ausüben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-üben (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-üben
Wortbildung mit ›ausüben‹ als Erstglied: ↗Ausübung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
eine Tätigkeit verrichten, etw. treiben
Beispiele:
jmd. übt ein Gewerbe, Handwerk aus
die Musik übte sie mit großer Leidenschaftlichkeit aus
seine Kunst übte er bis ins hohe Alter hinein aus
jmd. übt die Jagd aus (= geht auf die Jagd)
einer Tätigkeit nachgehen
Beispiele:
sie konnte ihren Beruf infolge eines Unfalles nicht ausüben
welche Tätigkeit üben Sie jetzt aus?
diese Beschäftigung übe ich schon seit Jahren aus
er musste die Kontrolle ausüben
er ist ausübender Künstler (= im Künstlerberuf tätig)
die ausübende Behörde (= die vollziehende Behörde)
etw. innehaben und die damit verbundene Arbeit ausführen
Beispiel:
das Amt übte er stets vorbildlich aus
eine Praxis ausübenals Arzt tätig sein
Beispiel:
er übte eine kassenärztliche, zahnärztliche Praxis aus
2.
Gebrauch von etw. machen, etw. wahrnehmen
Beispiele:
sein Selbstbestimmungsrecht, Stimmrecht ausüben
es gibt auch ein Frauenrecht. Und das hab' ich ausgeübt [Rosegger10,263]
als ich, herangewachsen, zum ersten Male meine bürgerlichen Rechte ausübte [G. KellerGr. Heinrich4,22]
3.
etw. auf jmdn. wirksam werden lassen von seiner Persönlichkeit
Beispiele:
jmd. übt einen guten, wohltätigen, günstigen, schlechten, verderblichen, unheilvollen Einfluss auf jmdn. aus
eine starke, nachhaltige, heilsame, beruhigende Wirkung auf jmdn. ausüben
von seinem Reiz
Beispiele:
das Bild übt eine starke Anziehungskraft aus
ein Gedicht übt einen besonderen, großen, märchenhaften Zauber aus
Musik übte von jeher einen geheimen, unwiderstehlichen, eigenen Reiz auf die Menschen aus
von seiner Macht
Beispiele:
jmd. übt einen starken, moralischen, politischen Druck auf jmdn. aus
er war davon abgekommen, auf das Kind einen Zwang auszuüben
sie übte keine große Macht mehr über ihn aus
die dämonische Herrschaft, die er über die Unglückliche ausübte [BrechtDreigroschenroman398]
[der Junge] der vermittels des Bindfadens noch immer eine gewisse Gewalt über den Drachen ausübte [Hausm.Überfall45]

Thesaurus

Synonymgruppe
ausüben · ↗bedienen · ↗betätigen · ↗handhaben · ↗machen · ↗praktizieren · tätig sein · ↗verrichten
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amt Anziehungskraft Beruf Druck Einfluß Faszination Funktion Gewalt Handwerk Herrschaft Job Kontrolle Kontrollfunktion Macht Mandat Nebentätigkeit Option Recht Reiz Sport Stimmrecht Tätigkeit Vorkaufsrecht Wahlrecht Wirkung Zensur Zwang weiter weiterhin üben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausüben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allein die neue Lage hinderte es daran, seine Funktion auszuüben.
Die Zeit, 26.01.2005, Nr. 04
Ich chatte gar nicht mehr, das übt keinen Reiz mehr auf mich aus.
Der Tagesspiegel, 07.03.2003
Heute übt er eher durch die Demonstration seines eigenen Leidens Druck auf sie aus.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 16
Er war davon abgekommen, einen Zwang auf das Mädchen auszuüben.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 264
Der Künstler wird stets diese Richtung in der Kunst ausgeübt haben.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30275
Zitationshilfe
„ausüben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ausüben>, abgerufen am 20.05.2019.

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