auftun

GrammatikVerb · tut auf, tat auf, hat aufgetan
Aussprache
Worttrennungauf-tun (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-tun
Wortbildung mit ›auftun‹ als Grundform: ↗aufgetan
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. öffnen
a)
umgangssprachlich den Mund auftunreden
Beispiele:
sowie ich den Mund auftue, unterbricht er mich
er lügt, wenn er den Mund auftut
er hat Angst, den Mund aufzutun (= seine Meinung zu sagen)
vulgär so tu doch endlich dein Maul auf!
b)
landschaftlich
Beispiel:
die Tür, das Fenster auftun
2.
gehoben sich auftunsich öffnen
Beispiele:
die Tür tat sich einen Spalt auf
seine Augen taten sich auf
ein Erdspalt, jäher Abgrund tat sich vor ihm auf
Und wie er winkt mit dem Finger, / Auftut sich der weite Zwinger [SchillerHandschuh]
bildlich
Beispiele:
sein Herz tat sich auf bei dem Anblick
eine fremde Welt tut sich vor jmdm. auf
die weite baumlose Ebene tat sich vor uns auf [Storm2,29]
hatten sich mir ganz neue Horizonte aufgetan [SchweitzerAus meinem Leben14]
3.
landschaftlich einen Laden auftuneinen Laden eröffnen
Beispiel:
[Andreas] der in Straßburg eine berühmte Werkstatt aufgetan hatte [LöscherAlles Getrennte186]
gehoben sich auftun
Beispiel:
neue Geschäfte, Vereine haben sich aufgetan
4.
umgangssprachlich etw. auffüllen, auf den Teller tun
Beispiele:
die Suppe auftun
er tat ihm vom Besten auf
Ferdinand ... tat sich vom Hammelrücken drei Scheiben auf [G. HermannGebert279]

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) aufschließen · (jemandem) die Tür öffnen  ●  (jemandem) auftun  geh., veraltet

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da hat sich für mich so etwas wie eine Welt aufgetan.
Der Tagesspiegel, 22.09.2000
Wenn er in Spa gewonnen hätte, hätte sich diese Frage nicht aufgetan.
Bild, 29.08.2000
Er hätte es nicht wagen dürfen, hier auch nur den Mund aufzutun.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 46
Still lag er da, die Hände auf der Decke, die Augen aufgetan wie in einem übermächtigen Staunen.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 212
Wir brauchen nur den Mund aufzutun, schon stürzen die Bilder heraus.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 22
Zitationshilfe
„auftun“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/auftun>, abgerufen am 22.10.2019.

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