aufmachen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-ma-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-machen
Wortbildung mit ›aufmachen‹ als Erstglied: ↗Aufmacher · ↗Aufmachung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. öffnen
Gegenwort zu zumachen
Beispiele:
das Fenster, die Tür, das Tor aufmachen
er klopfte, aber niemand machte ihm auf
der Herr war so freundlich, mir aufzumachen
verhüllendden Gashahn aufmachen (= ihn aufdrehen, Selbstmord verüben)
den Brief aufmachen (= aufbrechen)
ein Paket aufmachen (= aufschnüren)
den Mantel, Kragen aufmachen (= aufknöpfen)
die Augen aufmachen
den Mund aufmachen
bildlich
Beispiele:
mach deine Augen auf! (= paß auf!)
mach endlich deinen Mund auf! (= rede!)
saloppfortwährend macht einer die Hand auf (= erwartet ein Trinkgeld)
2.
umgangssprachlich, übertragen etw. eröffnen, gründen
Beispiele:
ein Geschäft, einen Laden, eine Gastwirtschaft, einen Betrieb aufmachen
das Lokal hat wieder aufgemacht
daß unser Kolchos beabsichtigt, eine neue Pferdezucht aufzumachen [BrechtKaukas. Kreidekreis1]
3.
umgangssprachlich
Beispiel:
Gardinen aufmachen (= aufhängen)
4.
umgangssprachlich etw. in bestimmter Weise (für den Verkauf) zurechtmachen, ausstatten
Beispiele:
die Waren, ein Buch gut, hübsch, geschmackvoll, ins Auge springend aufmachen
die Verpackung ansprechend aufmachen
marktschreierisch, groß aufgemachte Werbeschriften, Plakate
bildlich
Beispiel:
Die Nazis hatten die Meldung barbarisch effektvoll aufgemacht [Feuchtw.Teufel89]
übertragen
Beispiel:
saloppsie war auf jung aufgemacht
5.
umgangssprachlich
Beispiele:
eine Rechnung aufmachen (= auf-, zusammenstellen)
der Wirt soll uns die Rechnung aufmachen
6.
sich aufmachensich erheben
a)
aufbrechen
Beispiele:
sich früh, zu Fuß aufmachen
sich in die Stadt, nach Berlin aufmachen
Er hatte sich ... vor Morgen aufgemacht, um zu den Meeresklippen hinabzusteigen [WerfelMusa Dagh582]
b)
sich anschicken
Beispiel:
[Tonio] machte sich auf, um die Vorhänge zu öffnen [Th. MannKröger9,242]
c)
gehoben zu wehen beginnen
Beispiel:
Vom Meer hatte sich ein leichter Abendwind aufgemacht [Feuchtw.Söhne22]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufmachen · ↗öffnen
Synonymgruppe
anbrechen · ↗anfangen · ↗köpfen (Flasche) · ↗öffnen  ●  aufmachen  ugs.
Synonymgruppe
(sich) aufmachen (und) · ↗(sich) aufraffen · (sich) bemühen (um) · (sich) durchringen (zu) · ↗(sich) überwinden  ●  (den) inneren Schweinehund überwinden (und)  ugs. · ↗(sich) aufrappeln  ugs. · ↗(sich) bequemen  ugs. · ↗(sich) hochrappeln  ugs. · den Arsch hochkriegen  derb, fig.
Assoziationen
  • (die) Güte haben (und / zu) · ↗(sich) bereitfinden · (sich) erbarmen (und / zu) · ↗(sich) herablassen · ↗(sich) herbeilassen · die Freundlichkeit besitzen (und / zu) · so freundlich sein (und / zu) · so freundlich sein (zu) · so gnädig sein (zu) · so lieb sein (und)  ●  ↗geruhen  veraltet · (sich) bemüßigt fühlen  geh. · (sich) bemüßigt sehen  geh. · belieben zu  geh., veraltet
  • (sich) zusammennehmen (und) · (sich) zusammenreißen (und) · ↗(sich) zwingen  ●  (sich) am Riemen reißen  ugs.
  • (all) seinen Mut zusammennehmen · (es) schaffen (zu) · (es) über sich bringen · (etwas) übers Herz bringen · (seinem) Herzen einen Stoß geben · (sich) ein Herz fassen · (sich) ein Herz nehmen (und) · (sich) einen Ruck geben (und) · ↗(sich) trauen · ↗(sich) überwinden · ↗wagen  ●  ↗(sich) ermannen  altertümelnd · über seinen (eigenen) Schatten springen  fig.
  • (eine) Entscheidung treffen · (einen) Entschluss fassen · ↗(sich) durchringen · ↗(sich) entschließen  ●  ↗(sich) entscheiden  Hauptform
  • aus dem Quark kommen  ugs., fig. · aus dem Schuh kommen  ugs., fig. · aus den Puschen kommen  ugs., fig. · aus der Hüfte kommen  ugs. · den Arsch hochkriegen  derb, fig. · den Hintern hochkriegen  ugs., fig. · in die Gänge kommen  ugs. · in die Hufe kommen  ugs. · in die Puschen kommen  ugs. · in die Pötte kommen  ugs. · in die Strümpfe kommen  ugs., fig.
Synonymgruppe
(sich) auf den Weg machen · (sich) aufmachen · ↗losgehen · ↗losziehen · seinen Weg antreten  ●  ↗aufbrechen  Hauptform · (sich) auf die Beine machen  ugs. · (sich) auf die Socken machen  ugs. · ↗lossocken  ugs., regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Bar Café Club Dose Faß Fenster Filiale Flasche Gegenrechnung Gleichung Klappe Kneipe Kosten-Nutzen-Rechnung Laden Lokal Maul Mund Rechnung Restaurant Richtung Schlagzeile Tor Tür Türe Verlustrechnung endlich machen mal wieder

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufmachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die braucht den Mund gar nicht aufzumachen - die ist urkomisch.
Die Welt, 29.10.2005
Doch nicht nur deshalb hat sie früher an der Uni nie den Mund aufgemacht.
Der Tagesspiegel, 17.11.2002
Und wie es aussah, würde er das Maul auch nicht aufmachen.
Degenhardt, Franz Josef: Die Abholzung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1985], S. 9
Wir machen dann nach einiger Zeit den Laden wieder auf.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 178
Aber wir machten nicht auf, denn ich schämte mich doch.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 19
Zitationshilfe
„aufmachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/aufmachen>, abgerufen am 14.11.2019.

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