aufrührerisch

GrammatikAdjektiv
Worttrennungauf-rüh-re-risch (computergeneriert)
WortzerlegungAufrührer-isch
eWDG, 1967

Bedeutung

rebellisch
a)
zum Aufruhr aufreizend, aufstachelnd
Beispiele:
aufrührerische Reden (gegen jmdn., etw.) halten, führen
aufrührerisch handeln
b)
in Aufruhr befindlich, aufgestachelt
Beispiele:
eine aufrührerische Menge
aufrührerische Sklaven
die Menge aufrührerisch machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Aufruhr · Aufrührer · aufrührerisch
Aufruhr m. ‘Erhebung, Empörung’, überhaupt ‘heftige Erregung’ (vgl. nl. oproer, engl. uproar in derselben Bedeutung), ein Kompositum zu ahd. (h)ruora f., mhd. ruor(e) f. ‘eilige, heftige Bewegung’ (s. ↗Ruhr), das seinerseits zu ahd. (h)ruoren, mhd. rüeren, ruoren ‘bewegen, anrühren’ (s. ↗rühren) gehört, ist seit der Mitte des 15. Jhs. in hd. Texten, im 14. Jh. bereits in mnd. uprōr nachweisbar. Im Hd. bewahrt die Zusammensetzung das feminine Genus des Grundwortes noch bis ins 18. Jh., daneben kommt die Verwendung als Maskulinum in der 1. Hälfte des 16. Jhs. auf. Aufrührer m. ‘Empörer, Rebell’ (Ende 15. Jh.). aufrührerisch Adj. ‘einen Aufruhr hervorrufend, empörerisch’, abgeleitet von Aufrührer, löst zu Beginn des 18. Jhs. die älteren Bildungen aufrührig (Ende 15. Jh.) und aufrührisch (16. Jh.) ab und ist vereinzelt neben diesen schon im 16. Jh. bezeugt.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufrührerisch · ↗aufständisch · ↗eigensinnig · ↗meuterisch · ↗rebellisch · ↗tumultuarisch · ↗widersetzlich  ●  ↗sperrig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktion Aktivität Bauer Bewegung Brandstiftung Element Gedanke Gedicht Geist Gesinnung Gestus Idee Parole Pole Potential Predigt Propaganda Provinz Rede Schrift Stimmung Student Ton Tätigkeit Umtrieb Verhalten einst gewalttätig revolutionär Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufrührerisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann verebbte irgendwann auch der letzte Rest an aufrührerischer Energie.
Die Zeit, 09.02.2006, Nr. 07
Meine anklagende und aufrührerische Rede lag seit Jahren in mir bereit!
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 445
Dass er sich mit seinen aufrührerischen Schriften auch unter dem neuen Namen höchst unbeliebt machte, steht auf einem anderen Blatt.
Die Welt, 03.05.2003
Noch einmal gelingt es ihm, das aufrührerische Volk auf dem Kirchenvorplatz durch eine brillante Rede zu besänftigen.
Fath, Rolf: Werke - R. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 24455
Ich hatte aufrührerische Rufe ausgestoßen, mich schwer gegen einen Frankreich verbündeten Fürsten vergangen.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8933
Zitationshilfe
„aufrührerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/aufrührerisch>, abgerufen am 21.05.2019.

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