ausknobeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-kno-beln (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-knobeln
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
über etw. durch Knobeln entscheiden, etw. auslosen
Beispiele:
mit Streichhölzern ausknobeln, wer die Zeche bezahlen muss
eine Runde Bier ausknobeln
2.
etw. (Schwieriges) ausdenken, austüfteln
Beispiele:
einen Plan, Streich ausknobeln
Maßnahmen, Anordnungen ausknobeln
hast du dir das selbst ausgeknobelt?
der Gefangene hatte die einzige Möglichkeit zur Flucht ausgeknobelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

knobeln · ausknobeln · Knobelbecher
knobeln Vb. ‘durch ein Spiel auslosen, würfeln’; ausknobeln Vb. ‘eine strittige Sache durch Würfeln entscheiden’, woraus übertragen knobeln ‘angestrengt über die Lösung eines Problems nachdenken’. Das in der Studentensprache (zuerst 1813) bezeugte Verb im Sinne von ‘nach bestimmten Regeln um die Zeche würfeln’ wird im Laufe des 19. Jhs. allgemeinsprachlich. Es ist abgeleitet vom Substantiv Knobel ‘(Finger)knöchel’, (daraus hergestellter) ‘Würfel’, ahd. knovel (Hs. 13. Jh.), mhd. knübel, (md.) knubel ‘(Finger)knöchel’, Plur. auch ‘Faust’, verwandt mit ↗Knopf (s. d.). Knobelbecher m. ‘Würfelbecher’ (19. Jh.), in der Soldatensprache des ersten Weltkriegs ‘kurzer Schaftstiefel’ (im Vergleich mit dem ledernen Würfelbecher).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) im Schilde führen  ugs. · ↗ausbrüten  ugs., fig. · ↗aushecken  ugs. · ↗ausklamüsern  ugs. · ausknobeln  ugs.
Assoziationen
  • unbemerkt von der Öffentlichkeit  ●  im stillen Kämmerlein  fig.
Synonymgruppe
(sich) ausdenken · (sich) einfallen lassen · Ideen entwickeln (zu) · ↗ausklügeln · ausknobeln · ↗austüfteln · ↗erdenken  ●  ↗ausbrüten  ugs., fig. · ↗ausklamüsern  ugs., norddeutsch · ↗ersinnen  geh.
Assoziationen
  • faken · frei erfinden  ●  (sich etwas) aus dem Ärmel schütteln  ugs., fig. · (sich etwas) aus den Fingern saugen  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

knobeln zusammen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausknobeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und dafür haben wir uns damals jahrelang diese Geschichte mit der dritten Ader ausgeknobelt!
Die Zeit, 18.04.1975, Nr. 17
Immer auf dem Sprung sich hautnah in Details zu versenken, neue Schnitte auszuknobeln, Formen zu entwickeln.
Süddeutsche Zeitung, 25.09.1997
Da ich nicht gleichzeitig die Praxis versorgen und mittags für ihn kochen konnte, habe ich mir ein Weckersystem ausgeknobelt.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 383
Gemeinsam hatten Schmidt und Giscard eine Methode ausgeknobelt, wie sie sich das Geld besorgen könnten.
Der Spiegel, 13.04.1981
Nun ist man als Vater oder Mutter weder in der Lage noch hat man die Zeit, bei jeder Gelegenheit den pädagogisch günstigsten Schwierigkeitsgrad auszuknobeln.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 342
Zitationshilfe
„ausknobeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ausknobeln>, abgerufen am 27.05.2019.

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