtung
Acht2 f. ‘Aufmerksamkeit, Beachtung’, heute vornehmlich in Wendungen wie (sich) in acht nehmen, außer acht lassen, achtgeben, achthaben, in denen der substantivische Charakter des Wortes verblaßt ist. Ahd. ahta ‘Überlegung, Meinung, Ansehen’ (um 800), mhd. aht(e), mnd. mnl. acht(e), nl. acht, aengl. eaht sind verwandt mit got. aha ‘Sinn, Verstand’, ahjan ‘meinen’ und lassen eine Verbalwurzel germ. *ah- ‘denken, meinen’ erkennen. Ob sich die germ. Gruppe mit außergerm. Formen wie griech. óknos (ὄκνος) ‘Bedenklichkeit, Zaudern’, okné͞in (ὀκνεῖν) ‘zögern, Bedenken tragen’, toch. B āks- ‘wach sein’ verbinden und der Wurzel ie. *ok- ‘überlegen’ zuordnen läßt, ist nicht mit Sicherheit zu erweisen. Vom Substantiv abgeleitet ist achten Vb. ‘schätzen, aufpassen, Rücksicht nehmen’, ahd. ahtōn (um 800), mhd. ahten ‘erwägen, beachten, schätzen’, asächs. ahton, mnd. mnl. nl. achten, aengl. eahtian ‘schätzen, achten, erwägen’; vgl. anord. ætla (aus *ahtilōn) ‘meinen, glauben, vorhaben, beabsichtigen’; dazu Achtung f. ‘Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Ansehen’, ahd. ahtunga (9. Jh.), mhd. ahtunge ‘Überlegung, Wertschätzung’. Imperativisches habt, gebt Achtung! wird verkürzt zum Kommando- und Warnungsruf Achtung! (Ende 18. Jh.). achtbar Adj. ‘geachtet, angesehen, achtenswert, anerkennenswert, beachtlich’, mhd. aht(e)bære, zu mhd. ahte im Sinne von ‘Schätzung, Stand, Rang’, danach eigentlich ‘rangtragend’. achtsam Adj. ‘aufmerksam, wachsam, behutsam’ (16. Jh.); früher bezeugt ist unachtsam Adj. ‘nicht auf das achtend, worauf man achten sollte’, mhd. unahtsam. beachten Vb. ‘achten auf, berücksichtigen, Aufmerksamkeit schenken’, ahd. biahtōn (10. Jh.), mhd. beahten; beachtlich Adj. ‘bemerkenswert, wichtig’, geläufig seit 19. Jh., spätmhd. beahtlich. erachten Vb. ‘wofür halten, ansehen’, ahd. irahtōn (9. Jh.), mhd. erahten. verachten Vb. ‘als schlecht, minderwertig ansehen, geringschätzen, verschmähen’, mhd. verahten; verächtlich Adj. ‘Verachtung ausdrückend, abfällig, verachtenswert’ (15. Jh.); Verachtung f. ‘Geringschätzung, Abscheu’, spätmhd. verahtunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
achtbar · ↗achtunggebietend · aller Ehren wert · ↗anerkennenswert · beachtlich · ↗ehrenwert · ↗lobenswert · ↗respektabel  ●  ↗löblich (leicht iron.)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ganz) anständig · ↗(ganz) schön · ↗achtbar · ↗anerkennenswert · ↗ansehnlich · ↗beachtenswert · beachtlich · ↗beträchtlich · ↗erfreulich · ↗erklecklich · kann sich sehen lassen · ↗nennenswert · nicht unerheblich · nicht wenig · nicht wenige · ↗ordentlich · recht groß · ↗respektabel · ↗signifikant · ↗stattlich · ziemlich groß  ●  (ein) hübsch(es Sümmchen)  ugs. · das ist schon was!  ugs., Redensart · ↗ziemlich  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfangserfolg Anzahl Aufschwung Ausmaß Bilanz Erfolg Fahrleistung Fortschritt Frühform Größenordnung Karriere Kursgewinn Kurssteigerunge Leistung Marktanteil Niveau Potential Resonanz Resultat Steigerung Steigerungsrate Summe Tempo Umfang Wachstumsrate Wirtschaftsfaktor Zuwachs Zuwachsrate durchaus höchst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›beachtlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als "beachtliche" Leistung wertet das EWI auch die Entwicklung bei den Preisen.
Der Tagesspiegel, 15.04.1997
Die ohnehin beachtliche Zusammenarbeit der Anstalten ließe sich weiter ausbauen.
Süddeutsche Zeitung, 12.04.1995
Das war eine beachtliche Leistung, denn es waren viele, und es fiel mir nicht leicht, alle aufzuspüren.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 460
Er deutete die doppelte Stärke seines eigenen beachtlichen Umfangs an.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 29
Trotz des spärlichen Materials hat die Arbeit sehr beachtliche Ergebnisse erzielt.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1936, S. 206
Zitationshilfe
„beachtlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/beachtlich>, abgerufen am 26.04.2019.

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