ausmachen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-ma-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-machen
Wortbildung mit ›ausmachen‹ als Grundform: ↗ausgemacht
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. ausschalten
Gegenwort zu anmachen
Beispiele:
das Licht, den Fernseher, Computer, Bildschirm ausmachen
das Gas ausmachen (= abstellen)
etw. auslöschen
Beispiel:
das Feuer, die Kerze ausmachen
2.
umgangssprachlich etw. mit jmdm. zum Abschluss bringen
a)
etw. erledigen, abmachen
Beispiele:
sie wollen die Angelegenheit, den Streit unter sich, miteinander, vor Gericht ausmachen
etw. mit seinem Gewissen, mit sich allein, mit sich selbst ausmachen (= allein damit fertig werden)
b)
etw. vereinbaren, abmachen
Beispiele:
den Lohn, das Honorar (für eine Arbeit) ausmachen
eine Frist, einen Tag, eine Zeit, einen festen Termin (mit jmdm.) ausmachen
jmd. erscheint zur ausgemachten Stunde, an der ausgemachten Stelle
etw. vorher, fest, genau ausmachen
sie handelten, wie (es) ausgemacht (war)
(unter sich, miteinander) ausmachen, dass ...
jmdm. etw. ausmachen
jmdm. durch Vereinbarung etw. besorgen
Beispiel:
[im Gasthaus] wo ihm durch den Lehrer Krause ein kleines Quartier ausgemacht worden war [G. Hauptm.Quint1,237]
veraltet sich [Dativ] etw. ausmachensich etw. ausbedingen
Beispiel:
das machen Sie sich aus, ehe Sie Ihr väterliches Jawort geben! [RaabeII 2,181]
3.
etw. bilden, darstellen
Beispiele:
moderne Bauten und großzügige Anlagen machen die neue Stadt aus
Stuhl und Bett machen die ganze Einrichtung des Zimmers aus
die straffe Disziplin macht die Stärke dieser Armee aus
Inhalt und Form des Werkes machen eine Einheit aus
Jugendliche machten die Hälfte, den größten Teil, die Masse der Besucher aus
etw. macht die Bedeutung, den Charakter, Wert einer Sache, das Wesen eines Menschen aus
etw. macht den Inhalt, Kern, Reichtum von etw. aus
etw. macht jmdn. aus
etw. ist charakteristisch für jmdn.
Beispiel:
[mit den Jahren beginnt das hervorzutreten] was den eigentlichen Mann ausmacht [G. KellerGr. Heinrich4,821]
etw. macht etw. ausetw. beträgt etw.
Beispiele:
die Ausgaben, Einkünfte, Kosten, Schulden machen (zusammen) 500 Euro, ein Vermögen aus
die Beteiligung macht über 50% aus
die Entfernung zwischen A und B macht nur 100 Kilometer aus
wenn jeder Einwohner des Ortes einen Euro gibt, macht das eine ansehnliche Summe aus (= ergibt das eine ansehnliche Summe)
4.
umgangssprachlich etw. macht nichts ausetw. fällt nicht ins Gewicht
Beispiele:
die paar Minuten machen nichts, nicht viel, wenig aus
der lange Urlaub hat bei seiner Genesung etwas ausgemacht
es macht etwas aus, ob ich den ganzen Tag stehe oder sitze (= ist ein Unterschied, ob ich den ganzen Tag stehe oder sitze)
etw. macht jmdm. etwas ausetw. macht jmdm. Mühe, Unannehmlichkeit, etw. stört jmdn.
Beispiele:
das macht mir nichts aus
würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich mitkomme?
Mutter kann mir nicht mehr viel mitgeben ... Aber das wird ihm nichts ausmachen [Th. MannBuddenbrooks1,347]
5.
Seemannssprache, Jägersprache, Militär etw. durch scharfes Beobachten erkennen
Beispiele:
das Ufer, ein Schiff, die Lichter des Dampfers (im Nebel, in der Dunkelheit) ausmachen
das Wild ausmachen
die feindliche Stellung (mit dem Feldstecher) ausmachen
das Flugzeug war in der großen Höhe nur schwer auszumachen
etw. feststellen
Beispiele:
die Windrichtung ausmachen
es lässt sich nicht mit Sicherheit ausmachen, ob er dort war
6.
ostmitteldeutsch etw. aus der Erde herausholen
Beispiele:
Kartoffeln, Rüben ausmachen
Mochte die [Frau des Bauern] sich ihre Kartoffeln selber ausmachen! [PolenzBüttnerbauer1,394]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) auf die Spur kommen · ↗aufdecken · ↗aufklären · ausfindig machen · ausmachen · ↗detektieren · ↗entdecken · ↗erkennen · ↗ermitteln · ↗eruieren · ↗festmachen · ↗feststellen · ↗herausfinden · ↗identifizieren · ↗sehen · ↗verorten · zu Tage fördern · zutage fördern  ●  auf die Schliche kommen  ugs. · ↗konstatieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) belaufen (auf) · (sich) beziffern (auf) · ausmachen · ↗betragen · ↗ergeben
Assoziationen
  • Betrag · ↗Menge · ↗Summe  ●  Absolutbetrag  fachspr.
  • kosten · zu Buche schlagen (mit)  ●  ↗kommen  ugs. · machen  ugs. · zu haben sein (für)  ugs.
Synonymgruppe
(eine) (große) Rolle spielen · (für jemanden) Bedeutung haben · (für jemanden) relevant (sein) · (großen) Wert legen auf · (jemandem) lieb und teuer sein · (jemandem) lieb und wert sein · (jemandem) nicht egal sein · nicht gleichgültig sein · ↗von (großer) Wichtigkeit (sein) · von Bedeutung (sein) · von Belang (sein)  ●  (jemandem) ankommen auf  variabel · (jemandem) auf den Nägeln brennen  fig. · (jemandem) unter den Nägeln brennen  fig. · (jemandem) wichtig sein  Hauptform · (jemandem etwas) ausmachen  ugs. · (jemandem) (ein) Herzensbedürfnis sein  geh., variabel · (jemandem) am Herzen liegen  ugs. · bedacht (sein) auf  geh.
Assoziationen
  • (allein) ankommen auf (es) · (alles) abhängen von · vollständig abhängen von  ●  steht und fällt (mit)  fig. · auf Gedeih und Verderb abhängen von  geh. · essentiell sein  geh. · essenziell sein  geh.
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · ↗(einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
  • (einen) hohen Stellenwert genießen · (einen) hohen Stellenwert haben · Bedeutung haben · ankommen auf (es) · ↗bedeutend · ↗bedeutsam · ↗entscheidend · ↗erheblich · ↗gewichtig · ↗groß · ins Gewicht fallen(d) · keine Kleinigkeit (sein) · ↗maßgeblich · nicht zu unterschätzen · nicht zu vernachlässigen (sein) · ↗relevant · von Belang · von Gewicht · von Relevanz · von großer Bedeutung · von großer Wichtigkeit · ↗wesentlich · ↗zentral · ↗zählen  ●  Gewicht haben  fig. · großgeschrieben werden  fig. · hoch im Kurs stehen  fig. · von Bedeutung  Hauptform · ↗wichtig (sein)  Hauptform
  • Herzensangelegenheit · ↗Herzensbedürfnis · ↗Herzenssache · ↗Herzenswunsch · ↗Sehnsucht · ↗Wunschtraum · innigster Wunsch
Synonymgruppe
(den) Aus-Knopf drücken · ↗abdrehen · ↗abschalten · ↗abstellen · ↗ausknipsen · ↗ausschalten  ●  (den) Ein-Aus-Schalter betätigen  förmlich · ausmachen  ugs. · den Stecker (raus)ziehen  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
ausmachen · ↗umfassen
Synonymgruppe
abstecken · ↗abzirkeln · ↗ausloten · ausmachen · ↗bestimmen · ↗erkennen · ↗feststellen · ↗herausfinden · ↗orten · ↗umgrenzen
Synonymgruppe
(etwas) ausmachen · ↗(etwas) darstellen · (sich) darstellen (in / als) · (sich) manifestieren in · (sich) zeigen (in / als) · ↗sein · zu sehen sein in  ●  bestehen in  Hauptform
Synonymgruppe
(jemandem etwas) ausmachen · ↗(jemanden) stören  ●  (jemandem) Ungelegenheiten bereiten  geh. · (nicht) okay sein (für)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anteil Bruchteil Charme DM Drittel Faszination Großteil Hälfte Kern Licht Löwenanteil Milliarde Prozent Reiz Schuldige Stärke Teil Unterschied Ursache Viertel Wesen allein etwa gerade machen mehr nur rund viel weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausmachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In vielen Fällen werden die Autos das untereinander ausmachen können.
Die Zeit, 14.01.2013, Nr. 02
Es machte mir schon gar nichts mehr aus, den ganzen Tag zu quasseln, ohne etwas dabei zu denken.
Neue Rundschau, 1971, Nr. 3, Bd. 82
Diese gedankliche Interpretation macht das Wesen der physikalischen Theorie aus.
Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 241
Mit diesen Ausführungen soll, wie ich ausdrücklich hervorheben will, keineswegs etwas ausgemacht sein über die individuelle Psychologie der beiden Autoren.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 18
Sie zog sich aus, legte sich vorn an den äußersten Rand des Bettes und machte das Licht aus.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 256
Zitationshilfe
„ausmachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ausmachen>, abgerufen am 17.07.2019.

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