aufpassen

GrammatikVerb · passt auf, passte auf, hat aufgepasst
Aussprache
Worttrennungauf-pas-sen
Wortzerlegungauf-passen
Wortbildung mit ›aufpassen‹ als Erstglied: ↗Aufpasserei
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
auf etw., jmdn. achtgeben
Beispiele:
gut, scharf, genau auf jmdn., etw. aufpassen
salopp höllisch, gehörig auf jmdn., etw. aufpassen
du musst in der Schule besser aufpassen (= du musst aufmerksam sein)
er hat schlecht, wieder nicht aufgepasst
salopp wie ein Schießhund, Luchs, wie ein Heftelmacher aufpassen
nun pass aber auf!
er muss aufpassen, dass ihm nichts entgeht
er muss beim Spiel auf seinen kleinen Bruder aufpassen
auf sich, auf den Weg aufpassen
aufgepasst! (= Achtung!)
umgangssprachlich pass mal auf (= du wirst sehen), es wird alles noch gut werden
2.
landschaftlich jmdm. aufpassenjmdn. abpassen, jmdm. auflauern
Beispiele:
er passte den Übeltätern auf
[er] verschwor sich […] dem Verhaßten aufzupassen [H. KurzSonnenwirt424]
3.
landschaftlich etw. aufprobieren
Beispiele:
einen Hut aufpassen
der [Leichendiener] paßte […] fachkundig den Sargdeckel auf [L. FrankMännerquartett1,475]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

passen · anpassen · aufpassen · verpassen · unpäßlich · Passe
passen Vb. ‘sich eignen, angemessen, recht sein, gelegen kommen, in der Größe entsprechen’ (17. Jh.; transitiv ‘angemessen, geeignet machen, genau einfügen’ seit Ende 16. Jh.), auch ‘achtgeben’ (15. Jh.), mhd. (westmd.) gepassen ‘erreichen’ (vgl. niederrhein. passen ‘gelangen, das Ziel erreichen’ und ‘zusammentreffen, übereinstimmen, angemessen sein’, 1477); über mnl. passen ‘zumessen, fügen, ordnen, abrichten, achtgeben, gelegen kommen, durchqueren’, mnd. passen ‘angemessen machen, geeignet sein, achtgeben, berücksichtigen, vorbeifahren’ entlehnt aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorüber-, vergehen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (s. ↗passieren). Als Ausdruck des Würfel- und Kartenspiels steht passen vom 17. Jh. an für ‘ein Spiel vorübergehen lassen, abgeben’, daher übertragen für ‘abwarten’ (17. Jh.), ‘nicht mithalten, verzichten’ (Ende 18. Jh.). anpassen Vb. ‘passend machen, in Übereinstimmung bringen’, reflexiv ‘sich angleichen, einordnen’ (wie nl. aanpassen), älter ‘passend sein, entsprechen’ (18. Jh.). aufpassen Vb. ‘achtgeben, aufmerksam sein, auflauern’ (17. Jh.), im Anschluß an die Fügung auf etw. passen (16. Jh.). verpassen Vb. ‘versäumen, durch Unachtsamkeit verfehlen’ (17. Jh.), in moderner Umgangssprache (zunächst wohl soldatensprachlich) auch ‘zuteilen, zukommen lassen, anprobieren’ (Anfang 20. Jh.). unpäßlich Adj. ‘unwohl, leicht erkrankt’ (um 1600), vgl. frühnhd. unbäßig (15. Jh.). Passe f. ‘eingesetztes Schulterteil eines Kleidungsstücks’ (20. Jh.), zuvor ‘vorderer, das Gesicht schützender Rand am Damenhut’ (19. Jh.), in diesem Sinne nach mfrz. frz. passe, Ableitung von afrz. frz. passer (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jeden Moment) rechnen (mit) · Ausschau halten (nach) · aufpassen (auf) · ↗ausschauen (nach) · ↗ausspähen (nach) · ↗erwarten
Assoziationen
Synonymgruppe
Coitus interruptus  fachspr. · aufpassen  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
aufpassen · ↗beaufsichtigen · ↗beobachten · ↗checken · im Blick haben · im Sichtfeld haben · im Visier behalten · im Visier haben · ↗kontrollieren · ↗nachhalten · ↗überwachen
Unterbegriffe
  • (jemandem) auf die Finger sehen · aufpassen, was jemand tut
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Augen offen haben · (die) Augen offen halten · (sehr) aufmerksam sein · ↗(sich) vorsehen · ↗Acht geben · Vorsicht walten lassen · aufpassen · vorsichtig sein
Unterbegriffe
  • (ein) waches Auge haben (auf) · (etwas) im Blick haben · (jemandem/etwas) Beachtung schenken · (sein) Augenmerk richten (auf) · ↗beachten · ↗beobachten · ↗bewachen · ↗hüten · ↗zuschauen · ↗zusehen  ●  (etwas) in Evidenz halten  österr. · (etwas) im Auge behalten  ugs. · ein Auge auf etwas werfen  ugs.
Synonymgruppe
Achtung! · Vorsicht! · aufgepasst! · aufpassen!  ●  Obacht!  österr., süddt. · Holzauge, sei wachsam!  ugs., Spruch · Spitz pass auf  ugs., Spruch, veraltend
Assoziationen
  • denk nach bevor du sprichst  ugs. · hüte deine Zunge  geh. · pass auf, was du sagst  ugs. · vor Inbetriebnahme des Mundwerks Gehirn einschalten  ugs., Spruch · überleg lieber bevor du was sagst  ugs.
Synonymgruppe
(auf jemanden) aufpassen · ↗(jemanden) hüten · ein Auge haben auf
Synonymgruppe
aufpassen · sich in Acht nehmen vor · vorsichtig sein
Assoziationen
Synonymgruppe
aufhorchen · ↗aufmerken · aufmerksam werden · aufpassen  ●  Obacht geben  ugs. · die Ohren spitzen  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autofahrer Baby Babysitter Enkel Fußgänger Geschwister Kleine Luchs Mama Moment Oma Schießhund Schwester allerdings andererseits aufeinander besonders bloß da du genau höllisch jetzt nachts natürlich passen ständig unheimlich verdammt wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufpassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei genauem Hinsehen merkte man, dass keine verbotenen Bilder zu sehen waren, da hatten sie aufgepasst.
Die Zeit, 29.01.2007, Nr. 05
Passt auf, ich kann nicht spielen, aber ich bin dabei, ich komme mit.
Der Tagesspiegel, 17.10.2004
Wenn das Taumeln begann, war es an ihm, auf seinen Vater aufzupassen.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 193
Ja, da heißt es in dieser Zeit aber gut aufgepaßt.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 21.05.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Sieh Dich vor, dass nicht nachträglich etwas kommt, pass auf.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 07.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„aufpassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/aufpassen>, abgerufen am 22.10.2019.

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