auswerfen

GrammatikVerb · wirft aus, warf aus, hat ausgeworfen
Aussprache
Worttrennungaus-wer-fen
Wortzerlegungaus-werfen
Wortbildung mit ›auswerfen‹ als Erstglied: ↗Auswerfer  ·  mit ›auswerfen‹ als Grundform: ↗Auswurf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. herauswerfen
a)
zum Fang
Beispiel:
die Angel, das Netz auswerfen
bildlich
Beispiel:
eine Schlinge, einen Köder nach jmdm. auswerfen (= jmdn. ködern wollen)
b)
zum Ankern
Beispiel:
das Schiff wirft die Anker aus (= geht vor Anker)
bildlich
Beispiel:
wo konnte er sich festhalten, wo einen Anker auswerfen, wo Halt finden [RemarqueZeit zu leben228]
2.
etw., jmdn. (in großen Mengen) herausschleudern
a)
Beispiele:
ein Vulkan wirft Steine, Lava aus
der Ätna hat glühende Gesteinsbrocken und Asche ausgeworfen
das Meer wirft Fische und Muscheln auf die Riffe, ans Ufer aus (= spült sie an)
von der Flut ausgeworfener Tang
die Meeresbrandung hat die Ertrunkenen an den Strand ausgeworfen
die Lokomotive wirft Funken aus
die Hülse der Patrone wird sofort nach dem Schuss automatisch ausgeworfen
bildlich jmdn. ausspeien
Beispiele:
der Hauptbahnhof wirft täglich Scharen von Reisenden aus (= Scharen von Reisenden strömen aus dem Hauptbahnhof)
jenes Publikum ... das die Züge auswarfen [G. Hauptm.3,269]
b)
Technik etw. ausstoßen
Beispiel:
die Prägemaschinen der staatlichen Münze werfen neue Geldstücke aus
c)
Medizin etw. aushusten
Beispiele:
der Kranke wirft Schleim und Speichel aus
er warf lange Zeit stark aus
3.
etw. ausheben, ausschaufeln
Beispiele:
Erde, Schlamm, Sand auswerfen
ein Loch, eine Grube auswerfen
man hat Gräben für Kabel und Rohre ausgeworfen
4.
gehoben Licht auswerfenverbreiten
Beispiele:
die Bogenlampen warfen strahlende Helle aus
Die ... Ebenen, über die die Vorortzüge und die D-Züge fahren und im Dunkel weißes Licht nach beiden Seiten auswerfen [DöblinAlexanderpl.468]
5.
etw. festsetzen
a)
eine Zahlung gewähren, für etw. bestimmen
Beispiele:
die Betriebsleitung wirft ihren Angestellten hohe Prämien, Gratifikationen aus
der Staat wirft jedes Jahr große Summen für den Bau von Straßen und öfentlichen Gebäuden aus
er habe ihr eine Mitgift ... ausgeworfen [Feuchtw.Goya474]
b)
Jura
Beispiel:
eine Strafe auswerfen (= verhängen)
6.
Kaufmannssprache das Ergebnis einer Addition ausrücken und dadurch besonders sichtbar machen
Beispiel:
Zahlen, eine Summe (mit der Rechenmaschine) rechts auswerfen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

werfen · abwerfen · anwerfen · Anwurf · aufwerfen · auswerfen · einwerfen · überwerfen · unterwerfen · verwerfen · vorwerfen
werfen Vb. ‘mit schwingendem Arm wegschleudern’. Das gemeingerm. stark flektierende Verb ahd. werfan ‘(hinaus)werfen, austreiben, hinwerfen, schütten, schieben, (zer)streuen, reißen, stürzen’ (8. Jh.), mhd. werfen ‘in schnelle Bewegung setzen, schleudern, stoßen, streuen, rasch wenden, zur Welt bringen’, asächs. werpan, mnd. werpen, warpen, mnl. nl. werpen, afries. hwerva, aengl. weorpan, engl. to warp ‘(sich) verziehen, krümmen’ (vom Holz), anord. verpa, auch ‘Eier legen’, schwed. värpa ‘Eier legen’, got. waírpan ‘werfen’ (germ. *hwerpan) läßt sich mit griech. rhábdos (ράβδος) ‘Rute, Gerte, Stab, Streifen’, lat. verbera (Plur.) ‘Ruten zur Züchtigung, Peitsche’, lit. vir̃bas ‘Reis, Reisig, Gerte’, aslaw. vrьba, russ. vérba (верба) ‘Weide’ auf eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ zurückführen. Als Grundbedeutung ist ‘mit drehend geschwungenem Arm schleudern’ anzusetzen. Die Wurzelbedeutung ‘biegen’ ist noch erhalten in anord. oldri orpinn ‘vom Alter gebeugt’, engl. to warp, nhd. sich werfen ‘krumm werden, sich biegen’ (vom Holz). S. ablautendes ↗Wurf. abwerfen Vb. ‘hinunter-, herunterwerfen, sich einer Sache entledigen’, mhd. abewerfen, reflexiv ‘vom Pferd steigen’; dann auch ‘das Nötige zur Kostendeckung bzw. einen Gewinn einbringen’ (15. Jh.). anwerfen Vb. ‘etw. an etw. hinanwerfen, in Gang bringen’, ahd. anawerfan ‘hineinwerfen, -stoßen, bewerfen’ (8. Jh.), mhd. anewerfen ‘an einen etw. werfen, mit etw. werfen, mit etw. überziehen’; heute besonders ‘einen Motor anlassen’ (ehemals mit einer Drehbewegung durch eine Handkurbel). Anwurf m. ‘Verputz an Mauerwerk’ (16. Jh.), ‘erster, das Spiel eröffnender Ballwurf’ (Anfang 17. Jh.), übertragen ‘Vorstoß’ (vgl. einen Anwurf tun ‘einen Vorstoß, Versuch machen’, 16. Jh.), ‘Vorwurf, Beschuldigung’ (19. Jh.). aufwerfen Vb. ‘in die Höhe werfen, aufschütten’, mhd. ūfwerfen ‘in die Höhe werfen, strecken, erheben, umwenden, öffnen’, reflexiv ‘gebräuchlich werden, sich ausgeben für, machen zu, zu werfen (würfeln) beginnen’; übertragen eine Frage aufwerfen (17. Jh.). auswerfen Vb. ‘hinaus-, herausschleudern, ausspucken, ausschachten, verteilen’, ahd. ūʒwerfan ‘(her)aus-, wegwerfen, (hin)treiben, hervorbringen, hinausschicken’ (um 800), mhd. ūʒwerfen ‘hinauswerfen, austreiben, kastrieren, abtreiben, sich redend gegen jmdn. erheben.’ einwerfen Vb. ‘durch einen Wurf zerschlagen, hineinwerfen, zu einem Gespräch etw. anmerken’, ahd. inwerfan ‘hineinwerfen, -schicken’ (8. Jh.), mhd. īnwerfen ‘hineinwerfen, einschließen’. überwerfen Vb. ‘werfend bedecken’, reflexiv ‘sich mit jmdm. zerstreiten’ (16. Jh.), ahd. ubarwerfan ‘hinüberwerfen’ (um 800), mhd. überwerfen ‘das Pferd im Schwung umwenden, verschränken, kreuzen, im Werfen übertreffen’, reflexiv ‘sich schwingend um und um drehen’. unterwerfen Vb. ‘besiegen, abhängig machen’ (16. Jh.), ahd. untarwerfan ‘etw. unter etw. legen, stellen, setzen, unterordnen’ (9. Jh.), mhd. underwerfen ‘darunter werfen, unterjochen’. verwerfen Vb. ‘ablehnen, mißbilligen, eine Fehlgeburt haben, sich biegen, sich verziehen’ (vom Holz), ahd. firwerfan ‘wegwerfen, zurückweisen, preisgeben’ (8. Jh.), mhd. verwerfen ‘ab-, hin-, weg-, niederwerfen, überwinden, verschleudern, zurückweisen, verschmähen, verstoßen, sich entzweien’. vorwerfen Vb. ‘nach vorn werfen, jmdm. (Speise) vor die Füße werfen’ (16. Jh.), ‘tadeln, Vorhaltungen machen’ (15. Jh.), ahd. furiwerfan ‘verschließen, bedecken’ (9. Jh.), mhd. vürwerfen ‘mit Heftigkeit vorschieben, verschließen’. S. ↗Vorwurf.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausschließen · ↗ausstoßen · auswerfen · ↗hinauswerfen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
aushusten · ↗ausspeien · ↗ausspucken · auswerfen
Synonymgruppe
ausdärmen · ↗ausnehmen · ↗ausweiden  ●  ↗aufbrechen  fachspr., Jägersprache · auswerfen  fachspr., Jägersprache

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angel Angelhaken Angelrute Angelschnur Angler Anker Automat Bonus Diskette Drucker Fischer Gewässer Globus Graben Haken Knopfdruck Köder Lasso Lein Leine Netz Rettungsanker Rettungsring Rute Schlinge Schnur Strand Suchmaschine Vulkan werfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auswerfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie bisher warf er spektakuläre Ideen aus, einige jedoch verendeten schleichend.
Der Tagesspiegel, 28.03.2004
Die Aliens werfen ihre Netze bis in den letzten Winkel des Planeten aus.
Die Zeit, 24.10.1997, Nr. 44
Wenn ihn der Husten befiel, warf er eine Handvoll Blut aus.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 115
Der Sozialdemokrat übergab sich heftig, anhaltend und schließlich Blut auswerfend.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 900
Es werden flache Gräben ausgeworfen, die Jauche hineingegossen und dann die Gräben zugefüllt.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 36
Zitationshilfe
„auswerfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/auswerfen>, abgerufen am 19.07.2019.

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