auskneifen

GrammatikVerb · kniff aus, ist ausgekniffen
Worttrennungaus-knei-fen
Wortzerlegungaus-kneifen
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp heimlich davonlaufen, ausreißen
Beispiele:
vor jmdm. auskneifen
aus der Schule, dem Elternhaus auskneifen
ausgekniffene Sträflinge
eines Tages haben wir uns verschworen und sind roh und herzlos einer nach dem andern [aus der Klasse] ausgekniffen [SpoerlFeuerzangenbowle8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kneifen · auskneifen · verkneifen · Kneifer · Kneifzange
kneifen Vb. ‘(jmds. Haut) zwischen zwei Fingern zusammendrücken, zwicken, klemmen, pressen’, zu mnd. nd. knīpen (s. ↗kneipen) gebildete hd. Form, die im 16. Jh. aufkommt, im 18. Jh. häufiger und danach in der Literatursprache üblich wird. Umgangssprachliches kneifen im Sinne von ‘sich drücken, sich jmdm. oder einer Sache nicht stellen, sich einer Herausforderung, einer Verpflichtung entziehen’ stammt aus dem Nd., vgl. nd. knīpen ‘davonlaufen, rennen, sich davonmachen’, eigentlich wohl ‘aus einer Klemme entlaufen’; vgl. nd. knīpen gān ‘entlaufen, entwischen, sich aus der Klemme befreien’. auskneifen Vb. ‘heimlich davonlaufen, ausreißen, sich einer Verpflichtung entziehen’ (19. Jh.), älter auskneipen (17. Jh.), nd. ūtknīpen ‘sich davonmachen’. verkneifen Vb. ‘auf etw. verzichten, etw. unterdrücken’ (19. Jh.); verkniffen Part.adj. ‘zusammengezogen, verzogen’, speziell verkniffenes Gesicht ‘Gesicht, das durch Erbitterung, Verärgerung harte und scharfe Züge bekommen hat, wegen blendenden Lichts verzogenes Gesicht’. Kneifer m. ‘Klemmer, Zwicker’, gekürzt (2. Hälfte 19. Jh.) aus Nasenkneifer (für frz. pince-nez, s. ↗Klemmer, ↗Zwicker). Kneifzange f. ‘Zange mit zwei scharfen, gegeneinandergebogenen Schneiden’ (17. Jh.), md. auch Kneipzange.

Typische Verbindungen
computergeneriert

kneifen

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es kniff immer wieder aus und mußte zurückgetrieben werden.
Die Zeit, 18.03.1954, Nr. 11
Auch mir kann schließlich niemand den Vorwurf machen, daß ich im Kampf ausgekniffen bin.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 348
Und in den elf Jahren, die vergangen sind, seit die Eltern ihn abgaben, war Wolfgang "vielleicht sechs Monate draußen", immer dann, wenn er ausgekniffen war.
Der Spiegel, 08.04.1985
Nur mußten die Posten auf diese „Beutedeutschen“ besonders achten, damit sie nicht auskniffen und Scherereien machten.
Die Zeit, 31.08.1950, Nr. 35
Ein breiterer und besonders stabiler Riemen soll mit seinem modernen Plastikhaftverschluss den Absatz daran hindern, seitlich auszukneifen.
Süddeutsche Zeitung, 05.04.2003
Zitationshilfe
„auskneifen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/auskneifen>, abgerufen am 20.07.2019.

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