ausrangieren

GrammatikVerb · rangierte aus, hat ausrangiert
Aussprache
Worttrennungaus-ran-gie-ren
Wortzerlegungaus-rangieren
Wortbildung mit ›ausrangieren‹ als Erstglied: ↗Ausrangierung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. Altes, Unbrauchbares aussondern
Beispiel:
unmoderne Möbel, alte Kleidungsstücke, wertlose Bücher ausrangieren
oft im Part. Prät.
Beispiel:
ein ausrangierter Hut, Schrank, Eisenbahnwagen
2.
veraltet jmdn. wegen Alters aus dem Dienst, Militärdienst entlassen, abbauen
Beispiele:
dieser Alte ... ist mehr als ein ausrangierter Glasmacher [G. Hauptm.PippaIV]
Aber Gott verläßt kein ausrangiert Dragonerpferd [RaabeHungerpastorI 1,595]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rang · rangieren · einrangieren · ausrangieren
Rang m. ‘Reihe, Reihenfolge, Stellung innerhalb einer Ordnung’ (vor allem im gesellschaftlichen Leben, in Beruf und Amt, in der militärischen Laufbahn). Frz. rang, hervorgegangen aus dem aus germ. *hringa- im Sinne von ‘kreisförmig aufgestellter Heeresverband’ (s. ↗Ring) entlehnten afrz. renc ‘Reihe, Kampfreihe’, wird zu unterschiedlichen Zeiten ins Dt. entlehnt und steht hier entsprechend dem frz. Gebrauch für ‘Reihe, Schlachtordnung’ (17. Jh.), ‘Reihenfolge, Stufe der gesellschaftlichen Ordnung, Amt, Würde’ (18. Jh.), ‘vorkragendes Geschoß im Zuschauerraum eines Theaters’ (19. Jh.). rangieren Vb. ‘eine bestimmte Stellung in einer Rangordnung einnehmen’ (Mitte 19. Jh.), ‘(Eisenbahnwagen, -züge) verschieben’ (2. Hälfte 19. Jh.). Aus dem zu afrz. renc, frz. rang (s. oben) gebildeten Verb frz. ranger ‘aufstellen, einreihen, (ein)ordnen’ (afrz. rengier ‘in Reihen stellen, ordnen’, s. ↗arrangieren), wird nhd. rangieren in den jetzt nicht mehr gebräuchlichen Bedeutungen ‘aufstellen, formieren, aufmarschieren lassen’ von Truppen oder Schiffen (17. und 18. Jh.) und ‘(ein)ordnen, einstufen, einteilen’ (2. Hälfte 17. Jh. bis Ende 19. Jh.) entlehnt; hieraus entwickeln sich die oben genannten, heute üblichen Verwendungen. einrangieren Vb. ‘in etw. einreihen, rangmäßig einordnen’ (Anfang 19. Jh.); ausrangieren Vb. ‘(Altes, Überflüssiges) aussondern, ausscheiden, wegwerfen’, (von Menschen) ‘außer Dienst stellen, entlassen’ (Ende 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gerät ersetzen rangieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausrangieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn die anderen einem schönen Mädchen den Hof machten, verstimmte es ihn, nicht mehr dabei, ausrangiert zu sein.
Keyserling, Eduard von: Beate und Mareile, Berlin: Fischer [1903], S. 36
Sie wurden ausrangiert und werden nun ab 12 Uhr versteigert.
Der Tagesspiegel, 11.08.2004
Ich wundere mich, dass ich ihn noch nicht ausrangiert habe.
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2004
Die hellblaue ärmellose Bluse, die ich ausrangieren mußte, ist ihr zu groß.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 256
Er war aufgegeben und seit drei Wochen in ein winziges sogenanntes Sterbezimmer ausrangiert.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 66
Zitationshilfe
„ausrangieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ausrangieren>, abgerufen am 17.08.2019.

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