ausspielen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-spie-len (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-spielen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
oft im Passiv
etw. ausspielenum einen Preis spielen
Beispiele:
Sport beim Fußball wurde ein Pokal ausgespielt
Sport dieser Wanderpreis wird jedes Jahr ausgespielt
bei der Lotterie werden fünf Millionen Euro ausgespielt (= als Gewinn ausgeschüttet, ausgesetzt)
2.
Sport
a)
Beispiel:
eine Meisterschaft ausspielen (= austragen)
b)
sein ganzes Können im Spiel einsetzen
Beispiel:
die Mannschaft gewann, ohne voll ausspielen zu müssen
c)
Ballspiel den gegnerischen Spieler nicht zum Zuge kommen lassen, nicht an den Ball lassen
Beispiele:
der Mittelstürmer spielte den gegnerischen Abwehrspieler nach allen Regeln der Kunst aus
diese Fußballmannschaft wurde glatt ausgespielt
3.
Theater etw. in allen Einzelheiten darstellen, spielen
Beispiele:
viele Szenen waren zu breit ausgespielt
der Regisseur legte großes Gewicht auf das Ausspielen der seelischen Konflikte
der Schauspieler hatte die Möglichkeit, seine Rolle voll auszuspielen
4.
Kartenspiel die erste Karte hinlegen, beginnen
Beispiel:
wer spielt aus?
etw. als erste Karte hinlegen
Beispiele:
er spielte das Karo-Ass aus
ich muss Trumpf ausspielen
bildlich einen Trumpf ausspieleneinen bisher zurückgehaltenen, besonders wirksamen Punkt vorbringen
Beispiele:
nun musste er seinen letzten Trumpf ausspielen
er spielte alle Trümpfe aus
ich will meinen besten Trumpf nicht gleich in einer großen Überschrift ausspielen [FontanePoggenpuhlsI 4,63]
5.
jmdn. gegen jmdn. ausspielensich des einen gegen den anderen bedienen
Beispiele:
er spielte geschickt A gegen B aus
er versuchte, die beiden Politiker gegeneinander auszuspielen
etw. gegen etw. ausspielen
Beispiel:
wenn man versucht, das eine Genre gegen das andere auszuspielen [BecherPoet. Konfession74]
6.
umgangssprachlich (seine Rolle) ausgespielt habennichts mehr gelten, keine Bedeutung mehr haben
Beispiele:
der Politiker hatte sichtlich seine Rolle ausgespielt
jmds. Rolle ist ausgespielt (= jmd. gilt nichts mehr)
in einigen Wochen ... haben die Nazis ausgespielt [BredelEnkel15]
Die Lokomotive hat ausgespielt, in ein paar Jahren ... werden wir die Schienenwege verschrotten [A. ZweigBeil333]

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) zuvorkommen · ↗(jemanden) ausbooten · ↗(jemanden) ausmanövrieren · (jemanden) ausspielen · ↗(jemanden) ausstechen  ●  (jemanden) ein Schnippchen schlagen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absteiger Abwehr Heimvorteil Hinterhand Joker Karte Konter Können Marktmacht Meisterschaft Mittelhand Modus Routine Schnelligkeit Stich Stärke Stärken Torwart Trumpf Trumpfkarte Vorhand Vorteil Vorzug gegeneinander genüßlich geschickt gnadenlos spielen voll Überlegenheit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausspielen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst als ich mich selbst verstanden hatte, als ich wusste, was meine Stärken sind, konnte ich sie bewusst ausspielen.
Der Tagesspiegel, 03.08.1999
Er war angreifbar, und sie merkte, wie sie sich zusammennehmen mußte, ihre Stärke nicht gegen ihn auszuspielen.
Jentzsch, Kerstin: Iphigenie in Pankow, Erfurt: Desotron Verl.-Ges. 1998, S. 104
Zugegeben, es ist gar nicht fein, Vergleiche anzustellen, gegeneinander auszuspielen.
Süddeutsche Zeitung, 02.05.1994
Sie war aber wirklich nicht dazu angetan, gerade von einer griechischen Politik ausgespielt zu werden.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 4077
Wir dürfen jetzt nicht uneinig werden und uns gegeneinander ausspielen lassen.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 260
Zitationshilfe
„ausspielen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ausspielen>, abgerufen am 22.08.2019.

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