aufragen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-ra-gen
Wortzerlegungauf-ragen
eWDG, 1967

Bedeutung

steil in die Höhe ragen
Beispiele:
der Berg, Turm, die Mauer, der Mast ragt hoch auf
ein Gebirge ragte vor mir auf
Der Zylinder des Kutschers ragte lächerlich lang in die Nacht auf [SchnitzlerTraumnovelle59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ragen · aufragen · überragen
ragen Vb. ‘über Niedrigeres hervorstehen, sich deutlich an Höhe oder Länge abheben’, mhd. mnl. ragen; vgl. auch ahd. bi(h)raget ‘steil’ (8. Jh.) und aengl. oferhrǣgan ‘sich emportürmen’. Herkunft ungewiß. Vielleicht besteht Verwandtschaft mit mhd. rac ‘straff, gespannt, steif’ und ræhe ‘starr, steif’, außergerm. mit griech. króssai Plur. (κρόσσαι, aus *κροκι̯αι) ‘Kragbalken, hervorstehende Zinnen’, prókrossos (πρόκροσσοϛ) ‘stufenweise, staffelförmig aufgestellt’, air. crīch (aus *krēku̯ā) ‘Ende, Grenze, Furche’, lit. krãkė ‘Stock, Stab’, russ. (älter) krókva (кроква) ‘Stange, Knebel, Dachsparren’, tschech. krokev, poln. krokiew ‘Dachsparren’, so daß Anschluß an ie. *krē̌k-, *krok- ‘vorspringender Balken, Pflock’ möglich ist. ragen wird heute meist mit Richtungsbezeichnungen verbunden (in die Höhe ragen, empor-, hervorragen). Älter sind die präfigierten Bildungen aufragen Vb. ‘steil in die Höhe ragen’, mhd. ūfragen, und überragen Vb. ‘über etw., jmdn. herausstehen, größer sein’ (17. Jh.), übertragen ‘übertreffen, besser, stärker sein’, oft im Part. Präs. überragend ‘bedeutend, ausgezeichnet, außerordentlich’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufbauen · ↗(sich) auftürmen · ↗(sich) erheben · aufragen · ↗aufsteigen · ↗aufstreben · ↗auftürmen · ↗emporragen · ↗hervorheben · ↗hervortreten · ↗hinausragen · ↗hochragen · ragen · ↗türmen
Synonymgruppe
(sich) auftürmen · aufragen · ↗emporragen · gen Himmel ragen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baukran Berg Düne Fels Felsen Felswand Gebirge Hochhaus Kirchturm Klippe Kran Kuppel Leuchtturm Mast Minarett Plattenbau Ruine Schornstein Silhouette Turm Wolkenkratzer dahinter links majestätisch ragen rechts senkrecht steil unvermittelt wuchtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufragen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dahinter aber ragt schroff ein schwarzer Berg auf, kein Grün, nirgends.
Der Tagesspiegel, 08.05.2005
Die Wände bestehen aus schweren Brettern, das Dach ragt mit einem geschwungenen First hoch auf.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 28893
Himmelhoch ragte er in die geisterblaue Nacht vor ihnen auf, steil und spitz.
Bassewitz, Gerdt von: Peterchens Mondfahrt, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1991 [1900], S. 83
Er ragt zwar 100 Meter auf, ist aber nicht hoch.
Süddeutsche Zeitung, 03.08.1998
In allen Grössen und Formen ragen sie aus dem Wasser auf.
Francke, Alexander: Fünf Wochen im Osten der Vereinigten Staaten und Kanadas, Bern: A. Francke 1913, S. 76
Zitationshilfe
„aufragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/aufragen>, abgerufen am 12.11.2019.

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