auflassen

GrammatikVerb · lässt auf, ließ auf, hat aufgelassen
Aussprache
Worttrennungauf-las-sen
Wortzerlegungauf-lassen
Wortbildung mit ›auflassen‹ als Erstglied: ↗Auflassung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. geöffnet lassen
Gegenwort zu zulassen
Beispiele:
das Fenster nachts auflassen
die Tür, das Tor lassen wir auf
2.
umgangssprachlich
Beispiel:
den Hut auflassen (= auf dem Kopf lassen, aufbehalten)
3.
umgangssprachlich
Beispiel:
ich werde die Kinder heute abend etwas länger auflassen (= sie aufbleiben lassen, nicht sofort ins Bett schicken)
4.
etw. aufsteigen lassen
Beispiele:
Brieftauben auflassen
einen Ballon, eine Rakete, einen Erdsatelliten auflassen
5.
landschaftlich, besonders süddeutsch, besonders österreichisch etw. aufgeben, stilllegen, schließen
Beispiele:
ein Bergwerk auflassen
der Stollen wurde 700 Meter vor dem Erreichen des Zieles aufgelassen
eine Fabrik, ein Geschäft, eine Haltestelle, ein Amt auflassen
6.
Jura Eigentumsrechte an einem Grundstück auf einen anderen übertragen
Beispiel:
einen Bauplatz auflassen

Thesaurus

Synonymgruppe
auflassen · nicht mehr bewirtschaften · ↗stilllegen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballon Fenster Friedhof Grab Hintertür Militärstützpunkt Rakete Sonnenbrille Sowjetunion Stützpunkt Taube Tür lassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auflassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil zuletzt niemand mehr für den prominenten Toten bezahlen wollte, drohte das Grab aufgelassen zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2004
Er hatte seinen Schrank aufgelassen und ich wühlte da drin herum.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 14.12.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Dann wurden die beringten Jungstörche nach Westdeutschland gebracht und dort aufgelassen.
Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 174
Die Kirche wurde 1868 aufgelassen und abgetragen; die Gebeine aus den Grüften kamen in ein Massengrab.
Senn, Walter: Stradivari (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 20999
Im Mittelalter hatte dieser Ort als Stadtfriedhof Wiens gedient, der aus Platzmangel dann aufgelassen worden war.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 281
Zitationshilfe
„auflassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/auflassen>, abgerufen am 14.11.2019.

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