auflesen

GrammatikVerb · liest auf, las auf, hat aufgelesen
Aussprache
Worttrennungauf-le-sen (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-lesen2
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. Verstreutes einzeln vom Boden aufheben, aufsammeln
Beispiele:
Papier, Scherben, Perlen, Steine, Fallobst, Holz auflesen
etw. aus dem Kehricht auflesen
2.
salopp jmdn. auffinden und mitnehmen
Beispiele:
Frieda Brenten, die man wie leblos unter dem Brückenbogen aufgelesen hatte [BredelEnkel529]
salopp, abwertend Eine, die er auf der Straße aufgelesen (= aufgegabelt) hat [TollerHinkemannIII 2]
3.
salopp, abwertend
Beispiele:
eine Krankheit auflesen (= sich anstecken)
Ungeziefer auflesen (= bekommen)
schlechte Worte auflesen (= aufschnappen)

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) mitnehmen  Hauptform · ↗einsammeln  fig. · auflesen  ugs., fig.
Synonymgruppe
(jemanden irgendwo) her haben  ugs., variabel · ↗(jemanden) auffischen  ugs., fig. · ↗(jemanden) aufgabeln  ugs., fig. · (jemanden) auflesen  ugs., fig. · (sich jemanden) an Land ziehen  ugs., fig. · sich jemanden angeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufklauben · auflesen · ↗aufnehmen  ●  ↗(vom Teppich / Boden / Bahnsteig ...) aufsammeln  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anhalter Apfel Bahnhof Blatt Boden Brosame Fahrgast Frucht Gosse Hund Junge Küste Meer Müll Passagier Polizist Scherbe Stein Strand Straße Straßenrand Straßenstrich Taxi Tisch Verwundete lesen mitnehmen ordnen unterwegs zurückbringen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auflesen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den siebziger Jahren begann er, Objekte von der Straße aufzulesen.
Der Tagesspiegel, 13.04.2001
Die Mode von 1960, mit ihren wahllos aufgelesenen historischen Fragmenten, hat leider viele begabte Architekten angesteckt.
Die Zeit, 23.04.1965, Nr. 17
Dann sauste das Blut in meinen Ohren und ich war nicht fähig, die Worte, die da vor mir aus dem stark geschminkten Munde fielen, aufzulesen.
Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 279
Kann man etwa die butterbestrichenen und wurstbelegten Stücke Brot auf der Straße auflesen?
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 23
Lia blinzelte auf die Aschenreste, war aber schon zu träge, sie aufzulesen.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 398
Zitationshilfe
„auflesen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/auflesen>, abgerufen am 24.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Aufleistung
aufleisten
aufleimen
Auflehnung
auflehnen
aufleuchten
Auflicht
auflichten
Auflichtmikroskop
Auflichtung