ausräumen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-räu-men
Wortzerlegungaus-räumen
Wortbildung mit ›ausräumen‹ als Erstglied: ↗Ausräumung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. völlig aus etw. herausräumen
Gegenwort zu einräumen
Beispiele:
alle Bücher, die ganze Wäsche ausräumen
alle Möbel mussten (aus der Wohnung) ausgeräumt werden
etw. leer räumen
Beispiele:
eine Kiste, ein (Schreibtisch)fach, einen Schrank, ein Haus ausräumen
für den Tanz wird der Saal ausgeräumt
bildlich
Beispiel:
salopp [in der Rede des Kaisers] kam ausdrücklich vor: »Ich räume die ganze Bude [den Reichstag] aus [H. MannUntertan4,279]
2.
salopp, verhüllend, übertragen etw. leer stehlen, plündern
Beispiele:
der Dieb räumte ihm die Tasche, Wohnung aus
die Ladenkasse hat er mitjehn (= mitgehen) heißen. Allens (= alles) total ausgeräumt [ViebigTägl. Brot228]
3.
etw. aus dem Wege räumen, beseitigen
Beispiele:
Einwände, Meinungsverschiedenheiten, Missverständnisse, Vorurteile, Gefahrenherde, Schwierigkeiten ausräumen
Zuletzt hatte der alte Ritzler ein gutes Wort gesagt und damit alle Bedenken ausgeräumt [LöscherAlles Getrennte69]
4.
Sonderbedeutungen
a)
Medizin bei der Fehlgeburt Kindsteile und Nachgeburtsteile aus der Gebärmutter entfernen
Beispiel:
den Abort ausräumen
b)
Geologie Erdmaterial und Gesteinsmaterial auswaschen
Beispiele:
Gesteine ausräumen
ein ausgeräumtes Becken, Flusstal

Thesaurus

Synonymgruppe
auslagern · ausräumen · ↗migrieren · räumen · ↗verlagern
Assoziationen
Synonymgruppe
abtransportieren · ausräumen · beiseiteräumen · ↗beseitigen · ↗entfernen · ↗fortbringen · ↗fortschaffen · ↗verbringen · ↗verfrachten · ↗wegbringen · ↗wegräumen · ↗wegschaffen  ●  ↗forttragen  veraltend
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(den Tisch) abräumen · ausräumen · ↗entrümpeln · leer räumen · leerräumen
Synonymgruppe
ausleeren · ausräumen · ↗entleeren · leer machen · leer saugen · ↗leeren
Synonymgruppe
alles mitnehmen (was nicht niet- und nagelfest ist) · ↗ausplündern · ↗ausräubern · ausräumen · leerräumen · nichts dalassen · ↗plündern · ↗räubern
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bedenken Befürchtung Besorgnis Dieb Differenz Einbrecher Einwand Hindernis Irritation Kritikpunkt Meinungsverschiedenheit Mißtrauen Mißverständnis Schrank Sicherheitsbedenken Spülmaschine Streitigkeit Streitpunkt Tresor Ungereimtheit Unklarheit Unstimmigkeit Verdacht Verdachtsmoment Verstimmung Vorbehalt Vorurteil Vorwurf Zweifel räumen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausräumen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das läßt sich nicht mit einer noch so guten Rede ausräumen.
Süddeutsche Zeitung, 25.03.1994
Auch das leidige Problem der durchbrochenen Linien hat man ausgeräumt: hier ist endlich jede gewünschte Stärke einstellbar.
C't, 1992, Nr. 10
Mindestens alle vierzehn Tage werden sie vollständig ausgeräumt und gründlich gesäubert.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 43
Er sei sehr dafür, daß jetzt bestimmte Emotionen ausgeräumt würden, die mit der Absicht geschürt würden, über Nacht alles abschaffen zu wollen.
Nr. 86: Telefongespräch Kohl mit Krenz vom 11. November 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 9347
Nicht ausgeräumt ist dadurch das alte Problem der wertenden Kitsch-Frage.
o. A.: Lexikon der Kunst - V. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 33994
Zitationshilfe
„ausräumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ausräumen>, abgerufen am 24.08.2019.

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