ausnüchtern

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungaus-nüch-tern
formal verwandt mitnüchtern
Wortbildung mit ›ausnüchtern‹ als Erstglied: ↗Ausnüchterung
eWDG, 1967

Bedeutung

Polizei wieder nüchtern werden
Beispiele:
er wurde wegen Trunkenheit in Arrest gesetzt, um sich auszunüchtern
Liepe Kleinermann sitzt allein auf einer Bierbank. Er nüchtert sich aus [StrittmatterOchsenkutscher317]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nüchtern · Nüchternheit · ausnüchtern · Ausnüchterung · ernüchtern · Ernüchterung
nüchtern Adj. ‘nicht gegessen und getrunken habend, mit leerem Magen, nicht betrunken’, übertragen ‘besonnen, leidenschaftslos, phantasielos’, ahd. nuohturn (10./11. Jh.; dazu die Weiterbildung nuohturnīn, um 1000, z. B. in nuohturnīn sīn ‘sich einer Sache enthalten’), mhd. nüehtern, auch schon ‘nicht betrunken’, mnd. nöchteren, mnl. nuchteren, nuchterne, nl. nuchter sind entlehnt aus lat. nocturnus ‘nächtlich’ (zu lat. nox, Genitiv noctis, s. ↗Nacht). Die vom Lat. abweichende Vokallänge erklärt sich durch Angleichung an die einheimischen Bezeichnungen für ‘Morgenfrühe, Dämmerung’ ahd. uohta (um 1000), mhd. uohte, uhte, nhd. (landschaftlich) Ucht, asächs. ūhta, mnd. uchte (verwandt mit Nacht). Es handelt sich wohl um ein in den Klöstern entstandenes Wort mit der Bedeutung ‘in der Morgendämmerung bestehend, frühmorgendlich, im Zustand des frühen Morgens befindlich’, d. h. ‘noch nichts gegessen und getrunken habend’, und zwar in der Zeit des der Nachtruhe folgenden Morgengottesdienstes vor Einnahme der Morgenmahlzeit. Nüchternheit f. (Anfang 15. Jh.). ausnüchtern Vb. ‘sich vom Zustand der Trunkenheit erholen’ (17. Jh.); Ausnüchterung f. (Mitte 19. Jh.). ernüchtern Vb. ‘sich nach reichlichem Essen, von einem Rausch erholen’, mhd. ernüchtern, ‘jmdn. aus einer gesteigerten Stimmung herausreißen’ (18. Jh.); Ernüchterung f. (2. Hälfte 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

nüchtern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausnüchtern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie habe oftmals stundenlang gewartet, bis ihr Mann so weit ausgenüchtert war, daß er nach Hause gehen konnte.
Friedländer, Hugo: Eine Rittergutsbesitzerin vor den Geschworenen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3669
Nachdem er ausgenüchtert war, weigerte er sich, den Täter zu nennen.
Der Tagesspiegel, 11.07.2003
Wo kann man in Köln zur Karnevalszeit am besten ausnüchtern?
Bild, 05.02.2002
So entsteht diese zugleich atemlose, doch heftige, kräftige Prosa, ohne jedes Ornament, ausgenüchtert.
Die Zeit, 29.03.1996, Nr. 14
In der Arrestzelle wurde er bis zum nächsten Morgen ausgenüchtert.
Süddeutsche Zeitung, 02.09.2004
Zitationshilfe
„ausnüchtern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ausnüchtern>, abgerufen am 22.05.2019.

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