ausnehmen

GrammatikVerb · nimmt aus, nahm aus, hat ausgenommen
Aussprache
Worttrennungaus-neh-men (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-nehmen
Wortbildung mit ›ausnehmen‹ als Erstglied: ↗Ausnehmer  ·  mit ›ausnehmen‹ als Grundform: ↗Ausnahme · ↗ausgenommen · ↗ausnehmend
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. herausnehmen
a)
Beispiel:
die Asche (aus dem Ofen) ausnehmen
b)
die Eingeweide aus Geflügel, Fischen, kleinerem Wild
Beispiele:
die Leber, Herz, den Rogen ausnehmen
ein Huhn, eine Ente, einen Hering, Dorsch, ein Kaninchen ausnehmen
c)
die Eier, Jungen aus Vogelnestern
Beispiele:
Sperlingseier ausnehmen
ein (Vogel)nest ausnehmen
bildlich
Beispiel:
[er erzählte] das Nest nebenan sei ausgenommen; Polizeisoldaten hätten heute abend den Vetter plötzlich abgeführt [Eichendorff3,147]
übertragen
Beispiel:
eine feindliche Stellung ausnehmen (= ausheben, unschädlich machen)
2.
salopp, übertragen jmdm. sein Geld, seinen Besitz (listig) abnehmen
Beispiele:
jmdn. beim (Karten)spiel tüchtig ausnehmen
Der Bursche hat ihn einfach ausgenommen [BrechtDickicht4]
landschaftlich jmdn. ausfragen, aushorchen
Beispiel:
ich hab' ihn ganz schön ausgenommen!
3.
jmdn., etw. von etw. ausnehmenjmdn., etw. von etw. Allgemeinem ausschließen
Beispiele:
er wurde von dem Verbot ausgenommen
nur eine Erzählung nahm er von der Veröffentlichung aus
alle Anwärter für diesen Beruf sind tauglich, nur einer ist ausgenommen (= nur für einen trifft das nicht zu)
sich ausnehmen
Beispiel:
jeder irrt einmal, ich nehme mich nicht aus
4.
sich in einer bestimmten Art ausnehmenin einer bestimmten Art wirken, aussehen
Beispiele:
jmd., etw. nimmt sich gut, hübsch, lustig, nicht übel, sonderbar, lächerlich, schlecht aus
er nimmt sich in seinem neuen Anzuge geradezu feierlich aus
so einfach, wie es sich auf dem Papier ausnimmt, war es in Wirklichkeit nicht
Die Häuser waren höckrig, schief und so klein, daß die Straße zwischen ihnen sich ausnahm wie ein Feld mit Steinen [H. MannUntertan4,82]
Friedrich ... griff einige volle Akkorde, welche sich in der heitern, stillen Nacht herrlich ausnahmen (= anhörten) [Eichendorff2,47]
5.
österreichisch jmdn., etw. erkennen
Beispiel:
in den Ecken [des Zimmers] ... ragten undurchdringliche Schattenmassen, und Clarisse konnte nicht ausnehmen, was geschah [MusilMann449]

Thesaurus

Synonymgruppe
ausdärmen · ausnehmen · ↗ausweiden  ●  ↗aufbrechen  fachspr., Jägersprache · ↗auswerfen  fachspr., Jägersprache
Synonymgruppe
(irgendwie) daherkommen · (sich) ausnehmen · ↗anmuten · ↗aussehen · ↗erscheinen · ↗wirken  ●  ↗ausschauen  ugs., süddt. · ↗rüberkommen  ugs.
Synonymgruppe
(jemanden um etwas) prellen · (jemanden) ausnehmen · (jemanden) ausnehmen wie eine Weihnachtsgans · (jemanden) erleichtern um  ●  ↗(jemanden) schröpfen  fig. · (jemandem) das Fell über die Ohren ziehen  ugs., fig. · Geld aus der Tasche ziehen  ugs., fig. · ↗abcashen  ugs. · ↗abkassieren  ugs. · ↗abziehen  ugs. · ↗abzocken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amnestie Besteuerung Einsparung Eintragung Fahrverbot Haushaltssperre Kartellverbot Kritik Kürzunge Neuregelung Pfandpflicht Regelung Sparen Sparmaßnahme Strafverfolgung Verbot Vergleich Weihnachtsgans anders ausdrücklich bescheiden dagegen daneben dürftig harmlos lächerlich merkwürdig nehmen seltsam Ökosteuer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausnehmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ausgenommen ist der Einsatz schreiender Kinder, die ab 6.00 Uhr in Stellung gebracht werden dürfen.
Die Welt, 06.06.2005
Verspielt nehmen sich dagegen die Artikel aus den Jahren vor 1933 aus.
Der Tagesspiegel, 01.12.2000
Das Wort "Agitator" gefiel ihm ausnehmend, und er gebrauchte es oft.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 79
Das Wort »aufgebrummt« nahm sich in seinem Munde besonders drollig aus.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 67
Ausgenommen sind natürlich Ärzte und andere, im öffentlichen Leben stehende Personen, die überall erreichbar sein müssen.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3179
Zitationshilfe
„ausnehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ausnehmen>, abgerufen am 22.10.2019.

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